Airthings Masters, Tag 2: Nepo vor Ding und Hansen

von Klaus Besenthal
20.02.2022 – Beim 15+10-Onlineturnier "Airthings Masters" sind am Sonntag die Partien fünf bis acht der Vorrunde gespielt worden. Tabellenführer ist Ian Nepomniachtchi mit einem Vorsprung von 4 Punkten; hinter ihm folgen die punktgleichen Diren Liren und Eric Hansen. Vincent Keymer teilt sich mit Magnus Carlsen Platz 5. Nach dem Ende der Vorrunde am Dienstag dürfen die besten acht Spieler das Turnier im K.-o.-Modus fortsetzen. Das Einzige, was man nach dieser 8. Runde ziemlich sicher sagen kann, ist, dass Alexandra Kosteniuk nicht dabei sein wird: Für die russische Großmeisterin wurden bis hierhin ausschließlich Niederlagen notiert. | Grafik: chess24

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Airthings Masters

In Runde 5 meldete sich Magnus Carlsen mit einem Sieg gegen Alexandra Kosteniuk erfolgreich im Rennen um einen der vorderen acht Plätze zurück, nachdem er am ersten Turniertag zwei Partien verloren hatte und in der Tabelle entsprechend zurückgefallen war. Der Sieg des Weltmeisters gegen Kosteniuk kam nach nur 30 Zügen im Königsangriff zustande - viel Mühe schien Carlsen dabei nicht gehabt zu haben.

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Nur ein Remis, nachdem er sogar auf Verlust gestanden hatte, schaffte der Tabellenführer Ding Liren gegen den Kanadier Eric Hansen. Weil die Spieler an den unterschiedlichsten Orten über die ganze Welt verteilt sitzen, darf man bei der Beurteilung von Ding Lirens Leistungen aber nie vergessen, dass er derjenige ist, der in diesem Turnier regelmäßig Nachtarbeit verrichten muss. Karsten Müller hat die Details aufbereitet:

 

 

Das Remis verpasst hat Andrey Esipenko, der gestern einen starken ersten Turniertag gehabt hatte (u.a. Sieg gegen Magnus Carlsen!), in seiner Partie gegen Vladislav Artemiev. Auch dieses Spiel hat sich unser Endspielexperte Dr. Karsten Müller angesehen: 

 

 

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Fast schon unheimlich war es zu diesem Zeitpunkt, zuzusehen, wie Vincent Keymer die Weltklassespieler einen nach dem anderen abfertigte. In Runde 5 war Anish Giri an der Reihe:

 

 

In Runde 6 traf Vincent Keymer dann mit den schwarzen Steinen auf einen Weltmeister, der über Nacht die Konzentration wieder hochgefahren hatte. Vielleicht verlor Keymer die Partie aber auch einfach deshalb, weil er seine eigenen Tugenden, die er zuvor mehrmals so stark demonstriert hatte, vernachlässigt hatte: die Kompaktheit der eigenen Stellung, die eigene Königssicherheit.

 

 

Ein echter Champion meldet sich nach einer Niederlage postwendend mit einem Sieg zurück: Vincent Keymer folgte dieser Regel in Runde 7 gegen Nodirbek Abdusattorov, als er davon profitieren konnte, im Turmendspiel von Anfang an den aktiveren Turm zu besitzen.

 

 

In Runde 8 verlor Magnus Carlsen dann wieder eine Partie, als er gegen Praggnanandhaa den Kürzeren zog. Zuvor hatte der Weltmeister aber einen kleinen Zwischenspurt von drei Siegen eingelegt, und der hatte ihn dahin gebracht, wo er seinem Selbstverständnis nach hingehört: auf einen Platz unter den besten acht Spielern. Die Niederlage gegen Pragg änderte daran nichts mehr.

Vincent Keymer hatte in seiner letzten Partie des Tages gegen Andrey Esipenko ein Endspiel T gegen T+L zu verteidigen. Dieses ist eigentlich remis, aber ohne genug Zeit auf der Uhr ist es schwer, immer die richtige Verteidigung zu finden, wenn der Gegner in aller Ruhe alles Mögliche ausprobieren kann. So auch in dieser Partie: In Zug 103 musste Keymer schließlich aufgeben, weil er seinen Turm verloren hatte.

Ein totaler Fehlschlag ist das Turnier bislang für die einzige Schachspielerin in dem Sechzehnerfeld: Nach 8 gespielten Runden stehen für Alexandra Kosteniuk auch 8 Niederlagen zu Buche. Ganz anders Kosteniuks russischer Landsmann Ian Nepomniachtchi: Nach dieser 8. Runde grüßt Nepo mit 19 von insgesamt 24 möglichen Punkten als alleiniger Tabellenführer.

In Runde 8 trafen Nepo und Kosteniuk aufeinander - Nepo gestaltete die Sache als lupenreine Kurzpartie:

 

 

Tabelle / Ergebnisse nach 8 Runden

Ein Sieg bringt 3 Punkte, ein Remis 1 Punkt.

 

Partien

 

 

Turnierseite


Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.

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