Airthings Masters: Carlsen und Nepomniachtchi im Finale

von André Schulz
25.02.2022 – Das Halbfinale des Airthings Masters mit drei russischen Großmeistern war überschattet von den Geschehnissen in der Ukraine. "Ich kann mich kaum konzentrieren", sagte Ian Nepomniachtchi, erreichte aber ebenso wie Magnus Carlsen das Finale. | Fotos und Grafiken: chess24

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Das Halbfinale des Online Airthings Masters am Donnerstag Abend war von den Ereignissen in der Ukraine überschattet. In der Nacht zu Donnerstag hatte Russland die Ukraine angegriffen und war mit seiner Armee dort einmarschiert. Für das Halbfinale hatten sich neben Magnus Carlsen die drei Russen Ian Nepomniachtchi, Andrey Esipenko und Vladislav Artemiev qualifiziert. Vor Beginn der Halbfinalkämpfe gab es offenbar Gespräche über die Fortsetzung des Turniers und die drei russischen Großmeister äußerten den Wunsch weiterzuspielen. Allerdings herrschte unter allen Teilnehmern eine gedrückte Stimmung.

Die Krise um Russland und die Ukraine wird auch noch viele negative Auswirkungen auf das internationale Schachleben nach sich ziehen. Russland hat traditionell großen Einfluss auf die FIDE. Die Beziehungen der Entscheidungsträger reichen bis in die engsten Regierungskreise. Der Präsident des Weltschachverbandes Arkady Dvorkovich war einer der persönlichen Berater von Vladimir Putin und zeitweise Stellvertretender Ministerpräsident. Russische Firmen, zum Teil Staatsfirmen wie Gazprom, sind wichtige Geldgeber des russischen und internationalen Schachs. Der Oligarch Gennady Timtchenko sponsert mit seiner Stiftung die Initiative "Schach in den Museen", in deren Rahmen beispielsweise auch der WM-Kampf Anand gegen Gelfand 2012 ausgetragen wurde. Er ist einer der russischen Oligarchen, der von den USA schon beim ersten Sanktionsschritt, nach der russischen Anerkennung der Donbass-Republiken, auf die schwarze Liste gesetzt wurde.

Das Halbfinale zwischen Ian Nepomniachchi und Andrey Esipenko begann mit einem Remis. Nepomniachtchi gewann dann die beiden folgenden Partien und so endete auch dieses Match vorzeitig.

 

[Die Chancen sind hier bei genauem Spiel noch gleich. Mit dem letzten Zug schaut sich Weiß h7 an und droht mit einem Damenausflug nach g4 oder h5.]

24.Lf5 Tae8? [Die schwarze Stellung ist nicht ganz einfach. Die einzige Verteidigung war 24...c6 mit der Möglichkeit 25.Dh5 Lxf2+ 26.Kxf2 Dg3+ 27.Kg1 cxd5]

25.Dh5 [Mit überlegener weißer Stellung.]

25...Dg7 26.Kf1? [Ein unnötiger Zeitverlust. 26.Tab1!?; 26.Sxc7!?]

26...c6 27.Sf4 [27.Se3 war noch stärker.]

27...d5 [Nach 27...Se6 ist die Partie noch nicht entschieden.]

28.exd5 Lb8 29.Dxh4 Lxf4 30.Dxf4 cxd5 31.Tad1 Df6 32.Dg4 Dg7 33.Txe8 Txe8 34.Txd5 Se4 [Nun folgt noch ein hübscher Schluss:]

35.Dxe4 [35.Dxe4 Txe4 36.Td8+ Df8 37.Txf8+ Kxf8 38.Lxe4] 1–0

Nepomniachtchi spielte seine Partien von Moskau aus und sah die Qualität seines Spiels trotz des klaren Erfolgs kritisch: "Mein Spiel ist sehr, sehr schlecht, weil ich nicht denken kann. Ich muss mich auf meine Intuition verlassen."

Magnus Carlsen startete mit zwei Siegen in sein Match gegen Vladislav Artemiev. Die dritte Partie führte Carlsen zum Remis und stand damit schon als Matchsieger und Finalteilnehmer fest.

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Nun kommt es mit dem Finale Carlsen gegen Nepomniachtchi also zu einer Neuauflage des WM-Kampfes vom letzten Herbst.

Partien

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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