Armenische Meisterschaft: Gabuzyan bleibt vorne

von Klaus Besenthal
20.02.2021 – Bei der armenischen Meisterschaft in Eriwan ist am Samstag die fünfte der insgesamt elf Runden gespielt worden. Dem zuvor bereits führenden Großmeister Hovhannes Gabuzyan ist dabei gegen Mamikon Gharibyan, den einzigen IM im zwölfköpfigen Teilnehmerfeld, ein weiterer Sieg gelungen, so dass er seine Spitzenposition mit nunmehr 4,5 Punkten wahren konnte. Bei den Frauen werden nur neun Runden gespielt; es führt zurzeit Susanna Gaboyan mit 4,0/5. | Fotos: Armenischer Schachverband

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81. Armenische Meisterschaft

Armenien - Nummer 6 der Länderweltrangliste

Armenien ist ein immer schon nach Europa orientiertes Land, das, am Südhang des Kaukasus gelegen, gleichwohl zu Asien zählt. Zudem handelt es sich um einen Binnenstaat, denn man hat weder zum Schwarzen Meer noch zum Kaspischen Meer einen Zugang. Politisch schwierig ist die Lage des kleinen, nur knapp drei Millionen Einwohner zählenden Landes auch deswegen, weil der östliche Nachbar Aserbaidschan ja eigentlich als "Feind" betrachtet werden muss: Erst vor einigen Wochen hat man wieder einen blutigen Krieg gegeneinander geführt. Zudem ist die im Westen an Armenien grenzende Türkei ein "Bruderstaat" Aserbaidschans; diese beiden Länder hätten sicher gerne eine direkte Landverbindung zwischen ihren Staaten, die dann aber zu Lasten Armeniens gehen würde. Den Armeniern bleibt angesichts dieser Situation gar nichts anderes übrig, als sich eng an den Staat anzulehnen, zu dem man als "Sowjetrepublik" ohnehin jahrzehntelang gehört hat: Russland. Entsprechend stehen auch russische Truppen im Land. Angesichts dieser bedrohlichen Lage verwundert es sicher niemanden, dass von den ca. zehn Millionen ethnischen Armeniern nur ca. 30 Prozent im Lande leben. 

Schachlich zählt Armenien auf Platz 6 der Länderweltrangliste dagegen zu den Großmächten. Bekanntester Spieler ist der zur absoluten Weltspitze gehörende Levon Aronian, aber man muss bei dieser Gelegenheit unbedingt auch noch einmal an den 1984 verstorbenen neunten Weltmeister Tigran Petrosjan erinnern - auch er stammte ursprünglich aus Armenien. Weil dies in Armenien ein häufiger Name ist, nimmt an der aktuellen Meisterschaft auch wieder ein Großmeister namens Tigran Petrosian teil - nicht zu verwechseln mit dem früheren Weltmeister! Nicht ohne Ironie ist bei alledem, dass sich Armenien den Platz 6 auf der Weltrangliste ausgerechnet mit Aserbaidschan teilt: Die zehn besten Spieler beider Länder bringen jeweils einen Elodurchschnitt von 2652 Punkten zusammen.

Runde 3: "Großkampfpartie" Hovhannisyan gegen Gabuzyan

Nicht ganz unwichtig für die Eroberung des Spitzenplatzes in der Tabelle war aus der Sicht von Hovhannes Gabuzyan sicherlich sein Schwarzsieg in der 3. Runde gegen den Elofavoriten Robert Hovhannisyan. Nach einem schweren taktischen Gemetzel in der frühen Mittelspielphase rangen die Spieler lange darum, ob sich Gabuzyans weiterhin von seiner Dame unterstützter Mehrbauer gegen das Bollwerk von Hovhannisyans zwei Türmen würde durchsetzen können. Die Antwort: Er konnte!

 

Hovhannisyan (rechts) gegen Gabuzyan

Schachendspiele 3 - Schwerfigurenendspiele

Im dritten Teil der Endspielserie geht es um Damenendspiele, Endspiele mit Turm gegen Leichtfiguren, Dame gegen Turm und Dame gegen 2 Türme. Damenendspiele sind gar nicht so mysteriös, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Die Kenntnis einiger Faustregeln und Prinzipien wird Ihnen die Sache gewaltig erleichtern.
Videospielzeit: ca. 7 Stunden.

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Tabelle nach der 5. Runde

 

Partien

 

Frauenturnier

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Armenischer Schachverband


Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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