"Bobby“ Fischers Idee wird realisiert in
Bad Soden
Vier Vereine präsentieren gemeinsam zum dritten Mal
normales Chess960
Vom 12. bis zum 14. Oktober fand die dritte
Auflage des Main-Taunus-Cups statt. Ausrichter war turnusgemäß in diesem Jahr
der Schachclub Hattersheim, nachdem in den beiden Jahren zuvor der SC Bad Soden
am Taunus und der SC Frankfurt-West diese Aufgabe übernahmen. Das einmalige
Gemeinschaftsprojekt wurde 2005 ins Leben gerufen und auch in diesem Jahr von
den Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 veranstaltet. Die Hauptsponsoren des
Events sind die in der Region ansässige Bank TaunusSparkasse und der
Energieversorger Mainova AG.

Eröffnung

Klaus Blösser (Stadt Bad Soden am Taunus)

Verbandspräsident Dr. Ballo
Im gleichen Atemzug muss man die Stadt Bad
Soden am Taunus nennen, die mit der Bereitstellung der Hasselgrundhalle und der
kompletten Nebenräume einen Löwenanteil leistet. Der Bürgermeister Norbert
Altenkamp hat frühzeitig die besonders intelligente Wirkung des Schachs auf das
Image der „Living Town“ entdeckt, die mit vom Domizil des neuen Weltmeisters,
Schnellschachweltmeisters und Weltranglistenersten, Viswanathan Anand verstärkt
wird – gerne hält er jedes Jahr den Schirm über die junge Veranstaltung.

Der Weltmeister im Taunus

Die Bad Sodener: Organisator Schmitt & Weltmeister Anand

Weltmeister Vishy Anand steht Rede und Antwort
Gespielt wurde bei guten Bedingungen in der
Hasselgrundhalle in Bad Soden und es fanden mit Klaus Bischoff und Viesturs
Meijers, bereits zum dritten Mal beim Main-Taunus-Cup auch wieder zwei
Großmeister und vier Internationale Meister ein - die im übrigen dasselbe
Startgeld bezahlten, wie alle anderen Teilnehmer - den Weg zu diesem Turnier. In
der Spitze war das Turnier wieder exzellent besetzt, bei der Breite wird an der
Aufwärtsentwicklung emsig gearbeitet.


Nicht mit von der Partie war der
Titelverteidiger GM Sergey Galdunts, dafür waren die Stammspieler IM Leonid
Milov und GM Viesturs Meijers dabei. Neu von der Partie waren der in Frankfurt
wohnende Chess Classic Kommentator GM Klaus Bischoff und auch der bekannte
Trainer IM Solonar. Senior IM Klaus Klundt. und IM Boidmann kamen, wie viele
andere Chess960-Liebhaber, auch aus größerer Entfernung zum Main-Taunus-Cup,
nicht zu letzt wegen des prall gefüllten Preistopfs, den die Sponsoren zum
größten Teil zur Verfügung stellen und der perfekten Organisation, bzw. des
familiären Ambientes.

Blick in den Turniersaal - Dr Reinhard Zunker - Prof. Dr. Bernd Schwarz
Doch was trieb die Schachspieler an den
Taunus? Chess960! Und das bedeutete, dass die Stellungen fünf Minuten vor Beginn
der Partie unter 960 verschiedenen Positionen ermittelt wurden, wobei mit dem
Zufallsgenerator bei Fritz9 und 10, Shredder10, Rybka usw., sowie einer neu
entwickelten digitalen Uhr oder wie in Bad Soden mit einem einfachen
zehnflächigen Würfel, der die Ziffern 0 – 9 trägt, und schließlich über die
Startposition entscheidet. Der Name leitet sich aus den 960 Möglichkeiten die
Figuren aufzustellen her und die uns seit ca. 500 Jahre bekannte Position 518
verhält sich voll kompatibel zu allen anderen.
Es gilt lediglich drei Regeln zu beachten:
1. die Läufer müssen auf ungleicher Farbe stehen, 2. der König muss zwischen den
Türmen stehen und die weiße und schwarze Figurenanordnung muss spiegelgleich
sein – nichts weltbewegendes also, aber die Theorie nutzt nicht mehr viel,
sondern ganz normales Schachverständnis und Basiswissen. Die Bauern bleiben
natürlich auf der zweiten bzw. siebten Reihe wie gehabt. Die g- und c-Rochade
ist aus der Stellung 518 bekannt. (Im Download-Bereich der Chess Tigers-Homepage
gibt es die Chess960-Regeln zum Herunterladen).

Siegerehrung 3.Main-Taunus-Cup 2007
v.l.n.r.: Wienecke, Rauschenbach, Busche, Bettenbühl, (alle Organisation) - GM
Bischoff (2.), IM Solonar (5.), GM Meijers (3.), IM Milov (Sieger), Drill (8.),
Zuyev (4. und Hessenmeister), Hagenbach (7.), FM Vogler (11.) IM Klundt (12.),
FM Issermann (13.), IM Boidmann, (6.) Schmitt (Chess Tigers) und Klaus Blösser
(Stadt Bad Soden am Taunus)