Angebote, die man nicht ablehnen kann - <br> Interview mit Pavel Eljanov

09.07.2010 – Pavel Eljanov ist der Shooting Stars der Schachszene. Der 27-Jährige katapultierte sich durch herausragende Turnierleistungen innerhalb von einem Jahr von Platz 21 auf den achten Rang der FIDE-Weltrangliste. Der Sieg beim kürzlich beendeten Grand Prix-Turnier in Astrachan dokumentiert den aktuellen Leistungsstand des Ukrainers. In einem ausführlichen Interview mit Anastasiya Karlovich erzählt der Super-Großmeister, wie er zum Schach kam, wer ihn im Laufe seiner Karriere geholfen hat und warum er sich entschloss Schachprofi zu werden anstatt wie seine Frau Elena, ebenfalls Schachspielerin, als Anwalt zu arbeiten. Zum Interview...

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“Er hat mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte!”
Interview mit Pavel Eljanov

von Anastasiya Karlovich

Pavel Eljanov, aktuelle Elo-Zahl 2755, Nummer 8 der aktuellen Weltrangliste.

Pavel Eljanow wurde am 10. Mai 1983 in Charkow in der Ukraine geboren und wurde im Jahr 2000 Internationaler Großmeister. Vor kurzem gewann er das sechste FIDE Grand Prix Turnier mit einer Elo-Performance von 2809.

Im Laufe seiner Karriere hatPavel Eljanov hat  zahlreiche Turniere gewonnen, u. a. Poljanitsa-Zdruj, Linares (Gruppe B), Andorra, Montreal im Jahre 2006, Wijk aan Zee, (Gruppe B) im Jahr 2007 sowie das Bosna-Turnier 2008. Eljanov war auch Mitglied der Ukrainischen Mannschaft, die die 36. Schacholympiade 2004 gewonnen hat.

Für das folgende Interview haben wir uns in einem Café in Charkow getroffen. Als ich ins Café kam, konzentrierte sich Pavel gerade auf sein Handy und suchte nach Flügen nach Kroatien, wo er im September in der kroatischen Liga spielt.

Pavel, organisierst du deine Reisen selber?

Ja, meistens kümmere ich mich selber um die Planung meiner Reisen. Mittlerweile habe ich so viel Erfahrung, dass ich ein Reisebüro eröffnen könnte (lacht).

Es ist schon über einen Monat her, dass du den Grand Prix in Astrachan gewonnen hast. Hat sich in deinem Leben dadurch etwas verändert? Sprechen dich Medien und Journalisten jetzt häufiger an?

Generell hat sich nichts geändert. Ich habe nicht den Eindruck, als ob mich Journalisten häufiger kontaktieren. In Astrachan habe ich keinen Schachjournalisten getroffen. Auch in der Ukraine fand das Ganze wenig Beachtung. Ich selbst habe ein paar Artikel für Schachzeitungen wie “64” aus Russland und “New in Chess” geschrieben. Ich hatte auch nicht den Eindruck, als ob mir die lokale Presse besondere Aufmerksamkeit schenkt. Vor ein paar Tagen rief mich eine Journalistin der Lokalzeitung “Time” an und fragte mich nach einem Interview. Da ich gerade beschäftigt war, bat ich sie, mich zehn Minuten später noch einmal anzurufen, aber sie rief überhaupt nicht zurück und hat den Auftrag, den ihr der Redakteur gegeben hat, wahrscheinlich nicht erfüllt.

Wie siehst du dein Ergebnis jetzt, nachdem das Turnier schon mehr als einen Monat zurückliegt?

Ich bin mit dem Ergebnis und mit der Qualität meines Spiels zufrieden. Natürlich kann man einen solchen Erfolg nicht planen, aber ich hatte das Gefühl, die Bedingungen stimmen und ich konnte ein gutes Ergebnis erzielen.

Alle Grand Prix Turniere wurden nach Sofia-Regeln gespielt. Was hältst du davon? Verhindern sie schnelle Remis?

