Angreifen mit dem Budapester Gambit

06.09.2006 – Das nach 1.d4 Sf6 2.c4 e5 entstehende Budapester Gambit gehört zu den wenigen "echten" Gambits, das als Überraschungswaffe gelegentlich auch auf Topturnieren anzutreffen ist. In der Tat stellt Schwarz seinen Gegner mit 2.e5 vor eine unangenehme Entscheidung. Hält Weiß den Gambitbauern fest, dann bekommt Schwarz gefährliche Initiative. Aber auch in den ruhigeren Systemen gibt es viel Spielraum für phantasievolle Angriffspieler. Rezensent Marcus Wegener zeigt sich von Dmitrij Oleinikovs CD sehr angetan und hebt hervor, dass der Autor stets seine Zielgruppe im Auge behält. "Er hat immer im Blick, für wen er diese CD macht, nämlich den durchschnittlichen Vereinsspieler. Deswegen hält seine CD viele Informationen bereit, die für unsereinen wichtig sind, die man aber häufig in Eröffnungswerken vermisst."Oleinikov: "Budapester Gamit" im Shop kaufen...Zur Rezenison...

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Dmitrij Oleinikov „Budapester Gambit“ CD, 2. Auflage 
Rezension von Marcus Wegener 

"Das Budapester Gambit entsteht nach 1.d4 Sf6 2.c4 durch den Zug 2...e5!? entsteht, mit dem der Nachziehende einen Bauern opfert. Dabei konzentriert sich die vorliegende CD nach 3.dxe5 auf die schwarze Antwort 3...Sg4, das noch riskantere Fajarowicz-Gambit mit 3...Se4 steht nur als Partienmaterial, aber nicht kommentiert zur Debatte. Zwar wurden dem Budapester Gambit gelegentlich auch allerhöchste Großmeisterweihen zuteil (so spielte es z.B. Short als Nachziehender in der ersten Runde seines Kandidatenkampfes 1992 gegen Karpow, Karpow gelang jedoch ein Sieg in einer Musterpartie) und eine direkte Widerlegung existiert bisher noch nicht, auf höchster Ebene ist es jedoch praktisch nicht anzutreffen. 



Dies sollte unsereinen allerdings keineswegs davon abbringen, zu einer solchen Spielweise zu greifen, denn wir werden nur gelegentlich Karpow oder anderen Koryphäen gegenübersitzen. Stattdessen gelten für uns andere Kriterien, nach denen wir unsere Wahl der Eröffnung richten sollten. Die wichtigsten wären: „Mag ich so eine Spielweise?“ und „Krieg ich das auf’s Brett?“ Wie man sich bei einer Gambiteröffnung denken kann, ist das Budapester Gambit für Spieler geeignet, die gerne aktiv-taktisch spielen und dabei auch vor einem zeitweiligen materiellen Nachteil nicht zurückscheuen. Eine gewisse Gedächtnisleistung ist bei solchen Eröffnungen allerdings vonnöten. Hinsichtlich der Praxisrelevanz braucht man sich beim Budapester Gambit nur wenig Sorgen zu machen, da 2.c4 immer noch die Hauptantwort der Anziehenden auf 1...Sf6 darstellt.



Um es vorwegzunehmen: Wer damit liebäugelt, das Budapester Gambit in sein Repertoire aufzunehmen, kommt an dieser CD nicht vorbei. Am meisten hat mich die Kundenfreundlichkeit Oleinikovs beeindruckt: Er hat immer im Blick, für wen er diese CD macht, nämlich den durchschnittlichen Vereinsspieler. Deswegen hält seine CD viele Informationen bereit, die für unsereinen wichtig sind, die man aber häufig in Eröffnungswerken vermisst. 


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So verwendet Oleinikov ein ganzes Kapitel darauf, dem Leser auch die merkwürdigsten Abweichungen vorzustellen, auf die Weißspieler verfallen können, wenn sie unvorbereitet mit dem Gambit konfrontiert werden und der Vorbereitung des Gegners ausweichen wollen. In vielen Publikationen finden solche Nebenvarianten häufig keine Erwähnung, weil sich die schreibende Schachelite mit ihnen nicht mehr abgibt.

Dem Anwender stehen außerdem zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, sich dem Thema anzunähern, worauf Oleinikov in einem einführenden Text auch hinweist. Das Herzstück der CD bildet die „Instructor“-Datenbank. Hier wird man in 13 Kapiteln Schritt für Schritt durch die Geschichte und die wichtigsten Abspiele des Budapester Gambits geführt. Getreu der Maxime „Weniger ist mehr“ belässt es Oleinikov bei den zentralen Partien und Ideen, was das Studium zu einer kurzweiligen Angelegenheit macht. Selbstverständlich sind dabei zum besseren Einprägen wichtige Punkte und Figurenpfade in den entscheidenden Momenten der Partien farbig markiert. Insgesamt enthält der Instructor etwa 200 Partien, davon ein Großteil sehr sorgfältig und ausführlich kommentiert. 

Oleinikovs Herz schlägt natürlich für den Gambitspieler, trotzdem übertreibt er es mit seiner Sympathie nicht und macht auch auf Schwächen oder Risiken für Schwarz aufmerksam. Auch in den Partienkommentare und Texten hat Oleinikov immer den Anwender im Auge und weist auf Fallen hin, in die seiner Erfahrung nach Weiß oder Schwarz gerne hineintappen oder macht auf Varianten aufmerksam, die der Schwarzspieler meiden sollte. Für das weitergehende Studium steht noch eine Datenbank mit über 13.000 Partien zur Verfügung, drei kleine Trainingsdatenbanken mit Aufgaben zu typischen Fallen, Kombinationen und strategischen Entscheidungen runden die Sache ab.

Insgesamt ein sehr angenehmes Produkt von ChessBase, das sein Geld wert ist. Nach dem Studium dieser CD wird der Anwender gut gerüstet in seine nächste Schwarzpartie gehen"

Zur Originalrezension von Marcus Wegener




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