Argentinien!

11.10.2005 – Die Hauptattraktion in Argentinien ist das Land selbst. Wer hier etwas sehen will, muss vor allem viel Zeit mitbringen und sollte bei seinen Exkursionen mit einem geländegängigen Wagen ausreichend Proviant und Wasser nicht vergessen. Nur damit und viel Gottvertrauen sind die verschlungenen Pfade bis in die Gipfel der Anden zu überstehen. Auch sonst gibt es viel zu bestaunen, was dem europäischen Besucher fremd vorkommen mag. Zum Bespiel Pferdewetten, bei dem zwar nur zwei Pferde starten, dafür mit zwei Stunden Verspätung. Am Ziel sorgt eine Zielkamera dafür, dass über den Ausgang des Rennens kein Streit entsteht. Der Fortschritt ist auch hier nicht aufzuhalten. Schachtourist Olaf Heinzel berichtet von der gegenüber liegenden Seite des Globus. Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Argentinien!
Von Olaf Heinzel

Wie ist das Leben in Argentinien? Der durchschnittliche Arbeitslohn in Argentinien liegt bei 600-800 Peso. 350 Peso sind 100 Euro. 1 Liter Bier – und es gibt hier gutes einheimisches Bier oder Warsteiner aus Deutschland  - kostet höchstens 3 Peso. Um sich ein paar Bier zu verdienen lassen sich die Einheimischen einiges Einfallen. Das Halten mit dem Auto an einer Ampel bietet einige Vielfalt! Das Waschen der Frontscheibe kennt man auch aus den osteuropäischen Ländern. Reklametafeln hoch halten eher selten. Verkauf von Obst und Zeitung ist hier an der Tagesordnung.

Reinigen des Autos, während man im Supermarkt seinen Einkauf tätig ist auch eine gute Verdienstmöglichkeit:

Die bekannteste Version ist natürlich der Schuhputzer. Wenn man glaubt, dass Schuhputzer eine Notlösung ist, dann irrt man gewaltig! Ein Schuhputzer nimmt 3 Peso, d.h. bei 10 Kunden am Tag liegt er schon über den Durchschnittslohn. Und wenn er den Hut von meinem Fahrer Henry wichst, dann brauch er auch nur 6 Kunden.

Hartz IV ist in Argentinien kein Thema. Die Argentinier neben alles selbst in die Hand. Als im April diesen Jahres die Steuern in der Provinz erhöht wurden und zusätzlich auch noch Entlassung durchgeführt wurden, wurden fast alle Scheiben des Finanzministerium eingeworfen. Somit hatten zumindest die Glaser genügend  Arbeit!


Das Finanzministerium, nun wieder mit Scheiben

Eine andere Alternative, aber dafür auch riskanter, an Geld zu kommen ist das Wetten. Nach Fußball ist Billardspielen und Pferderennen das größte Hobby des Argentiniers. Auf dem Lange organisiert i.d.R. ein Privatmann auf einen Feld die Rennen. Es laufen im Allgemeinen nur 2 Pferde gegeneinander. Nachdem ich 8 Peso Eintrittgeld hingelegt habe ging es 2 Stunden später als angekündigt los. Normal in Argentinien.


Also erst einmal aus den Kühlschränken ein Getränk ordern.


Mein kleines Getränk – eine Dose Fernet mit Cola


So jetzt die Wette platzieren.


Der Stadionsprecher und im Hintergrund das Wettbüro

Damit auch der Sieger korrekt ermittelt werden kann, wird mit Zielfoto gearbeitet.


Die Kamera


Das Ergebnis

Das große Rennen wird angekündigt. Selbstverständlich setze ich auf „ Bambi“.


Selbstverständlich wird „Bambi“ Zweiter. Zur Freude von einigen Anderen.

Für Sehenswürdigkeiten muss man in Argentinien Zeit haben, da das Land selbst mit seinem unterschiedlichen Klima- und Landschaftszonen die Attraktion ist. Argentinien erstreckt sich vom Norden nach Süden über 5100 km und von Osten nach Westen über 1420 km. 37 Mio. Einwohner teilen sich das riesige Land, wobei alleine 12 Mio. in Buenos Aires leben.

Ich habe bei meiner 4-Tages-Tour von San Luis über die Anden nach Mendoza in der Wüste vor San Juan ( Nachbarprovinz von San Luis ) 51,5 gehabt.


Blick auf die Anden und vor dem Fuße der Anden kann man einen Sandsee erahnen



Der Sandsee

Am nächsten Tag in den Anden auf 3200 m Höhe, im Tal von dem König der Berge, dem Aconcagua (6960m) bin ich in einem kleinen Schneesturm geraten.
 

Doch die Argentinier hoffen nicht auf Schnee, sondern sehnen sich nach Wasser. Daher wird die Heilige des Wassers mit leeren Flaschen beglückt.

Es handelt sich nicht um einen überfüllten Flaschencontainer

Die Container sehen hier so aus:

Nach dem Schneesturm wird an der Kapelle erst einmal gebetet. Denn jetzt geht es 365 Kurven Bergab nach Mendoza. Die Straßenlage hat sich durch die Schneeschmelze und die damit verbundenen Geröllfelder oder Wasserlöcher nicht verbessert.

Die ersten Weinstöcke kündigen Mendoza an. Neben Wein ist Mendoza auch die Obstkammer Argentiniens.

Leider bleibe ich auch in Mendoza wieder nur eine Nacht, da die Arbeit für Hintergrundberichte /-Bilder zur WM auch gemacht werden muss.

Dass diese Aufgabe nicht so langweilig ist, wie bei gut organisierten Turnieren in Europa, zeigt das nachfolgende Foto:


Ein Journalistenkollege hat sich sein Telefon zusammengebastelt. Links die Batterie. Wir befinden uns, nebenbei erwähnt, im Pressezentrum der Schach-WM!!!

Liebe Grüße aus Argentinien sendet Olaf Heinzel.

 

 

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren