Auseinandersetzung des DSB mit Organisator Dr. Jordan

30.07.2018 – Am Samstag verteilte der Deutsche Schachbund zum Abschluss der Deutschen Seniorenmeisterschaft an die Teilnehmer eine Erklärung, in der der DSB auf überhöhte Hotelpreise und Nebenabsprachen des Turnierdirektors Dr. Jordan mit der gastgebenden Hotelkette zugunsten eines Vereins "64 Felder e.V." hinwies und Rückzahlung anbot.

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Letzte Woche fanden in Hamburg-Bergedorf die Deutschen Seniorenmeisterschaften statt. Über den sportlichen Verlauf werden wir hier noch berichten.

Am Samstag wurden die knapp 180 Teilnehmer von einer Erklärung des Deutschen Schachbundes überrascht. Demnach sollen den Teilnehmern überhöhte Preise für die Hotelzimmer berechnet worden sein. Der Deutsche Schachbund bot an, 12% der Zimmerpreise zurückzuerstatten. Wahlweise konnten die Teilnehmer den Betrag auch an den Förderkreis der Senioren spenden.

Im Hintergrund der Erklärung steht laut dem Deutschen Schachbund eine Nebenabsprache des Chef-Organisators Dr. Dirk Jordan, die dieser mit der Hotelkette H4 zugunsten eines Vereins 64 Felder e.V. getroffen haben soll. Diese Nebenabsprache ist dem Deutschen Schachbund erst jetzt, kurz vor Ende des Turniers, bekannt geworden.

Als Kosten für eine Übernachtung wurden für die Seniorenmeisterschaft im Einzelzimmer 70 Euro erhoben, im Doppelzimmer 47,50 Euro, bei zehn Übernachtungen. Auch wenn einige der Teilnehmer vielleicht nicht im Hotel übernachtet haben, bewegt sich die Gesammtsumme der Nebenabsprache wohl deutlich über 10.000 Euro.

Erklärung des Deutschen Schachbundes

Die Vorgänge zum Ende der Deutschen Seniorenmeisterschaft sind offenbar die Fortsetzung eines Konflikts des Deutschen Schachbund mit Dr. Dirk Jordan, der sich schon an bestimmten finanziellen Aspekten im Rahmen der Durchführung der Deutschen Amateurmeisterschaft entzündet hat. Dr. Jordan ist bei dieser Turnierserie, die 2001 unter seiner Federführung als Ramada-Cup ins Leben gerufen wurde, für den Deutschen Schachbundes ehrenamtlich als "Beauftragter für die Deutsche Amateurmeisterschaft" tätig. Nachdem der Deutsche Schachbund kürzlich Fragen zu verschiedenen finanziellen Aspekten der Serie stellte, trat Dr. Jordan als Turnierdirektor der Serie zurück. Danach hat sich der Konflikt offenbar verschärft, denn der Deutsche Schachbund wünschte, dass Dr. Jordan nicht nach Hamburg-Bergedorf reist, obwohl er dort noch als Turnierdirektor eingesetzt war.

Dr. Jordan, bzw. der mit ihm verbundene "ZMDI Schachfestival Dresden e.V.", organisierte und organisiert viele weitere Turniere und Turnierserien, darunter als Vorsitzender des Organisationskomitees die Schacholympiade 2008 in Dresden, Senioren-Weltmeisterschaften, Behinderten-Weltmeisterschaft und den Dresdner Schachsommer. In Kürze wird in Dresden auch die Deutsche Einzelmeisterschaft durchgeführt.

In der FIDE ist Dr. Jordan Mitglied der "Events Commission" und "Tournament Director for Seniors." Er ist außerdem Mitglied im Kreissportausschuss der Stadt Dresden.

Der Deutsche Schachbund will die Deutsche Amateurmeisterschaft auch ohne Dr. Jordan fortsetzen.

 

Ausschreibung zur Deutschen Seniorenschachmeisterschaft...

Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft...

 



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xk387 xk387 20.09.2018 10:55
Jetzt gibt es die Ausschreibung zur DSAM 2018/19.
Es wird sich zeigen, ob beim Turnier dann die vielen angekündigten Verbesserungen in die Tat umgesetzt werden können.
Bei den Hotelpreisen hat es schon mal nicht geklappt, das Angebot deutlich attraktiver zu gestalten.
Im Schnitt sind die Übernachtungen im Einzelzimmer 11% teurer bei vergleichbaren Hotelangebot.
Beim ZMD Open in Dresden konnte Herr Jordan einen Preis von 62 Euro heraushandeln. Dem Deutschen Schachbund ist es gelungen einen Übernachtungspreis von 69 Euro herauszuhandeln.
Dann ist es mir als potenziellen Teilnehmer lieber Herr Jordan bekommt Kickbacks für seinen Verhandlungserfolg und ich zahle weniger. Oder fließt der doppelte Kickback jetzt woanders hin?
TGrunwald TGrunwald 09.09.2018 06:06
@RevTiberius schreibt: "Wenn es glaubhafte Hinweise auf Fehlverhalten gibt, muss (!) diesen nachgegangen werden"
Das ist absolut richtig, denn wenn der Vorstand des DSB auf die bekannt gewordenen rechtswidrigen Tatbestände nicht reagiert hätte, dann wäre dies als "Beihilfe zur Untreue" zu werten. Damit würde sich der Vorstand nicht nur strafbar machen, sondern hätte zudem auch noch Schadensersatzforderungen zu befürchten. So gesehen hatte der DSB also überhaupt keine Wahl, das Einschalten von Rechtsanwälten war professionell und korrekt.
.
RevTiberius RevTiberius 06.09.2018 06:06
@floren: Sie schreiben "Und die Gemeinnützigkeit des DSB konnte es schon gar nicht gefährden, denn der DSB hat Dr. Jordan ja gerade diese Vergütung n i c h t gezahlt, und er hat auch nicht klammheimlich geduldet, dass ihm vom Dritten Vergütung gezahlt wurde."
Da haben sie Recht, aber es geht etwas an der Sache vorbei. Der Punkt ist, dass der DSB seine Gemeinnützigkeit gefaehrden koennte, wenn er untaetig geblieben waere (z.B. wenn er gesagt haette "laeuft doch gut, die Veranstaltung ist beliebt - es gibt keinen Handlungsbedarf").
An die Sorgfaltspflicht sind nicht nur Unternehmen gebunden, sondern auch gemeinnuetzige Verbaende. Wenn es glaubhafte Hinweise auf Fehlverhalten gibt, muss (!) diesen nachgegangen werden, auch wenn das, wie in diesem Fall, nicht geraeuscharm ablaeuft.
TGrunwald TGrunwald 05.09.2018 02:12
Offen gesagt klingen diese „juristischen“ Gedankengänge ausgesprochen unlogisch und abenteuerlich. Erinnern wir uns an die bisher bekannt gewordene Sachlage:
Ein ehemaliger „ehrenamtlicher“ Funktionär des Deutschen Schachbunds hat das in ihn gesetzte große Vertrauen viele Jahre lang systematisch missbraucht, seine Vorgesetzten Präsidenten belogen, verdeckte „Kickbacks“ (Schmiergelder) von zahlreichen Hotels eingefordert, die so abgeschöpften Geldsummen als „Spenden“ getarnt durch ein geheimes Netzwerk von „gemeinnützigen“ Vereinen geschleust, wo sie dann in seiner Tasche landeten.
Ein rechtlich halbwegs bewanderter Schachspieler müsste daraus mit etwas logischem Denken folgende Tatbestände in Betracht ziehen:
- Betrug bzw. Untreue (finanzielle Schädigung des Verbands)
- Bestechlichkeit (Auftragsvergabe nur an „zahlungswillige“ Hotels)
- Steuerbetrug (Vortäuschung einer angeblichen „Gemeinnützigkeit“ mit fragwürdigen „Spendenquittungen“)
- Dazu kommt unter Umständen auch noch mutmasslicher Gläubiger-Betrug wegen schwebender Privatinsolvenz
Also wenn ich das richtig verstehe, sollen das alles nur "Kavaliersdelikte" und gar keine strafbare Handlungen gewesen sein? Echt jetzt??
Und wie definieren Sie dann bitte solch unschöne Begriffe wie „KORRUPTION“ oder „WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT“?
Klar, wir wissen ja, dass der umtriebige Dresdner ein erfolgreicher Organisator und bei seiner „DSAM Familie“ überaus populär war. Aber was ändert das? Auch ein gewisser Uli Hoeness war bekanntlich sehr erfolgreich und bei der „FC Bayern Familie“ äußerst beliebt, aber viel geholfen hat ihm das vor Gericht nicht, oder?
.
floren floren 02.09.2018 05:16
Langsam. Das „in die eigene Tasche Wirtschaften“ war rechtlich „lediglich“ das - möglicherweise auftrags- und somit vertragswidrige - Erzielen von Vergütungen aus der Hand anderer Personen als der des Auftraggebers, ohne diesen, also den Auftragggeber "DSB", darüber zu informieren. Dadurch wiederum wurde der DSB seinerseits darin gehindert, die DASM-Teilnehmer über die Provision zu informieren. Weder war es aber „gesetzeswidrig“, und schon gar nicht „kriminell“, also nicht strafrechtlich relevant. Und auch kein „illegales“ Abführen von etwas, was ihm nicht zustand, also auch keine Veruntreuung. Denn der abgeführte Teil entstammt nach Zahlung durch den Teilnehmer dem Vermögen der HH-Hotels. Und die Gemeinnützigkeit des DSB konnte es schon gar nicht gefährden, denn der DSB hat Dr. Jordan ja gerade diese Vergütung n i c h t gezahlt, und er hat auch nicht klammheimlich geduldet, dass ihm vom Dritten Vergütung gezahlt wurde. Etwas anderes ist jedenfalls nicht bekannt und angesichts der glaubwürdigen Empörung des DSB, der auf Ehrenamtlichkeit besteht, auch unwahrscheinlich.