Nun, ich mache überhaupt nie gerne schnell Remis. Wenn ich das Formular unterschreibe und weniger als 20 Züge gemacht wurden, dann habe ich immer das Gefühl, etwas sei nicht zu Ende geführt worden, und ich fühle mich verantwortlich, nicht nur gegenüber dem Publikum, sondern auch mir selbst gegenüber. Das ist kein schönes Gefühl und deshalb versuche ich immer bis zum Ende zu kämpfen und mache meistens erst in Stellungen Remis, die “tot” sind. Wenn die Turniersituation es verlangt, dann kann ich natürlich auch einmal ein Remis machen, denn schließlich ist das ein Wettbewerb.

Was die Sofia-Regeln betrifft, so ich muss sagen, dass ich von Anfang an dagegen war, weil es schwierig ist, alle Partien mit gleicher Kraft zu spielen. Ich kann verstehen, wenn jemand auf Gewinn spielen will und kein Remis anbietet, aber diese Regeln lassen einem keine Wahl.

Allerdings muss ich zugeben, dass bei manchen Turnieren, an denen nur sechs Spieler teilnehmen, zum Beispiel Linares, nach anderthalb Stunden bereits zwei der drei Partien beendet sind. Das ist für das Image des Schachs eine unhaltbare Situation! Und das ist die positive Seite der Sofia-Regeln. Die Spieler müssen spielen und können keine schnellen Remis machen.

Zugleich nimmt der Druck bei den Turnieren immer mehr zu und die Grand Prix Turniere sind für die Spieler sehr anstrengend (meiner Erfahrung nach). Vielleicht lautet die Lösung, dass es bei den Turnieren mehr Ruhetage gibt. Der Kampfgeist hängt aber auch vom Charakter der einzelnen Spieler ab. Manche von ihnen würden auch ohne Sofia-Regeln nie schnell Remis machen. Zum Beispiel wurden beim Turnier in Bazna (Rumänien) die meisten Partien ausgekämpft.

Was ist dein nächstes Ziel, nachdem du jetzt zu den Top Ten der Welt zählst?

Als Achter der Weltrangliste würde ich natürlich gerne in starken Turnieren spielen und sehen, was ich kann. Es war ein großes Glück, dass ich in den letzten zwei Jahren in den Grand Prix Turnieren spielen konnte. Eine bessere Gelegenheit, gegen so starke Spieler antreten zu können, hätte ich sonst schwerlich erhalten. Es gibt nicht allzu viele starke Turniere in der Schachwelt und 2008 hatte ich in meiner Karriere eine Art Krise. Diese Turniere haben mir sehr dabei geholfen, mein Niveau zu halten.

Nach Astrachan hast du am ACP World Cup in Odessa teilgenommen. Wie beurteilst du dieses Turnier und dein Ergebnis dort?

Die Organisation des Turniers in Odessa wird von Jahr zu Jahr besser. Dieses Jahr war sie hervorragend! Vadim Marakhovskiy, ACP-Präsident und Hauptorganisator des Turniers, ist mit Herz und Seele dabei.

Was mein Spiel betrifft, so musste ich gleich in der ersten Runde gegen Alexander Moiseenko antreten, mit dem ich befreundet bin. Aber ich glaube, Freundschaft hat auf den Kampf am Brett keinen großen Einfluss, also haben wir einfach gespielt. In der zweiten Runde hat Jakovenko verdient gegen mich gewinnen. Er hat das ganze Turnier über sehr stark gespielt und meiner Meinung nach verdient gewonnen.

Ich glaube, nach dem Grand Prix war ich zu entspannt und hatte natürlich auch nicht genug Energie.


"Runder Tisch" in Odessa

Alle Teilnehmer in Odessa konnten den neuen Präsident des Ukrainischen Schachverbands kennen lernen, Viktor Kapustin. In einem vorherigen Interview hast du einmal gesagt, du wirst vielleicht den Schachverband wechseln, so wie es Karjakin gemacht hat. Was denkst du über die Veränderungen im Ukrainischen Schachverband und suchst du immer noch nach einem anderen Verband?

Ich glaube, die Zeit ist gekommen, meine Karten auf den Tisch zu legen. Tatsächlich wollte ich nie für einen anderen Verband spielen, ich habe einfach geblufft. Jahrelang war Viktor Petrov Präsident des Ukrainischen Schachverbands und die letzten zwei Jahre seiner Tätigkeit kann man als sehr schlecht beurteilen.

