Arno Nickel feierte seinen 70sten Geburtstag

von André Schulz
17.02.2022 – Am Dienstag feierte Arno Nickel seinen 70sten Geburtstag. Der gebürtige Flensburger wurde in Berlin heimisch, feierte im Schach als Fernschach-Großmeister viele Erfolge und pflegte mit seinem Verlag Edition Marco die Schachkultur. Außerdem führt er in Berlin einen der letzten Schachläden, die es in Deutschland noch gibt.

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Arno Nickel wurde am 15. Februar 1952 in Flensburg geboren. Schach lernte er mit zwölf Jahren von seinem älteren Bruder. Seine Schulzeit absolvierte Arno Nickel in einem Internat. Da er dort keine Partner zum Schach fand, begann er mit dem Fernschach.

Zum Studium von Politik und Geschichte ging er nach Berlin und blieb dort. Anfang der 1980er Jahre gründete Arno Nickel den Schachverlag Edition Marco und eröffnete einen Schachladen, das "Lasker's" in Berlin Charlottenburg. Eigentlich hätte Arno Nickel gerne ein Schachcafé in der Tradition der Wiener oder Berliner Caféhäuser eröffnet, fand dafür aber keine Partner.

Im Schach konzentrierte Nickel sich auf das Fernschach. 1997 ernannte der ICCF ihn zum Internationalen Fernschachmeister, 2000 zum Internationalen Senior Fernschachmeister und 2001 zum Internationalen Fernschachgroßmeister. 

Bei der International Correspondence Chess Federation ist Arno Nickel mit 31 Fernschachturnieren verzeichnet, von denen er 16 Turniere als Sieger beendete.

Er spielte in diesen Turnieren 388 Partien, von den er 121 Partien gewinnen konnte.

Zu Nickels Erfolgen gehörten unter anderem der 5. Platz im Finale 21. Fernschachweltmeisterschaft (2005), die Goldmedaille mit der deutschen Mannschaft bei der 17. Fernschacholympiade und die beste Leistung an Brett drei (2009), die Goldmedaille mit der deutschen Mannschaft bei der 18. Fernschacholympiade (2012), die Goldmedaille mit der deutschen Mannschaft bei der 20. Fernschacholympiade und die beste Leistung an Brett zwei (2016). Arno Nickel qualifizierte sich zudem für das Finale der 28. Fernschachweltmeisterschaft und 31. Fernschachweltmeisterschaft. Seine jüngsten Turniersiege erzielte Arno Nickel im Achim Soltau Memorial und im Joop van Oosterom Memorial. 2005 gewann Arno Nickel in einem Wettkampf gegen den Großcomputer Hydra zwei Partien und spielte eine weitere remis.

Die Goldjungs 2016 | Foto: Matthias Kribbem

Mit der aktuellen Fernschach-Elo von 2628 ist Arno Nickel die Nummer neun in der Fernschachweltrangliste.

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1983 begann Arno Nickel in seinem Verlag Edition Marco mit der jährlichen Herausgabe des Schachkalenders und knüpfte damit an die Tradition von Ranneforths Schachkalender an.  Von 1991 bis 1994 gab er zusammen mit dem Trainer von Michail Tal Alexander Koblencs das "Schach-Journal" heraus. 

Der Schachkalender

In seinem Verlag Edition Marco verlegte Arno Nickel im Laufe der Jahre eine Reihe von sehr sorgfältig gestalteten Bücher, darunter Robert Hübners "Twenty-five annotated games" (1996), "Der Weltmeisterschaftskampf Lasker-Steinitz 1894 und weitere Zweikämpfe" (2008), "Elemente einer Selbstbiographie" (2015), "Büsum 1968" (2018), "SCHUND: Ein Schachbuch von Dilettanten für Dilettanten" (2021). Zudem unter anderem die Bücher: Hans-Joachim Hecht: Rochaden-Schacherinnerungen (2015)  "Michael Dombrowsky: "Berliner Schachlegenden" und "Cambridge Springs 1904" (2019), 

Arno Nickel ist selber Autor über Julius Mendheim, mit dem das Berliner Schachleben seinen Anfang nahm, Arno Nickel: "Julius Mendheim. Auf den Spuren eines genialen Schachmeisters des frühen 19. Jahrhunderts" (2018) und zahlreicher Aufsätze über das Fernschach und Schachgeschichte.

Nickel Schachladen "Lasker's Schachhandel" befindet sich in Berlin-Charlottenburg (Sophie-Charlotten-Str. 28)

Mit 70 Jahren möchte Arno Nickel nun kürzer treten. Zuletzt erschien sein Schachkalender in der 39. Ausgabe. Der Schachkalender 2023 soll sein letzter sein. Dann möchte Arno Nickel die Fortführung in andere Hände übergeben. In seinem Verlag arbeitet Nickel noch an einer Reihe von Büchern von verschiedenen Autoren, unter andere über Sämisch, Aljechins Aktivitäten im Zweiten Weltkrieg und Ost-Berliner Schachlegenden.

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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