Ethisch verwerflich ist die heimliche Kick-Back-Provision allerdings in der Tat. Die Urteile des BGH aus 2006 bezgl. der Offenlegungspflicht dieser Zahlungen gegenüber dem Anleger im Hinblick auf geschlossene Fonds dürften seit 2007 bekannt gewesen sein. Und der DSB erwartete sicher auch, dass Dr. Jordan insoweit loyal handeln würde, dass er nicht die Interessen zweier Auftraggeber (DSB + Hotel) wahrnehmen sollte. Ob sich dies in der Weise im Vertrag niederschlagen hat, dass Dr. Jordan explizit verboten wurde, sich von Dritten entlohnen zu lassen und er folglich gegen seine Auftragsvereinbarung verstoßen hat, kann von hier aus mangels Vertragskenntnis nicht beurteilt werden.
Das weitere offenbar angestrengte Verbergen des Geldflusses (Einkäufe des begünstigten Vereins bei von ihm beherrschten Unternehmen) vertieft allerdings die ethische Fragwürdigkeit des Verhaltens. Es gefährdet das Vertrauen, aber auch das kann ja theoretisch wieder aufgebaut werden. Das Vertrauensverhältnis zu den Tausenden von Teilnehmern scheint nicht zerrüttet zu sein. Wie das Vertrauen zum DSB beschaffen ist, sollte erst nach einer Ruhepause beurteilt werden.
Ich hoffe, der übrige Teil des DASM-Teams wird weiter nahtlos arbeiten. Die Entscheidung ist aber rasch zu treffen. Ersatz für Dr. Jordan, und wenn auch nur übergangsweise, ist zeitnah zu finden, es ist übrigens durchaus steuerrechtlich erlaubt, dass Satzungen gestatten, Vergütungen an Vereinsvorstände zu zahlen. Das ist seit 2007 bekannt, auch wenn es sich nicht verbreitet hat. Also dürfte es wohl erst recht kein Problem darstellen, beauftragte Nicht-Vereinsorgane zu vergüten.
RevTiberius RevTiberius 21.08.2018 05:01
Die FAZ hat mittlerweile einen Artikel zum Thema verfasst. Auch hier liegt dankenswerterweise der Schwerpunkt auf dem kriminellen Verhalten Jordans sowie dem Versagen der Vorgaenger des gegenwaertigen DSB-Praesidiums:
http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/schachorganisator-dirk-jordan-soll-in-eigene-tasche-gewirtschaftet-haben-15739591.html
MurkelV MurkelV 13.08.2018 11:59
Um den wilden Spekulationen entgegen zu kommen, Herr Dr. Jordan hat nicht unter meinem Synonym Posts veröffentlicht. Ich bin ein leidenschaftlicher Schachspieler der DSAM und mache mir als Spieler einfach nur Sorgen, dass der DSAM-Cup in gewohnter Qualität weitergeführt werden kann. Das man sich durch die Veröffentlichung des DSB überhaupt mit dem Thema beschäftigt, ist mir im Grunde zu wider.
Ob der DSB nun richtig gehandelt hat, oder nicht, möchte ich gar nicht weiter diskutieren.
Nach den großspurigen Ankündigungen des DSB, es würde alles attraktiver, bin ich mal gespannt was dabei herauskommt. DER DSB hat für seine Mitglieder zu liefern ! Alles weitere wird unter Anwälten geklärt,
und damit sollte mal ein Schlusspunkt unter diese hitzige Diskussion gesetzt werden.
RevTiberius RevTiberius 12.08.2018 06:04
@Ritter Uwe bei allem Respekt: wenn Sie Bilanzbuchhalter sind, wundere ich mich eher ueber Ihre Naivitaet. Gerade Sie sollten doch wissen, dass illegal abgefuehrte Betraege kein Kavaliersdelikt sind, ueber das man einfach so hinwegsehen kann, nur weil der Taeter sympathisch oder die Veranstaltung erfolgreich und unter den Teilnehmern beliebt war.
Ullrich Krause sagte es in dem Interview doch selbst: Jordan war fuer Nebenabsprachen nicht befugt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ausserdem muss der DSB - auch um seine eigene Gemeinnuetzigkeit nicht zu gefaehrden, diesen Verstoessen unbedingt nachgehen. Das waere in Ihrer Firma hoffentlich auch so.
Und schliesslich zeigt sich der DSB-Praesident in dem Interview ja auch ausdruecklich offen dafuer, professionelle Organisatoren einzusetzen - nur eben nicht (und das ist der Punkt) als "Ehrenamtler" getarnt.
Ritter Uwe Ritter Uwe 11.08.2018 02:10
Als Teilnehmer der DSAM und auch als Bilanzbuchhalter bin ich erstaunt darüber, wie naiv manche Leute mit gewissen Dingen umgehen. Es ist legitim, dass Organisatoren sich für Ihre Ideen und Bemühungen entlohnen lassen, niemand arbeitet umsonst. Hierfür gibt es unzählige weitere Beispiele, z. B. der vermeintliche Skandal um die Fussball-Weltmeisterschaft in unserem Land. Ich habe den Eindruck, dass der aktuelle Vorstand sich von den Gedanken des modernen Compliance-Management mehr leiten lässt, als von der guten Arbeit der Organisatoren vor Ort. Dies ist schade für die vielen Schachspieler die gerne dorthin gefahren sind.