Deshalb wollte ich dem Verband einfach mit einem möglichen Wechsel drohen. Ehrlich gesagt würde ich über einen Wechsel auch tatsächlich ernsthaft nachdenken, wenn man mir ein so attraktives Angebot machen würde, wie man es Sergey Karjakin gemacht hat. Aber wenn es sich um einen Wechsel zu einem anderem Verband dreht, der meine finanzielle Situation nur leicht verbessert, dann ist das für mich nicht interessant. Erstens spiele ich gerne für die ukrainische Nationalmannschaft, da dort eine sehr gute Atmosphäre herrscht, und zweitens möchte ich nicht gerne in ein anderes Land ziehen und meine Staatsbürgerschaft ändern.

Ich hoffe, durch die Präsidentschaft von Viktor Kapustin ändern sich ein paar Dinge und tatsächlich sehen wir bereits ein paar dieser Änderungen. Ich weiß, dass er bereits alle Schulden des Verbands bezahlt hat, die der vorherige Präsident hinterlassen hat, und dass der Verband jetzt in ein neues Büro umgezogen ist, das, wie ich gehört habe, deutlich eindrucksvoller ist.

Ich hoffe, dass die besten Spieler der Ukraine bei der Olympiade in der Nationalmannschaft antreten werden, und Viktor Kapustin hat bereits Schritte unternommen, um dafür zu sorgen.

Eine Frage zur ukrainischen Meisterschaft. Ich habe gehört, sie soll in deiner Heimatstadt Charkow stattfinden. Welcher Preisfonds wird die besten Schachspieler des Landes in den Turniersaal locken?

Ich glaube, wir sollten uns an den Russischen Meisterschaften als gutes Beispiel orientieren. Sie haben ein gutes System, das aus offenen Turnieren, Finalturnieren und dem Superfinale besteht. Der Preisfonds für das Superfinale der Russischen Meisterschaft beträgt ungefähr 100.000$ und ich glaube, der Ukrainische Schachverband sollte in ähnlichen Größenordnungen denken. Wenn die besten Spieler der Ukraine an der Meisterschaft teilnehmen, dann wird sie so stark wie die Russische Meisterschaft sein.

Kommen wir zum Beginn deiner Schachlaufbahn. Weißt du noch, wie du angefangen hast, Schach zu spielen?

Ich hatte das Glück, in eine Schachfamilie hinein geboren zu werden und meine Eltern haben meinen Wunsch, Schach zu spielen, immer unterstützt. Meine Mutter hat mich von Beginn an unterstützt, sie hat mir die Regeln beigebracht und anschließend haben wir die Grundlagen mit Hilfe des berühmten Buchs von Ivashenko studiert. Wahrscheinlich ein gutes Buch (lacht).

Meinst du, jeder, der dieses Buch studiert, kann so gut spielen wie Pavel Eljanov?

Ich glaube, 90% aller Anfänger fangen ihr Schachstudium mit diesem Buch an...

Am Anfang bin ich schnell besser geworden, aber als ich acht oder neun war, habe ich plötzlich das Interesse verloren.

Dann hat mir die Zusammenarbeit mit meinem Trainer Anatoliy Astrakhancev (ein Zusammenhang mit Astrachan?) geholfen, die Norm eines Meisterkandidaten zu erzielen. Natürlich hat mein Vater mich die ganze Zeit finanziell unterstützt und mir geholfen, im Schach besser zu werden.

1995 hatte er die Idee, Bücher von Mark Dworetsky zu veröffentlichen. All diese Bücher habe ich mehrfach studiert, bevor sie veröffentlicht wurden und so war ich auch einer der Korrektoren. Alexander Moiseenko und ich haben Varianten geprüft und die ersten Bücher mindestens fünf Mal gelesen, also kann ich durchaus behaupten, ich habe sie mit der Muttermilch aufgesogen.

Danach hatte keinen Trainer, aber ich habe zusammen mit Zakhar Efimenko und Alexander Moiseenko studiert und allein gearbeitet. Seit 1997 bin ich Mitglied im Schachklub der juristischen Fakultät. Ich war der Jüngste und es war eine großartige Erfahrung für mich, mit erfahrenen Spielern wie Alexander Zubarev, Eduard Andreev und anderen zu spielen.

