Alan Turing im Theater

von André Schulz
30.10.2020 – Dem kleinen Hamburger Privattheater "Theater im Zimmer" ist ein Coup gelungen. Ab heute (Freitag, 30.10) zeigt das Theater in deutscher Erstaufführung das Stück "Die Turing-Maschine". Vor dem November-Lockdown können immerhin noch drei Aufführungen realisiert werden. | Fotos: Theater im Zimmer

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Benoit Solès (geb. 1972 in Agen) ist ein französischer Schauspieler und Dramaturg. Solès spielte am Theater und nahm Rollen in verschiedenen TV-Produktionen an. 2017 schrieb er in französischer Sprache das Stück "Die Turing-Maschine", das vom Leben und Werk des britischen Mathematikers und Codebreaker Alan Turing inspiriert ist und übernahm in der Uraufführung selber die Rolle des Alan Turing. Als erster Schauspieler/Autor wurde er für beides, seine darstellerische Leistung und für das Stück, mit dem französischen Theaterpreis, dem "Molière" ausgezeichnet.

Alan Turing (1912-1954), der eine herausragende mathematische Begabung besaß, schuf die theoretischen Grundlagen der Informatik und schrieb noch bevor es einen Computer dafür gab, das erste Schachprogramm. Während des Zweiten Weltkrieges war er in Bletchley Park maßgeblich an der Dekodierung deutscher Verschlüsselungsmaschinen wie der Enigma beteiligt und entwickelte zu diesem Zweck Maschinen, die heute als die unmittelbaren Vorläufer der Computertechnik gelten. Turing starb nach einer wegen seiner Homosexualität erzwungenen Hormonbehandlung durch Freitod.

Das traditionsreiche Hamburger "Theater im Zimmer" zeigt das Stück nun in deutscher Erstaufführung, ist aber leider zweifach gehandicapt. Einerseits können durch die Corona-bedingten Hygienevorschriften sowieso nicht alle Plätze des Hauses belegt werden. Andererseits trifft der neuerliche "Lockdown" im November 2020 auch den für das Stück geplanten Spielplan. Vor dem Inkrafttreten der Lockdown-Bestimmungen am Montag können aber noch drei Vorstellungen aufgeführt werden. Die A-Premiere, diesen Freitag (30.Okt) , die B-Premiere diesen Samstag (31. Okt) und die Aufführung am Sonntag (1. Nov. finden) statt.

Das Theater im Zimmer wurde 1948 von dem Schauspieler Helmuth Gmelin gegründet und nach seinem Tod von seiner Tochter Gerda Gmelin fortgeführt. Mit vielen außergewöhnlichen und avantgardistischen Stücken begründete das kleine Privattheater in Hamburg seinen ausgezeichneten Ruf. 1999 wurde der Spielbetrieb eingestellt und nach einer Renovierung des Hauses 2004 unter der geschäftsführenden Leitung von Martha Kunicki wieder aufgenommen.

Martha Kunicki und andere Hamburger Kulturschaffende kamen gestern in einem Beitrag im Hamburger Journal zu Wort und berichteten, welche Folgen der neue Lockdown für die Kulturbetriebe hat. 

Martha Kunicki | Foto: NDR (Screenshot)

Beitrag beim NDR...

Theater im Zimmer...

Trailer der französischen Aufführung

 




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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flachspieler flachspieler 30.10.2020 07:58
Kann leider nicht zu den Vorführungen nach Hamburg kommen, drücke aber dem "Theater im Zimmer" die Daumen.
Ingo Althöfer.
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