Ergebnisse Halbfinale Runde 2 Champions

Grafik: Saint Louis Chess Club, Instagram-Kanal
Championsturnier: Überstunden im Open - Championsturnier
Beide Halbfinalrunden im offenen Turnier gingen auf beiden Brettern remis aus. Punkteteilungen helfen im K.O.-System nicht weiter, daher wurden Tiebreak-Runden an die Partien angehängt. Gegen Mitternacht deutscher Zeit spielten Fabiano Caruana und Awonder Liang sowie Wesley So und Samuel Sevian jeweils zwei Tiebreak-Runden gegeneinander. In der ersten Tiebreak-Runde brachen die ersten Blockaden ein. Caruana gewann mit Schwarz gegen Awonder Liang und Wesley So mit Weiß gegen Samuel Sevian. Auch die Tiebreaks werden in Doppelrunden ausgespielt. Die Remis auf beiden Brettern in der zweiten Runde klärten damit die Qualifizierung für das Finale schlussendlich. Im Finale der Champions werden Fabiano Caruana und Wesley So daher gegeneinander antreten.
Wesley So spielt im Finale gegen Caruana | Foto: Crystal Fuller, Saint Louis Chess Club
In der klassischen Partie des Tages zwischen Awonder Liang und Fabiano Caruana zauberte Caruana Caro-Kann auf das Brett. Liang entschied sich daraufhin die Abtauschvariante zu spielen. Die Variante ist dafür bekannt, eher harmloseres Spiel mit sich zu bringen. Nach und nach tauschten die beiden Spieler ihre Figuren ab bis sie in einem Springerendspiel mit symmetrischen Bauernstruktur endeten die Stellung dreimal wiederholten, Remis.
IM Nico Zwirs dreht den Spieß gegen die Caro-Kann um und nutzt Ideen aus dem Karlsbader System (diesmal mit Weiß) als solide, praktische und überraschende Waffe!
Der niederländische IM Nico Zwirs ist ein Experte für die Carlsbad-Struktur aus schwarzer Sicht, also dachte er sich: „Warum probiere ich das nicht mit Weiß gegen die Caro-Kann-Verteidigung?“ Gesagt, getan!
Kostenloses Videobeispiel: Introduction
Kostenloses Videobeispiel: 5...Qc7/g6
Das entscheidende Tiebreak
Awonder Liang vs. Fabiano Caruana
In Zeitnot schlug Liang einen Bauern seines Gegners, den er liebe nicht hätte schlagen sollen. Sein König stand zu unsicher für solche Ausflüge des Turms.
Mit 29...Td1+ zwingt Schwarz seinen Gegner dazu, den Springer dem Schachgebot in den Weg zu stellen. Wäre anstelle von 30.Sf1 der Zug 30.Kh2 gekommen, wäre 30...Sg4+ gefolgt. Mit Blick auf das Feld f2 und die wenigen übrigen Felder für den König, wäre diese Position nicht anzustreben. Nach 30.Sf1 muss Weiß die Aufgabe haben, den Springer zu entfesseln. Nach 30...Sc4 drohte aber auch schon Sd2 mit zweifachem Angriff auf den weißen Springer. Weder 31.f3 noch g3 löst das Problem. Weiß gab noch ein Schach und griff danach mit dem Turm noch einen Bauern an, aber Sd2 lief Schwarz nicht weg. Zuerst wurde der Bauer gesichert, danach spielte Schwarz 33.Se3. Weiß spielte noch ein paar Züge weiter, vermutlich mit Blick auf die Uhr –beide waren in höchster Zeitnot–, gab dann aber nach Zug 39 auf.
Wesley So vs. Samuel Sevian
Eine interessante Position kam zwischen Wesley So und Samuel Sevian in Zug 27 auf das Brett. Weiß verdoppelte mit 27.Dd2 Dame und Läufer mit Blick auf den schwarzen Bauern auf dem Feld a5. Gleichzeitig erhöhte Weiß den Druck auf dem Feld d6. Schwarz entschied sich dazu, den d-Bauern mit 27...Te6 zu decken.
Mit 27...Lxf5 28.Sxf5 Ta8 könnte Schwarz den a-Bauern decken, würde aber den d-Bauern verlieren. Die Engine argumentiert, dass nach 28.Sxf5 g6 der Zug 29.Sxd6 wieder ausgleichen würde, ohne g6 jedoch nicht.
Grafik: Saint Louis Chess Club
Alle Partien Open
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Frauen - Championsturnier
Bei den Frauen gab es in Runde 2 auch zwei Punkteteilungen. Anders als im offenen Turnier wurden in Runde 1 die Partien jedoch entschieden, weshalb für die Entscheidung, wer ins Finale einziehen würde, kein Tiebreak gespielt werden musste.
Für Carissa Yip reichte das Remis aus | Foto: Crystal Fuller, Saint Louis Chess Club
Tatev Abrahamyan vs. Carissa Yip
Da Carissa Yip am Vortag bereits gegen Tatev Abrahamyan gewonnen hatte, stand sie nicht unter größtem Siegesdruck. In der zweiten Halbfinalpartie erspielte sie sich dennoch einen Vorteil, vergab ihn dann aber wieder.
Nach dieser Stellung verließen beide Spielerinnen den Remisbereich nicht mehr. Damit stand fest, dass Carissa Yip im Finale gegen Alice Lee spielen wird.
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Zoey Tang vs. Alice Lee
Nachdem Zoey Tang am Vortag gegen Alice Lee verloren hatte, musste für sie ein Sieg her. Der Vorteil war zum Greifen nah, doch konnte sie ihre Chance nicht in einen Punkt umwandeln.
Nach weiteren Ungenauigkeiten von Weiß blieb die Partie bis zum Partieende ausgeglichen. Dies war besonders bitter für Zoey Tang, da dies ihren Ausschluss aus dem Kampf um den Sieg des Championsturniers bedeutete.
Alice Lee mit Weiß gegen Zoey Tang | Foto: Lennart Ootes, Saint Louis Chess Club
Grafik: Saint Louis Chess Club
Alle Partien Championsturnier der Frauen
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Zu den Regularien des American Cup
Den Auftakt macht ein Wettkampf über zwei klassische Partien. Endet dieser unentschieden, folgen Stichkämpfe im Schnellschach. Wer gewinnt, kommt ins Championship Bracket, wer verliert kommt ins Elimination Bracket und spielt dort mit verkürzter Bedenkzeit. Wer im Elimination Bracket einen Wettkampf verliert, scheidet aus dem Turnier aus.
Die Bedenkzeiten im Überblick:
- Die klassische Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für die Partie plus 30 Sekunden Inkrement ab dem ersten Zug (G/90+30).
- Die Schnellschach-Bedenkzeit beträgt 15 Minuten für die Partie plus 10 Sekunden Inkrement ab dem ersten Zug (G/15+10).
- Die Playoff-Bedenkzeit beträgt 3 Minuten für die Partie plus 2 Sekunden Inkrement ab dem ersten Zug (G/3+2).
- In einer Armageddon-Partie erhält Weiß 3 Minuten, Schwarz 2 Minuten, jeweils mit einem Inkrement von 2 Sekunden ab dem ersten Zug.
Im Championship Bracket besteht jeder Wettkampf aus zwei klassischen Partien.
Im Elimination Bracket besteht jeder Wettkampf aus zwei Schnellschachpartien.
In den Playoffs wird ein Wettkampf über zwei Blitzpartien gespielt. Endet dieser unentschieden, wird der Zweikampf im selben Modus wiederholt, bis ein Sieger feststeht.
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