Aljoscha Feuerstack gewinnt Leeraner Open

von André Schulz
03.11.2021 – In Leer findet seit einigen Jahren ein ausgezeichnet organisiertes Open statt, dass von dem früheren Triathlon-Organisator Edzard Wirtjes durchgeführt wird. Unter Bremer und Hamburger Schachfreunden gilt das Turnier als "Geheimtipp" und ist sehr beliebt. Turniersieger wurde Aljoscha Feuerstack von St. Pauli. | Foto: FM Julian Kramer und Aljoscha Feuerstack kämpfen um den Turniersieg (Turnierseite).

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Der Geheimtipp unter den Open im Norden - nicht mehr so geheim - ist das Leeraner Open, offiziell "DPI BDO Schach Open Leer". Organisator und Turnierleiter Edzard Wirtjes hat es vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Edzard Wirtjes kommt eigentlich aus dem Laufsport, war selber aktiver Läufer und hat dann in den 1980er und 1990er Jahren Triathlonmeisterschaften organisiert. Zusammen mit dem Leeraner Sportverein Fortuna Logabirum organisiert er seit 2007 den "Ossiloop", einen Etappenlauf von Leer ans Meer oder in die entgegengesetzte Richtung. Der Lauf wird seit 1982 durchgeführt und hat bei der Durchführung 2019 über 3000 Läufer angezogen. Inzwischen hat der Sportverein Fortuna Logabirum nun aber auch eine Schachabteilung. 

Edzart Wirtjes mit Lara Schulz (Turnierseite)

Wo liegt eigentlich Leer? Die Stadt liegt im äußersten Nordwesten von Deutschland an der Ems. Etwas weiter südlich befindet sich die berühmte Meyer-Werft in Papenburg. In regelmäßigen Abständen laufen von dort riesige Schiffe aus, die gerade so in die Ems hinein passen und vorsichtig in die Nordsee gezogen werden. Etwas weiter nördlich liegt Emden. Emden ist berühmt für seine Kunsthalle, das Otto-Huus und seine Rüstkammer. Das alles gehört zu Ostfriesland. Die Ostfriesen  fühlen sich mit den Friesen im Norden der Niederlande und den Nordfriesen an der Westküste von Schleswig-Holstein weiterhin eng verbunden. In alten Zeiten schickten die Bremer bisweilen eine Armee nach Ostfriesland, um die unbotmäßigen Friesen zu unterwerfen, holten sich aber regelmäßig blutige Köpfe. Die verwendeten Waffen, aber auch einige Köpfe der unglücklichen Bremer Landsknechte sind in der Rüstkammer von Leer ausgestellt. Einige Burgen in Leer dokumentieren den Unabhängigkeits - und Machtanspruch der lokalen Häuptlinge und Fürsten.

Heute kann man auch bequem per Auto anreisen und die Schachfreunde, auch aus Bremen und Hamburg, werden freundlich empfangen. 15 Spieler allein vom Hamburger SK, wagten den Weg nach Ostfriesland.

Zum letzten Wochenende (28. bis 31. Okt.) fand nun die 4. Auflage des Leeraner Opens mit einem A-Open und einem B-Open statt. Das Ordnungsamt des Landkreises Leer erlaubte unter besonderen Hygieneauflagen die Durchführung im Hotel Ostfriesenhof nach dem 3G-Konzept. 150 Teilnehmer waren zugelassen. Als Schiedsrichter fungierte der bekannte Groninger Organisator Johan Zwanepol. 

Die Turniere wurden nach Schweizer System an fünf Tagen über sieben Runden durchgeführt.  Die Turnierbedingungen waren vorbildlich. Es gab ausreichend Platz an allen Tischen und selbst am letzten Brett wurde noch mit Holzfiguren gespielt. Alles in allem zählten die Organisatoren 574 Partien, die an den fünf Turniertagen absolviert wurden.

Lange Zeit führte Julian Kramer aus Hamburg das Feld an. In der letzten Runde kämpfte er mit den schwarzen Steinen gegen Aljoscha Feuerstack um den Turniersieg. Feuerstack gewann die Partei und wurde so mit 6 Punkten Turniersieger. 

Sizilianisch mit 2.c3

Ist eine interessante Alternative zum offenen Sizilianer

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Großen Eindruck macht die 14-jährige Niederländerin Eline Roebers, die alle ihre Partien sehr schwungvoll auf Angriff spielte und mit 4,5 Punkten als 17te beste Frau des Turniers wurde. Sie spielt nächste Saison für das Frauen-BL-Team des Hamburger SK. Jugendeuropameisterin Lara Schulz kam auf 4 Punkte. Bester Ostfriese wurde Carsten zur Brügge (Fortuna Logabirum) auf Platz 61.

Eline Roebers (Foto: Lannart Ootes)

Die Siegerehrung wurde vom Präsidenten des Niedersächsischen Schachverbands Michael S. Langer (SC BS Gliesmarode) vorgenommen, der das Turnier selber mitgespielt hatte.

 

Endstand A-Open

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Feuerstack,Aljoscha 6,0 35,0
2 Kopylov,Michael 5,5 33,0
3 Peist,Jürgen 5,5 32,0
4 Kramer,Julian 5,5 31,0
5 Grigorian,Spartak 5,5 30,5
6 Reuker,Jari 5,5 28,5
7 Jugelt,Tobias 5,0 32,5
8 Kopylov,Daniel 5,0 32,0
9 van Osch,Mees 5,0 31,0
10 Carlstedt,Jonathan 5,0 30,0
11 Jahncke,Giso 5,0 29,5
12 Gutman,Lev 5,0 29,0
13 Aden,Tammo 5,0 25,5
14 Spiric,Igor 5,0 25,0
15 Holtel,Jasper 4,5 29,5
16 Bracker,Arne 4,5 29,5
17 Roebers,Eline 4,5 28,5
18 Müer,Sebastian 4,5 28,5
19 Thinius,Marco 4,5 26,5
20 Colpe,Malte 4,5 26,0
21 Hintze,Helge 4,5 25,5
22 Dobrosmyslov,Artem 4,5 24,0
23 Ewert,Hannes 4,0 31,0
24 Schulze,Lara 4,0 30,5
25 Kardoeus,David 4,0 29,0

95 Spieler im A-Open

Die 5. DPI BDO Schach Open finden vom 28.10. – 31.10.2022 statt.

Turnierseite...

Ergebnisse bei Chess-results...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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FamAden FamAden 03.11.2021 09:16
Kleine Korrektur:

Bester Ostfriese wurde Tammo Aden auf Platz 13. Außerdem zweitbester Jugendlicher nach Daniel Kopylov.
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