Alexej Shirov bei ChessBase

28.02.2006 – Zu den interessantesten aktuellen Schachbüchern gehören Alexej Shirovs Werke "Fire on Board", von denen bisher zwei Bände, auch in deutscher Übersetzung im Chessgate-Verlag, erschienen sind. "Fire on Board" bzw. "Brett in Flammen" beschreibt ziemlich exakt Shirovs kompromisslosen und geistreichen Angriffstil. In Kürze können nun alle Shirov-Fans den Meister auch live auf ihrem Monitor erleben. In Kooperation mit ChessBase hat der Weltklassespieler eine Fülle von lehreichen Videolektionen für die Reihe Fritztrainer aufgenommen und zeigt dort eine Auswahl von eigenen Glanzpartien, die er in den Eröffnungen Spanisch und Sizilianisch gespielt hat. Schachfreunde erhalten so nicht nur eine Auswahl von kommentierten Partien auf allerhöchstem Niveau; Shirov erläutert ganz nebenbei auch die Entwicklung einiger wichtiger aktueller Varianten in den genannten Eröffnungen. Shirov im Studio...

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Drei Fritztrainer-DVDs mit Alexej Shirov

Alexei Shirov gehört ohne Zweifel zu den Spielern mit der größten Fangemeinde. 1972 in Riga geboren hat man ihn wegen seines unternehmenden geistreichen Angriffsstil oft mit seinem Landsmann Mikhail Tal verglichen. Tatsächlich pflegt Shirov einen sehr kompromisslosen Stil und of genug stand in seinen Partien bald das "Brett in Flammen".

Erste große Erfolge erzielte Shirov bei den Turnieren in Daugavpils (Dünaburg) 1989 (Vierter) und 1990 (Erster). Im gleichen Jahr wurde er in Santiago überlegen U20-Weltmeister mit 10,5 aus 13. Im Jahr 1991 gewann er die Turniere Troll Masters, Kerteminde, Lloyd Bank Open, Biel und Brno. Hannu Wegner holte den kommenden Superstar damals zum Hamburger Schachklub in die Bundesliga. Bis heute hat Shirov beim HSK viele Freunde und gab in diesem Jahr während des Hamburger Schachfestivals ein Simultan.

Ab 1992 war Shirov in der Weltspitze angekommen und wurde in jenem Jahr zu den absoluten Topturnieren nach Dortmund, Paris, Wijk aan Zee, Biel oder Linares eingeladen. Innerhalb kürzester Zeit etablierte er sich unter den absoluten Topspielern und nahm schließlich als bisher beste Position Rang Vier in der Weltrangliste ein mit einem Toprating von bisher 2751 (2000). Zwischenzeitlich übersiedelte Shirov nach Spanien und bekam dort die spanischen Staatsbürgerschaft zugesprochen. Inzwischen ist er in zweiter Ehe mit der litauischen Schachspielerin Viktorija Cmylite verheiratet.

1998 wurde Shirov Zweiter beim Linares-Turnier und ließ dabei u.a. Kasparov hinter sich. Aufgrund dieser Leistung wurde er als Kandidat für einen Ausscheidungskampf gegen Kramnik berufen. Der Gewinner sollte Kasparovs Herausforderer Im Kampf um die Weltmeisterschaft werden. Überraschenderweise besiegte Shirov den als Favoriten angesehenen Kramnik relativ glatt mit 5,5:3,5. Doch zum Wettkampf mit Kasparov kam es nicht, da die Finanzierung des Matches zusammen gebrochen war. In der Folge gerieten Shirov und Kasparov öffentlich in Streit. In seinem neune Buch Brett in Flammen 1997-2005 ist das Geschehen ausführlich dargestellt.

