Aufstieg in die 1. Liga

25.10.2010 – "Mit seiner Kolumnensammlung 'Todesküsse am Brett' hat sich Martin Breutigam neben dem fabelhaften Helmut Pfleger ("Die Zeit") in die Top-Liga brillanter Schachkommentatoren gespielt". So lautet das Urteil von Peter Münder (Bild) nach der Lektüre des 140 Rätsel und Geschichten umfassenden Buches. Breutigam wisse nicht nur viel zu erzählen, sondern beweise dabei auch prächtigen Sinn für Humor. "Fazit: Tolles, unterhaltsames Buch mit großem praktischen Nährwert! " Peter Münders Rezension...

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               PRICKELNDE MOMENTAUFNAHMEN  AM BRETT

Martin Breutigam präsentiert in seinem Band „Todesküsse am Brett“ einen spannenden, unterhaltsamen Mix aus Anekdoten, Rätseln und Kurzbiografien  Von Peter Münder

 

Schachprobleme in den Rätselecken kennen wir alle, langatmige Biografien der alten Meister oder  monothematisch strukturierte Theoriebände von Benoni bis Zukertort ebenfalls. Da ist es besonders erfreulich, so wie Martin Breutigam es macht, in 140  Rätseln (mit Diagrammen) und Geschichten faszinierende Momente am Brett  einzufangen und ganz locker noch biografische Eckdaten und Charakteristika der vorgestellten Spieler einfließen zu lassen.

Wer wusste schon, dass der hochtalentierte Engländer William Conquest seit Jahren an seinem großen Roman herumtüftelt?  Oder dass Peer Steinbrück auf der Regierungsbank gerne Schachrätsel löst und ein starker Turnierspieler ist?  Wer kennt schon den auf „hochprozentige“ Konstellationen spezialisierten Schläfer  Vladislav Tkachiev, EM von 2007, der seinen Vollrausch gern am Brett- sogar bei hochklassigen internationalen Mannschaftskämpfen- ausschläft und den niemand dann mehr wecken kann? Nach 90 minütigem Koma-Schlaf nebst Zeitüberschreitung und Punktverlust sowie verbiestert-hämischen Kommentaren mußte man den Kasachen dann aus dem Turniersaal in Kalkutta tragen.
Vielleicht war das Schachspiel für ihn zu stressig geworden?

Neben den in kritischer Phase vor den Gewinnzügen gezeigten Partien von Judit Polgar, Magnus Carlsen, Kramnik, Anand, Kortschnoi, Kasparaov und anderen Promis zeigt Breutigam hier auch eine selten präsentierte Partie von Bobby Fischer aus dem Kandidatenturnier in Sousse, das er ja nach Disputen mit den Organisatoren trotz deutlichem Vorsprung vorzeitig abgebrochen hatte.

Der im Buchtitel angesprochene „Todeskuß“ war natürlich der berühmte Blackout von Kramnik während seines gigantischen 1-Milliondollar-Duells 2006 in Bonn gegen Deep Fritz.  Wie konnte er das  Matt auf h7 übersehen, das Deep Fritz mit der Dame und seinem auf f8 postierten Springer  mit urplötzlichem Killer-Instinkt realisierte? Die banale „Lösung“ scheint zu sein, dass ein weißer Springer auf f8 eher selten anzufinden ist... Aber natürlich bleibt ein Blackout auch für einen GM ein Blackout!

IM Breutigam  ist Journalist und  Bundesligaspieler, er schreibt Schachreportagen und Kolumnen  für den Berliner „Tagesspiegel“ und die  „Süddeutsche Zeitung“. Seine literarischen Preziosen sind locker, aber doch sehr informativ geschrieben und die zu jeder Kolumne passenden Problem-Diagramme sind extrem hilfreich- Lösungen mit Varianten  werden  gleich mitgeliefert. Auch das ist ein guter Mix: Manche Problemstellungen sind eben sehr komplex, andere einfacher und naheliegend.

Außerdem hat Martin Breutigam einen prächtigen Sinn für Humor. Mit diesen wunderbaren Schach-Kolumnen hat Breutigam sich jedenfalls neben dem fabelhaften  Kommentator Helmut Pfleger („Die Zeit“) in die Top-Liga abgeklärter, brillanter Schach-Kommentatoren geschrieben. Fazit: Tolles, unterhaltsames Buch mit großem praktischen Nährwert!  

 


Martin Breutigam: Todesküsse am Brett. 140 Rätsel und Geschichten der Schachgenies von heute. Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 160 S., mit Fotos, 9,90,- Euro       

 

 

 

 


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