Ich persönliche wünsche mir eine Fortsetzung unter der Regie von Dirk Jordan, so umstritten er für manche sein mag. Zudem wünsche ich dem aktuellen Vorstand des DSB die Einsicht, dass man nicht alle Probleme mit juristischen Tricksereien lösen kann. Wünschenswert wäre auch eine Erklärung, warum frühere Vorstand hier nicht eingeschritten sind.

Abschliessend noch der Hinweis, speziell für den DSB, ich werde keinen Antrag auf Kostenrückerstattung stellen, dies verbiete sich alleine aus Respekt vor der Idee von Dirk Jordan. Dieses Geld steht ihm allein zu.
xk387 xk387 10.08.2018 07:24
Vorab erstmal: Persönlich kann ich Herrn Jordan nicht gut leiden, dass liegt vor allem an seinen zu langen selbstdarstellenden Reden.
Große Hochachtung habe ich vor dem was er, zusammen mit dem ganzen Team, auf die Beine gestellt hat. Ehrenamtlich!!
Die DSAM Turnier sind für mich eine echte Bereicherung der deutschen Turnierlandschaft. Für mich als berufstätiger eine tolle Sache; wenig Urlaubstage; keine Suche nach eine Hotelzimmer. Ein akzeptables Hotel zu einem vernünftigen Preis.

Das habe sehr viele andere genauso gesehen, sonst wären die Turniere nicht so gut besucht.
Wenn man schon mal einige größere Veranstaltung organisiert hat, dann weiß man dass es viel Überzeugungskraft braucht um so große Gruppen unterzubringen, besonders wenn einige darunter sind, die sich leider in Hotels nicht zu benehmen wissen.
Der Preis für die Hotelzimmer war angemessen und zusätzlich haben die Hotels einen großen Teil der Preise gesponsort. Fraglich ist auch, ob der Preis ohne Kickback günstiger gewesen wäre. Buchen über Trivago ist meistens günstiger (trotz Provision) als direkt beim Hotel.

Moralisch und vielleicht auch rechtlich waren einige Absprachen vielleicht nicht in Ordnung.
Wer an der Übernachtung etwas verdient oder einen Verlust macht, ist mir persönlich egal. Preis und Leistung passen zusammen!
Im Sinne des Zweckes des DSB "Förderung des Schachspiels" ein voller Erfolg.

Wenn Herr Jordan etwas einem Verein zukommen lassen hat und dieser Verein dann bei ihm kauft, ist das sicherlich nur ein kleiner Ersatz für den unermüdlichen Einsatz der letzten Jahre. Aber die Kinder haben ihr Schachmaterial, was sie sonst nicht hätten.

Sollte es Unregelmäßigkeiten zwischen Turnierdirektor und DSB geben, dann müssen diese intern geklärt werden und nicht in aller Öffentlichkeit!
Das Vorgehen des DSB ist für mich absolut unprofessionell und trägt nicht zur Förderung des Schachspiels bei, ganz im Gegenteil.
Besonders vermisse ich eine offizielle Stellungnahme seitens des DSB und auch Informatione wie es mit der DSAM weiter geht.

Für mich sieht es nach Spielchen der DSB Oberen aus, die in meiner Wahrnehmung keine Beitrag zur größten Erfolgsstory des deutschen Amateurschachs geleistet haben. Sie haben jetzt ihre Macht demonstriert. Leider haben sie damit dem Schach einen Bärendienst erwiesen.
TGrunwald TGrunwald 09.08.2018 01:01
Zum zu glauben! Auf "schach-ticker.de" steht zu lesen, dass Herr Jordan unter dem Pseudonym "MurkelV" anonyme Postings veröffentlicht haben soll:

Stellung genommen hat Jordan bisher nur anonym auf der Webseite von Chessbase im Kommentarbereich zu dem Interview mit Ullrich Krause. Leider hat Chessbase die Kommentierungsfunktion mittlerweile deaktiviert und alle Kommentare gelöscht.