Du hast deinen Abschluss an der nach Jaroslaw dem Weisen benannten Juristischen Fakultät gemacht. Wann hast du beschlossen, lieber Schachprofi als Anwalt zu werden?

Vor kurzem war ich auf einem Klassentreffen meiner alten Schule. Und mein Russischlehrer zeigte mir einen Aufsatz, den ich mit 15 geschrieben habe. Plötzlich sah ich, dass ich geschrieben hatte, dass ich gerne Schachspieler sein und mein Leben lang gerne Schach spielen würde. Natürlich habe ich einen solchen Aufsatz nicht erinnert und ich bin nicht sicher, dass er bewusst geschrieben wurde.

Ich glaube, ich habe beschlossen, Schach ernster zu nehmen, als ich im Jahr 2000 GM wurde. Ich habe mich Schritt für Schritt entwickelt und hatte Phasen des Auf und Abs. Ich bin auf Elo 2600 gekommen, aber ich kann nicht sagen, dass ich Schach professionell studiert hätte. 2004 habe ich ein paar Turniere gewonnen und wurde in die Nationalmannschaft berufen.

Zu dieser Zeit tauchte die neue, begabte, ehrgeizige und junge Generation in der Ukraine auf. So lag der Altersdurchschnitt der Mannschaft, die aus Ivanchuk, Ponomariov, Volokitin, Moiseenko, Karjakin und mir bestand bei nur 21 oder 22 Jahren. Damals sorgten wir für eine wirkliche Sensation, als wir die Olympiade ohne große Erfahrung, aber mit viel Begeisterung und Energie gewonnen haben. Ich muss zugeben, dass die russische Mannschaft viel stärker war und Mannschaften wie Armenien und Aserbaidschan damals noch nicht mit Russland mithalten konnten. Nach einem solchen Sieg war ich stark motiviert, mich weiter und weiter zu entwickeln.

Was war dann der nächste Schritt?

2004 lud mich Boris Gelfand ein, ihm bei der Vorbereitung auf seine Wettkämpfe zu helfen. Er hat mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte! (lacht) Das Wichtigste dabei war nicht einmal der finanzielle Aspekt, sondern die Chance, mit einem Spieler dieses Kalibers zu arbeiten. Verglichen mit Gelfands Einstellung zum Schach und zur Vorbereitung würde ich sagen, ich war damals nur ein semi-professioneller Schachspieler, aber ich muss sagen, ich habe eine Menge von ihm gelernt.

Wie motivierst du dich während der Partie?

Nun gut, ich bin nicht grundsätzlich zornig und ich werde auch nicht zornig, wenn ich meine Gegner anschaue. Was meine Motivation betrifft, so beruht sie wahrscheinlich auf meiner Liebe zum Schach. Mir gefallen die unterschiedlichen Ideen, der Kampf der Konzepte. Aber natürlich geht es mir um das Ergebnis! Wahrscheinlich habe ich einen Killerinstinkt, der mir hilft, Partien zu gewinnen. Ich versuche auch, viel zu Hause zu arbeiten und die Stellungen zu finden, in denen ich einfach spielen kann. Stellungen, in denen man nicht einfach tiefer und tiefer bis zum Ende analysieren kann. Ich versuche auch, Stellungen zu finden, die die Gegner nicht kennen.

Ist das auf so einem Niveau noch möglich? Wie wir alle sehen können, entscheidet die Vorbereitung oft über den Ausgang der Partie.

Ja, es stimmt, es ist nicht so leicht, dunkle Gassen zu finden, in die man die Gegner locken kann. Aber ich kann sagen, dass Schach immer noch unerschöpflich ist und niemand weiß, wie eine Partie zu Ende gehen wird. Selbst hochklassige Computer können nicht mit Sicherheit sagen, wie es ausgehen wird, wenn sie gegen einander spielen. Man kann Schach also weiterhin getrost als Rätsel bezeichnen.

Welche Interessen hast du außerhalb des Schachs?

