Wesley So errang in der ersten klassischen Partie des Grand Finals einen wichtigen Sieg gegen Levon Aronian. Die Partie begann mit einer Italienischen Eröffnung, die für Aronian schnell unangenehm wurde, da er nach und nach die Initiative verlor, als So zunehmend Druck aufbaute.
Nachdem Aronian die Stellung im frühen Mittelspiel falsch eingeschätzt hatte, ergriff So die Initiative und führte einen präzisen Angriff. Bereits im 20. Zug hatte er sich einen beträchtlichen Vorteil erarbeitet, und wenige Züge später stand er sogar eine ganze Figur vorn, womit der Sieg außer Frage stand. Der Sieg wurde besonders souverän errungen, da Aronian kein Gegenspiel aufbauen konnte.
Das Ergebnis bringt So in eine hervorragende Ausgangsposition für seinen ersten Titel im American Cup. Aronian muss nun die zweite Partie im klassischen Schach gewinnen, um den Wettkampf offen zu halten. Selbst wenn ihm dies gelingt, würde der Wettkampf in Blitzschach-Tiebreaks gehen, und da Aronian das Finale über die Ausscheidungsrunde erreicht hat, müsste er dort noch eine weitere Partie gewinnen, um den Titel zu holen.

Wesley So besiegte Levon Aronian mit den weißen Steinen | Foto: Lennart Ootes
Die erste klassische Partie des Grand Finals beim American Cup zwischen Carissa Yip und Alice Lee endete nach einem komplexen Kampf remis. Beide Spielerinnen ließen dabei vielversprechende Chancen aus.
Yip stand nach der Eröffnung und einer Stellung mit unterschiedlichen Rochaden besser. Kurz schien sie sogar auf Gewinn zu stehen. Doch Lee verbesserte allmählich ihre Figurenkoordination und übernahm im späten Mittelspiel die Initiative. Sie wendete das Blatt und erarbeitete sich eigene Chancen.
Lee übersah aber eine taktische Fortsetzung, die die Partie sofort hätte entscheiden können, denn 38...Sxg2! hätte Weiß in große Schwierigkeiten gebracht. Nachdem diese Chance vertan war, stellte sich schließlich das Gleichgewicht wieder ein. Die Spielerinnen einigten sich im 66. Zug auf Remis.

Titelverteidigerin Alice Lee | Foto: Lennart Ootes