Jordan hatte für seine 12% Vereinbarung mit den Hotels die skurrile Ausrede parat, dass Vermittler wie Trivago auch 12% Provision kassieren würde und er nichts anders macht. Wenn aber alles so normal ist was Jordan treibt, dann darf man sich schon fragen warum er dies nicht mit dem DSB abgesprochen hat. Warum wurde ein Vertrag mit dem Hotel an den DSB weitergeleitet und ein Nebenvertrag mit Jordans Verein 64 Felder e.V. nicht? Aus menschlicher Sicht gehe ich davon aus, dass er der Meinung ist, dass ihm die kompletten 12% zustehen. Er hat das ausgehandelt und es steht ihm zu. Menschen mit Profitgier ist es absolut zuwider, einen Gewinn zu teilen.
(Zitat Ende)
..
schachkauf schachkauf 07.08.2018 12:57
Nur als kleine Info. Es stand die Frage im Raum, womit sich Jordan bereichert. Hierbei wurde gesagt, dass der 64 Felder e.V in das Kinderschach und Schulschach investiert. Das sieht dann so aus, dass das von diesem Verein eingenommene Geld für den Kauf von Schachprodukten für Schulen verwendet wird. Allerdings kauft der 64 Felder e.V ausschließlich bei der Eurochess International GmbH (Inhaber Dirk Jordan).

Kurzum. Die durch Nebenabreden von Dirk Jordan eingegangenen Gelder bei der 64 Felder e.V (Dirk Jordan) werden direkt an die Eurochess International GmbH (Dirk Jordan) weitergeleitet. Der anschließende Gewinn aus diesem Geschäft wandert dann wo? Bei Dirk Jordan :-)
RevTiberius RevTiberius 06.08.2018 07:43
Der DSB sollte sich ausdruecklich auch rechtliche Schritte vorbehalten um diesen Spuk ein fuer alle mal zu beenden und um dieser schaebigen Abzocke einen Riegel vorzuschieben. Jordan sollte die volle Haerte des Strafrechts zu spueren bekommen, das bei Vermoegensdelikten laengst nicht so nachlaessig ist wie im Bereich der Kleinkriminalitaet.
Auf der anderen Seite sollte sich der DSB fragen, inwiefern interne Kontrollmechanismen verbessert werden koennen. Die Tatsache, dass Jordan so lange Geld abzocken und sich auf kosten eines gemeinnuetzigen Verbandes bereichern konnte, wirft kein gutes Licht auf die Vorgaenger des derzeitigen Praesidiums, unter denen dieses Unwesen seinen Anfang nahm. Falls noetig muesste man auch noch nachtraeglich Leuten wie Herbert Bastian die Entlastung entziehen.
TGrunwald TGrunwald 05.08.2018 07:49
Ich kann kaum glauben, was ich da gerade lese (Zitat):

„Herr Dr. Jordan hat sich die Markenrechte an dem Namen "Deutsche Schachamateurmeisterschaft" nach dem Ausscheiden beim DSB patentrechtlich schützen lassen, was den Schluß nahelegt, dass er zukünftig als privater Unternehmer diese Veranstaltung durchführen möchte. Dies offenbart seine Grundansicht einer Schachturnierveranstaltung als Gewinn erzielender Einnahme.“

Wenn ich das richtig verstehe, betrachtet Herr Jordan das deutsche Amateurschach als seinen "angestammten Herrschaftsbereich“ zur Profitoptimierung zwecks Finanzierung seines privaten Lifestyles. Man kann nur hoffen, dass der DSB solche Machenschaften zügig durchkreuzen und korrupten Strukturen ein für allemal einen Riegel vorschieben wird.