Da ich so viel auf Reisen bin, versuche ich zwischen Turnier und Trainingssitzungen mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Außerdem habe ich einen Labrador namens Chester. Das ist eine englisch-amerikanische Züchtung und ich habe ihn so getauft, weil das aristokratisch klingt und nah am englischen Wort für Schach – “chess” – ist.


Pavel kommt gerne in der Schachklub der Juristischen Fakultät, um mit Schachfreunden “Monopoly’ zu spielen.

Ich glaube, es gibt auch eine Zigarettenmarke und Schuhe mit dem Namen Chester…

Nun ja, eigentlich wollte ich keine versteckte Werbung machen (lacht). Ich gehe außerdem ins Fitnessstudio, gehe Schwimmen und spiele Fußball. Seit kurzem besuchen meine Frau und ich einen Englischkurs.

Manche Schachspieler und Fans bewundern deinen interessanten Kleidungsstil. Wer hilft dir bei der Auswahl deiner Kleidung und was hältst du vom Dresscode bei Schachturnieren?

Normalerweise kümmert sich meine Frau um mein Image. Aber sie gibt zu, dass die meisten Sachen, die ich zum Anziehen kaufe, ebenfalls akzeptabel sind (lacht). Generell ziehe ich lässige Kleidung vor, Jeans, Mode-T-Shirts. Ich mag keine Anzüge und hasse Krawatten, aber bei Eröffnungs- und Abschlussfeiern komme ich immer mit Anzug und Krawatte. Ich würde sagen, dass ist eine Art ungeschriebener Regel, die wichtig ist. Manchmal legt der Vertrag mit den Veranstaltern den Dress-Code fest und natürlich halte ich mich daran.


Pavel und seine Frau Elena

Wo wir von deiner Frau reden, wie hilfreich ist es, dass sie früher selbst Schach gespielt hat?

Natürlich ist es wichtig, dass sie versteht, was ich mache. Aber gleichzeitig bin ich froh, dass sie aufgehört hat, professionell Schach zu spielen. Ich war derjenige, der ihr geholfen hat, den schwierigen Entschluss zu fassen, mit dem Schach aufzuhören und einen, ehrlich gesagt, normalen Beruf zu ergreifen. Natürlich gab es viele Tränen und sie wollte weiter spielen… Jetzt arbeitet sie als Anwältin in einer soliden Firma und bereut ihre Entscheidung nie.

Verfolgt sie deine Partien während eines Turniers? Sprecht ihr hinterher über deine Partien?

Ja, natürlich verfolgt sie meine Partie, normalerweise benutzt sie dabei Rybka. Manchmal fragt sie deshalb, warum ich gerade den und nicht einen anderen Zug gespielt habe.

Was sind deine nächsten Pläne? Wo wirst du spielen?

Mein nächstes Turnier ist ein offenes Turnier – der “Politiken Cup” in Dänemark. Vor zwei Jahren habe ich da das erste Mal gespielt. Das ist ein großes Open, wo viele Amateure teilnehmen, die meisten aus Skandinavien. Mir gefällt es da sehr, es ist eine Art Studentencamp in der Nähe eines Sees und es gibt viele Möglichkeiten Sport zu treiben: Golf, Tischtennis, etc. Ich habe im Winter beschlossen, an diesem Turnier teilzunehmen, als mir der Organisator gute Konditionen angeboten hat.

Aber viele Schachspieler deines Niveaus ziehen es vor, nicht an offenen Turnieren teilzunehmen.

Ich glaube, meine hohe Elo-Zahl ist kein Grund, nicht am Turnier teilzunehmen. Erstens ist das nicht korrekt, denn ich habe eine Vereinbarung mit dem Organisator getroffen, und zweitens bin ich sehr froh, dort spielen zu können, denn lange Zeit ohne Praxis zu sein, ist nicht gut.

Jetzt, wo die Schachwelt kurz vor den Wahlen steht, gehen viele Schachspieler in die Politik. Würdest du dich gerne einer politischen Gruppierung anschließen?

Nein, ich habe bestimmte Ziele im Schach und ich möchte meine Zeit nicht mit Politik verbringen. Ich mag Politik generell nicht. Ich glaube, wenn jemand in die Politik geht, dann gehört er nicht mehr sich selbst.

 

 

 

 

 

 

 



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