Anatoly Karpov im deutschen Fernsehen

von André Schulz
18.12.2017 – Am Samstag war Anatoly Karpov Gast bei der ARD-Show "Klein gegen Groß" und wetteiferte mit dem neunjährigen Adam aus Österreich im Erkennen von Schlussstellungen von Weltmeisterschaftspartien. Karpov war nicht besser, aber im entscheidenden Moment ein Ticken schneller.

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Schachwerbung im deutschen Fernsehen

Das deutsche Fernsehen, und das gilt für alle Sender, ist nicht gerade vorne, wenn es darum geht, Schach zu zeigen. Bisweilen werden sogar Weltmeisterschaften verschlafen. König Fußball beherrscht hierzulande eben fast alles. Am Samstag gab es aber eine schöne Schachwerbung zu besten Sendezeit. In der ARD-Show "Klein gegen Groß" treten Kinder in ausgewählten Disziplinen gegen Profis und Experten an und oft sind sie besser als die Erwachsenen.

Der neunjährige Adam forderte nun keinen Geringeren als Anatoly Karpov im Schach heraus, genau genommen im Wissen um die Schachgeschichte. Im dem Wettstreit ging es darum, die Schlusstellungen der jeweils letzten Partie der klassischen Weltmeisterschaftskämpfe zu erkennen und die Daten zu nennen, die beteiligten Spieler und das Jahr. 

Karpov und Adam lieferten sich ein Duel auf Augenhöhe. Beide erkannten die vier Schlusstellungen, die man ihnen zeigte, mühelos. Im Stechen war Karpov dann eine Nanosekunde schneller beim Drücken des "Buzzers" und gewann so den spannenden Wettkampf, der das Publikum und die anderen Studiogäste verblüffte.

Die Sendung vom 16.12.2017 in der ARD-Mediathek (noch bis 23.12)

 

Klein gegen Groß (Screenshot)

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Adam (Klein) gegen Anatoli Karpov (Groß) ab ca. Minute 57:33

 




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Falk Falk 28.12.2017 08:33
@Arelius
Hast du richtig erkannt. Die Stellungen wurden einfach aufgebaut und es wurde nicht bis zu der Stellung die Partie nachgespielt. Sieht man ja nicht sofort.
Aber mal im Ernst: Außer dass es für Herrn Karpov viel zu leicht war - was bitteschön war daran nicht echt? Dass der "Kleine" noch nicht viel Blitzschach gespielt hat und deshalb noch nicht genug Buzzer-drücken trainiert hatte?
Arelius Arelius 21.12.2017 02:33
Das war natürlich alles nicht echt sondern für das Fernsehen extra gestellt. Wie eben so oft. Aber der TV-Zuschauer glaubt daran und so soll es ja auch sein. Trotzdem eine kleine Werbung für das königliche Spiel.
blathy blathy 20.12.2017 09:57
Schöner Wettkampf!
Die Idee wurde allerdings vor einiger Zeit schon ähnlich beim "Superhirn" (?) gezeigt, dort sogar mit Nachspielen der letzten drei Züge. Aber was soll's, eine wiederholte Schach-Popularisierung ist allemal besser als gar keine.
Anton46 Anton46 19.12.2017 03:44
Es ist aussichtslos Schach im deutschen TV populär zu machen. Gerade in Firmen tifft man oft Leute die Schach sogar verhöhnen (eben nix im Hirn), solche Sendungen schalten diese Leute natürlich sofort ab.
Schachspieler2 Schachspieler2 19.12.2017 11:42
Ursprünglich sollte ja Vincent Keymer gegen Karpov antreten, aber seine Eltern waren gegen den Medienrummel. Schade!
Clemens_Allwermann Clemens_Allwermann 19.12.2017 09:21
Herr Karpov kam sehr sympathisch rüber. Allerdings ist vom Jungen auch nicht so eine Wahnsinnleistung, oder? Er musste vielleicht sich 50 Stellungen merken mit Namen und Jahr, das liegt allemal drin.
DerÖlbaron DerÖlbaron 19.12.2017 08:28
Es hat sich nur ein kleiner Fehler eingeschlichen: Gezeigt wurde die Schlussstellung der 48.Partie des 1.WM-Kampfes Karpov/Kasparov 1984/85. Beide erkannten dies und Kai Pflaume sagte, Karpov hätte damit den WM-Titel verteidigt. Stimmte leider nicht, denn Kasparov gewann diese 48.Partie und danach wurde der Titelkampf ergebnislos abgebrochen. Neuauflage im Herbst 1985 und da gewann dann Kasparov !
eminenz eminenz 18.12.2017 07:21
Man sollte im Fernsehen viel öfter für das Spiel werben und dabei vor allem die jungen Menschen begeistern.
Ich beobachte mit Hochachtung Sebastian Siebrechts Bemühungen um die Jugend.
Und Hochachtung vor Hr. Karpov.
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