Im übrigen gehe ich davon aus, dass die Mitglieder des DSAM Organisationsteams sehr wahrscheinlich gar nichts von diesen illegalen Transaktionen gewusst haben, sondern von ihrem Chef gutgläubig ausgenutzt wurden. So gesehen spricht doch eigentlich nichts dagegen, dass das eingespielte Team einfach ohne Jordan weiter macht, zum Besten aller Beteiligten.
Boek Boek 05.08.2018 11:36
Ich verfasse diesen Kommentar, weil für manche Leser nach all den bisherigen Stellungnahmen noch nicht ersichtlich genug ist warum das Verhalten des ehemaligen Turnierdirektors der DSAM falsch gewesen ist.
Der Deutsche Schachbund tritt bei dieser Breitensportveranstaltung "Deutsche Schachamateurmeisterschaft" als Veranstalter auf. Folglich handeln alle in dieser Veranstaltung zudem auch 'ehrenamtlich' eingesetzten Mitarbeiter im Auftrag und im Sinne des Deutschen Schachbundes. Folglich kann der ehrenamtlich eingesetzte Turnierdirektor nur Provisionen, sofern der Deutsche Schachbund dem überhaupt zustimmen sollte, für den Deutschen Schachbund aushandeln, aber nicht für einen eigenen privaten Verein oder Dritten. Wenn also der Turnierdirektor dieser Breitensportveranstaltungen des DSB Provisionszahlungen für einen sogar eigenen privaten Verein auszahlen lässt, handelt er nicht im Sinne und im Auftrag des DSB. Dass die Hotelkette die ausgehandelte 12 % Provision nicht einfach als Verlust hinnimmt ist auch klar. Der zahlende Hotelgast würde dementsprechend, davon ist zumindest auszugehen, einen entsprechend niedrigeren Übernachtungspreis bezahlen sofern keine zusätzliche Provision ausgehandelt würde. Im Übrigen trat dieser durch die Provisionszahlungen begünstigte gemeinnützige Verein '64 Felder e.V' bisher nie öffentlich in Erscheinung. Herr Dr. Jordan hat sich die Markenrechte an dem Namen " Deutsche Schachamateurmeisterschaft" nach dem Ausscheiden beim DSB patentrechtlich schützen lassen, was den Schluß nahelegt, dass er zukünftig als privater Unternehmer diese Veranstaltung durchführen möchte. Dies offenbart seine Grundansicht einer Schachturnierveranstaltung als Gewinn erzielender Einnahme. Um den Konflikt beizulegen habe ich den Vorschlag, dass der ehemalige Turnierdirektor die erhaltenen Provisionszahlungen an die Hotelkette oder an den DSB zurückzahlt und im Nachgang eine angemessene Aufwandsentschädigung und Bezahlung seiner Dienste durch den DSB erhält.
RevTiberius RevTiberius 05.08.2018 12:47
Auch die Tatsache, dass Jordan das Geld zumindest teilweise an gemeinnuetzige Vereine gespendet hat, macht es nicht besser. Denn wenn diese Vereine dann Dienstleistungen bei Jordan einkaufen, landet das Geld doch in seiner Tasche. Dieses Masche, die Ertraege ueber eine ueber jeden Verdacht erhabene Organisation laufen zu lassen, kommt im Bereich des gewerbsmaessigen Betrugs und der Untreue sehr haeufig vor.
TGrunwald TGrunwald 04.08.2018 10:21
Der Deutsche Schachbund wird leider von einem Korruptions-Skandal erschüttert, welcher zu kontroversen Diskussionen im Netz geführt hat. Die bisher bekannt gewordenen Fakten stellen sich wie folgt dar:

- Der Deutsche Schachbund (DSB) ist Veranstalter verschiedener Turniere, darunter die Deutsche Amateur-Meisterschaft (DSAM) und die Deutsche Senioren Einzelmeisterschaft (DSEM).
- Herr Dr. Jordan wurde vom DSB mit der ehrenamtlichen Organisation der DSAM beauftragt und hat hierfür ein Organisationsteam zusammengestellt.
- Etwaige Überschüsse aus diesen Veranstaltungen hätten dem DSB als Veranstalter zufließen sollen, um damit nach Bedarf den Spitzensport oder das Jugendschach zu fördern.
- Dazu kam es aber nicht, weil Dr. Jordan, wie wir jetzt erfahren haben, durch „verdeckte Abreden“ jahrelang größere Geldsummen abzweigte.
- Wie man lesen konnte, hätten die sogenannten „Kickbacks“ für Dr. Jordan bei der DSEM angeblich über 10.000 € betragen sollen, wenn der DSB nicht rechtzeitig eingegriffen und das Geld sichergestellt hätte.
- Über die Jahre hinweg hat Dr. Jordan mehrere 100 Schachturniere organisiert. Falls dabei immer die gleiche Masche angewendet wurde, könnten in der Summe etliche 100.000 € in die Taschen des umtriebigen „Ehrenamtlichen“ gewandert sein.
- Es kann so gesehen niemanden verwundern, dass sich der DSB unter diesen skandalösen Umständen zwangsläufig von Dr. Jordan trennen musste.

Zusammenfassend muss man feststellen, dass es hier nicht nur um eine masslose Selbstbereicherung eines „ehrenamtlichen“ Organisators geht, sondern auch um Straftatbestände wie Betrug oder Untreue zulasten des Deutschen Schachbunds und seiner Mitglieder. Betrogen wurden vor allem die zahlreichen Teilnehmer der DSAM, denn ohne die geschilderten Machenschaften wären niedrigere Hotelpreise und höhere Preisfonds möglich gewesen.
Unter diesen Umständen verwundert es doch sehr, dass einige Leute von „mangelnder Fairness“ oder gar einer „Hexenjagd“ gegen Dr. Jordan sprechen, und dadurch praktisch einen Übeltäter als „armes Opfer“ hinstellen. Es mag ja durchaus sein, dass die DSAM Turniere nett organisiert waren und sich die Teilnehmer dort wohl fühlten. Aber dies kann niemals als Entschuldigung für eine langjährige raffinierte Abzocke gelten, schon gar nicht in diesem gewaltigen Ausmaß.

