Aussenseiter in Dortmund weiter vorn

12.07.2005 – Das Sparkassen Chess Meeting in Dortmund bleibt spannend. Gestern in der vierten Runde wurde mit vier Remis und nur einem Sieg das Tempo zwar etwas gedrosselt, aber da die Außenseiter Loek van Wely, Arkadi Naiditsch und Peter Heine Nielsen weiter vorne liegen, kann man gespannt sein, wann und ob die Favoriten Peter Leko, Vladimir Kramnik und Veselin Topalov ihren Rhythmus finden. Möglich ist noch alles, denn Tabellenspitze und Tabellenende trennt gerade einmal ein Punkt. Auch Etienne Bacrot, der mit zwei Niederlagen begann, schloss gestern durch einen Schwarzsieg gegen Emil Sutovsky zum Feld auf. Wie er das gemacht hat, verriet er Oliver Reeh in der täglichen ChessBase-Sendung. Der zweite Gast von Oliver Reeh war Christopher Lutz, der einen Überblick über die Partien des Tages gab. Heute um 19:30 ist Oliver Reeh wieder live auf Sendung. TurnierseiteErgebnisse, Tabelle, Partien...

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Ergebnisse der 4. Runde:

Loek van Wely - Peter Svidler 0,5:0,5
Veselin Topalov - Peter Heine Nielsen 0,5:0,5
Emil Sutovsky - Etienne Bacrot 0-1
Peter Leko - Vladimir Kramnik 0,5:0,5
Michael Adams - Arkadi Naiditsch 0,5:0,5

Stand nach der 4. Runde:



Partien

Die mit Spannung erwartete Fortsetzung des WM-Kampfes 2004 zwischen Peter Leko und Vladimir Kramnik, die beide im Turnier Boden gut machen müssen, brachte leider wenig Spannung und einen Rückfall in alte Gewohnheiten: Nach 25. Zügen einigte man sich auf Remis. Ein Hauch von Spannung kam lediglich nach dem 17. Zug von Leko auf, als der Ungar ein Scheinopfer anbot:



Aber nach 17...Sg6 18.Se7+ Sxe7 verflachte das Spiel schnell und das Remis ließ nicht mehr lange auf sich warten.



Auch Veselin Topalov kam mit Weiß gegen Peter Heine Nielsen über ein Remis nicht hinaus. Zwar verfügte Topalov mit Weiß die ganze Partie über leichten Vorteil, aber durch die umsichtige Verteidigung des Schwarzen lösten sich alle bald alle Sieghoffnungen des Weißen in Luft auf.


Der letzte Zug des Weißen 23.Tg3 droht Matt, aber nach 23...g6 hatte Weiß nicht mehr viel.

Auch Loek van Wely bemühte sich gegen Peter Swidler vergeblich um den ganzen Punkt. Zwar stand van Wely nach der Eröffnung besser und konnte seinen Druck auch die ganze Partie über aufrecht erhalten, aber etwas Greifbares wurde daraus nie. Am Ende rettete sich Swidler mit einer Remiskombination:


Nach 47...Txf2 48.Txf2 Dxg3+ 49.Kf1 Dd3+ 50.Te2 Dd1+ 51.Kf2 g3+ einigten sich die beiden auf Remis.

Auch Arkadi Naiditsch demonstrierte gegen Michael Adams solide Defensivkraft. In einem Najdorf-Sizilianer sicherte sich Adams mit Weiß zwar den theoretischen Vorteil eines "guten" Springers gegen einen "schlechten" Läufer, aber wegen der vielen weißen Bauernschwächen konnte sich der Springer nie richtig in Szene setzen.


Nach 35....Dxf1+ 36.Txf1 Tf4 37.Kc4 gab Adams seine Gewinnversuche auf und bot Remis an.


Ein prüfender Blick zu Beginn der Partie.

Die einzige Gewinnpartie der vierten Runde und der zweite Schwarzsieg im Turnier gelang Etienne Bacrot gegen Emil Sutovsky. In einem Spanier kam Sutovsky bereits kurz nach der Eröffnung vom rechten Weg ab und bald darauf konnte Bacrot durch eine kleine Kombination Material gewinnen.


Der letzte weiße Zug war 21.Lb2, aber wie Bacrot im anschließenden ChessBase-Interview erklärte, war die weiße Stellung hier bereits "very difficult". Nach dem Textzug kam Schwarz mit 21....Sxc4 22.Sxc4 bxc4 23.Dxc4 Lxe4! 24.Txe4 d5 in Vorteil.


Bacrot zeigt, warum Schwarz bis zum Schluss aufpassen musste.

Heute um 15 Uhr beginnt die 5. Runde. Arkadi Naiditsch spielt gegen Loek van Wely um den Verbleib an der Tabellenspitze, Etienne Bacrot wird versuchen, den durch seinen Sieg gewonnenen Schwung gegen Topalov auszunutzen und Peter Leko wird versuchen, Peter Heine Nielsen von der Tabellenspitze zu verdrängen. Außerdem spielen Swidler gegen Sutovsky und Kramnik gegen Adams. Was dabei alles geschah, erklärt Oliver Reeh um 19:30 - live.

(Fotos: Benjamin Bartels)


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