Seiner persönlichen Entwicklung tat der Vorgang keinen Abbruch. Es folgten viele weitere Erfolge. Am Gewinn des FIDE-Weltmeistertitels scheiterte Shirov 2000 im Finale an Anand. In der Bundesliga ist Shirov nach wie vor regelmäßiger Gast. Von Hamburg wechselte er zunächst nach Lübeck und ist jetzt beim Favoriten und derzeitigen Tabellenführer OSC Baden-Baden aktiv.

Es gibt unzählige Partien von Alexej Shirov mit überraschenden Lösungen der Stellungsprobleme. Zwei spektakuläre Beispiele mögen dies exemplarisch illustrieren. Gegen Kramnik wandert sein Turm zweimal über das Feld e4, obwohl er dort von mehreren gegnerischen Steinen bedroht ist.



Kramnik-Shirov...Te4!...

Gegen Topalov spielt er einen Läuferzug, der von vielen als der verblüffendste Zug der Schachgeschichte überhaupt angesehen wird.



Topalov-Shirov,...Lh3!!...


Turniersieger Shirov gibt Autogramme beim Keres Memorial 2005.

In seinen Büchern "Fire on Board", von denen kürzlich der zweite Band (2005, erster Band 1997) erschien, präsentiert Shirov seinen Fans eine kommentierte Auswahl seiner besten Partien. Eine deutsche Übersetzung (Brett in Flammen, 1997-2005) wurde in gebundener und sehr sorgfältig editierter Ausgabe  vom Chessgate-Verlag vorgelegt.

Zusätzlich zu seinen schriftlichen Aufzeichnungen wird es für die Schachfreunde demnächst aber auch "Shirov live" geben. In der vergangenen Woche hat der Topspieler im ChessBase Studio eine große Menge von sehr lehrreichen Videolektionen aufgenommen. Diese werden demnächst in der Reihe Fritztrainer als dreibändige Ausgabe erscheinen. Die DVDs beinhalten eine Auswahl von hochklassigen Partien, die Alexej Shirov in den Eröffnungen Spanisch und Sizilianisch gespielt hat. Der Schachfreund erhält damit also nicht nur ein Portrait dieses herausragenden Spielers, der hier seine eigenen Partien erläutert, sondern kann anhand der vorgestellten Varianten die Entwicklung der Theorie dieser beiden Eröffnungen in den letzten Jahren zumindest in wichtigen Teilen nachverfolgen und kennenlernen.

Shirov ging seine Aufnahmen sehr ehrgeizig an und obwohl er zu Beginn noch allzu nicht viel Erfahrung mit der Kameraarbeit hatte, entwickelte er bald eine erstaunliche Routine. Nach einigen Tagen analysierte er spontan vor laufender Kamera brandneue Partien und vermittelte auf diese Weise einen erstaunlichen Einblick in seine Gedankenwelt und sein Verständnis vom Schach.

Überraschend ist außerdem Shirov absolute Objektivität bei der Beurteilung der Partien. Selbst bei eigenen Glanzpartien kann sich der Spitzenspieler völlig von jeder Voreingenommenheit bei der Beurteilung der Stellungen oder gespielten Varianten freimachen und ein objektives Urteil über deren Wert abgeben. Es gibt keinerlei Beschönigungen oder Verfälschungen zum Vorteil des Vortragen, sondern stets ein ehrliches Urteil. Dies unterscheidet ihn von manchen anderen Spielern, die besonders in ihren gewonnen Partien ständigen Vorteil nachweisen wollen.


Alexej Shirov im ChessBase Studio: Erschöpft, aber zufrieden

An manchen Tagen war Alexej einer der ersten, die morgens im ChessBase Büro erschienen und mit der letzte der ging. "Für diese Woche ist es OK, aber ich weiß nicht, ob ich das immer machen möchte," kommentierte er die scherzhafte Anfrage, ob er daran denkt, als fester Mitarbeiter eingestellt werden zu wollen.


Alexej signiert sein Buch "Brett in Flammen"


Alexej Shirov schaut sich im ChessBase Büro die Partien von Morelia an

 

 

 

 

 

 

 



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