Dem DSB Präsidenten Ullrich Krause und seinen Mitstreitern gebührt höchster Respekt und Anerkennung dafür, dass sie gegen alle Widerstände den Kampf gegen Korruption im deutschen Schach aufgenommen haben. Weiter so und viel Erfolg!
RevTiberius RevTiberius 02.08.2018 05:42
Diese Masche funktioniert immer auf die gleiche Art: der Schaden pro Person ist relativ gering, aber die Masse machts. Wegen der um einiges grösseren Teilnehmerzahl ist der Schaden beim Dresdner Schachfestival sicher noch höher.
Dabei ist es unerheblich, ob die Preise pro Teilnehmer leicht erhöht wurden, oder einfach nur Vergünstigungen nicht an die Teilnehmer weitergeleitet wurden.
DoktorM DoktorM 01.08.2018 10:45
Die Kritik ist berechtigt. Es gibt Dinge, die macht man nicht. Es wird auch nicht besser, wenn man sich selbst nicht direkt bereichert. Mehr ist dazu nicht zu schreiben.
MaxFeelgood MaxFeelgood 01.08.2018 10:05
Ein Gleichnis:
10 Freunde wollen alle das neueste Handy haben. Listenpreis 500EUR. Einer sammelt das Geld ein und geht los, die Handys zu besorgen. Im Geschäft angekommen stellt er fest, dass gerade eine Rabattaktion läuft und das Handy nur 450EUR kostet. Er kauft die 10 Handys und von den gesparten 500EUR seiner Nichte ein neues Fahrrad.
In diesem Forum scheint es tatsächlich eine ganze Reihe von Teilnehmern zu geben, die Kritik an solch einem Verhalten nicht nachvollziehen können oder sie gar -wörtlich- "absurd" finden.
MurkelV MurkelV 01.08.2018 06:45
Wurden Sie jetzt vom DSB bestellt diesen Artikel zu verfassen ?
tierparktoni tierparktoni 01.08.2018 06:18
Man kann sich über die Jordan-freundlichen Kommentare, die hier (auf Bestellung?) eingestellt wurden, nur wundern. Hier wurde eine ganz ordinäre Kick-back-Vereinbarung ausgehandelt, die natürlich auch zu Lasten der Teilnehmer geht. Man versetze sich in die Lage des DSB: da wird für eine DSB-Veranstaltung ein Organisator beauftragt, der diese Gelegenheit nutzt, sich bzw. nahestehenden Dritten (Verein) eine Provision, besser gesagt, „Schmiergeld“, versprechen zu lassen. Bei solchen Abreden liegt immer der Verdacht nahe, dass das betreffende Hotel von Herrn Jordan nur deshalb ausgewählt wurde, weil dieses Hotel bereit war, die höchste Provision zu zahlen. Dies als Nebensächlichkeit abzutun, ist schon etwas naiv. Es mag ja durchaus möglich sein, dass derartige Gepflogenheiten auch bei anderen Sportorganisationen (FIFA) vorkommen. Wird dieser Fall dadurch besser? Der DSB hat aus meiner Sicht noch äußerst moderat reagiert, indem er sich die ihm als Veranstalter zustehende Provision (offenbar gem. Paragraf 667 BGB) gesichert hat und diese nun anteilig an die Teilnehmer auskehrt. Weiter wurde Herr Jordan in dem DSB-Schreiben ja gerade nicht in ein schräges Licht gerückt. Das Problem ist nur, dass der ganze Sachverhalt für sich spricht. Das kann man aber nicht im DSB anlasten.
MurkelV MurkelV 31.07.2018 10:53
Ich möchte bei der Diskussion folgenden Sachverhalt noch mal klar stellen. Herr Dr. Jordan hat in einer Nebenabsprache mit den Hotels der H4-Kette folgendes vereinbart: Da der Schachbund als sogenannter Reiseveranstalter aufgetreten ist, stünde ihm ähnlich wie Trivago eine Provision zu, in diesem Falle 12 %.
Diese 12 % Provision hat Herr Dr. Jordan an einen e.V weitergeleitet, welcher unter seiner Schirmherrschaft steht.
Die ausgehandelten Hotelpreise sind davon ganz unberührt. Mit der Aktion vom deutschen Schachbund wurde jedoch der Anschein erweckt, als ob alle Teilnehmer/Hotelgäste um diese besagten 12 % betrogen worden wären.
Zu dem sei noch erwähnt, dass dieser Verein sich um die Förderung des Schachsports in den Kindergärten bemüht.
Bis jetzt kann ich nach den Ausführungen des Präsidiums des deutschen Schachbundes noch an keine Stelle eine persönlich Bereicherung des Herrn Dr. Jordan feststellen. Selbst wenn es so wäre, muss diese Angelegenheit intern geklärt werden. Im Sinne der deutschen Amateurmeisterschaften als Aushängeschild des deutschen Schachbundes, darf es niemals zu einer solchen öffentlichen Hinrichtung kommen, wie auf der Seniorenmeisterschaft geschehen.
Das hat was mit Anstand, Fingerspitzengefühl und guter Kinderstube zu tun.Ein so perfektes Team findet man nicht wie Sand am Meer und kann auch gar nicht ersetzt werden. In den Jahren sind wir zu einer DSAM-Familie zusammengewachsen. Das alles wird uns jetzt wohl von einem unfähigem Präsidenten versaut. Ich kann nur hoffen, dass diese miese Attacke bei den Seniorenmeisterschaften als Boomerang auf den Präsidenten zurückfällt.
RevTiberius RevTiberius 31.07.2018 08:52
Es stimmt schon, dass der DSB hier - wieder mal - keine gute Figur macht. Wenn man im DSB nach mehr Zusammenarbeit mit professionellen Partnern ruft, muss man auch damit leben, dass diese sich ihre Arbeit etwas kosten lassen.
Richtig ist weiterhin, dass die Teilnehmer nicht dazu gezwungen werden, in einem bestimmten Hotel zu uebernachten, oder auch nur am Turnier teilzunehmen. Dass die Teilnehmer nicht genau darueber informiert sind, wie viel Geld der Veranstalter bekommt, ist auch noch in Ordnung. Das ist schliesslich, wie hier schon von anderen gesagt wurde, bei Konzerten o.ä. auch nicht anders.
Absolut nicht in Ordnung ist allerdings, wenn nicht einmal der DSB darueber informiert wurde, dass Jordan Geld abgreift und in die eigene Tasche wirtschaftet. Das geht nun wirklich nicht und ist je nach vertraglicher Situation zwischen DSB und Jordan irgendwo zwischen boeser Absicht, Untreue und Betrug angesiedelt.
Aber auch der DSB muss sich in dieser Sache kritische Fragen gefallen lassen. Dagegen war die sogenannte "Affäre" um die Barkasse der DSJ gar nichts...
BeatingGonzo BeatingGonzo 31.07.2018 08:09
Prima. Freuen wir uns jetzt darauf, dass die DSAM künftig noch besser, noch günstiger und noch professioneller ausgestaltet wird. Etwas anderes kann ja vom DSB kaum intendiert worden sein, wenn man das Zugpferd des Amateurschachs in Deutschland ohne Not auf links krempeln will. Mich beschleicht aber der Verdacht, dass es der klamme Verband auf die Provisionen abgesehen hat, die von Dr. Jordan ausgehandelt wurden.

Das abenteuerliche Manöver, den Teilnehmern der Seniorenmeisterschaft 12% der Hotelpreise zurückerstatten zu wollen, spottet allerdings jeder Beschreibung. Ich gehe davon aus, dass die Teilnehmer im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte gehandelt haben, als sie sich für das Turnier mit Hotelübernachtung anmeldeten. Wer soll denn wo getäuscht worden sein? Jeder wusste im Vorwege, was er für sein Geld bekommt. Insofern zielt das Manöver doch vielmehr darauf ab, Dr. Jordan vor den Augen der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Was für ein armseliges Verhalten seitens des Verbandes.

Sollte es dem DSB gelingen, die DSAM in naher Zukunft vor die Wand zu fahren, weil das Produkt DSAM in sich nicht mehr stimmig ist, muss man sich intensiv mit dem Gedanken auseinandersetzen, die Spitze des DSB abzulösen.
Monxxta Monxxta 31.07.2018 05:00
"Abzocke" ist übrigens RTL2-Sprech.
flachspieler flachspieler 31.07.2018 11:33
Liebe Leute,

mir ist am Rande der Diskussion folgendes aufgefallen:
heutzutage scheint es in Deutschland einfacher zu sein,
die Senioren-Einzel-Meisterschaft mit einem ordentlichen
Preisfond auszustatten (über 6.500 Euro für 2018) als
die "normale" Einzelmeisterschaft. Das kann einem schon
zu denken geben.

Ingo Althöfer.
Don Claudio Don Claudio 31.07.2018 10:13
Dies zeigt wieder einmal das unprofessionelle, ungeschickte Vorgehen der Betonköpfe im DSB. So etwas müsste der DSB intern in Stille von sich aus vorher mit den Organisatoren regeln und nicht nachträglich gegen Dr Jordan Beschuldigungen aussprechen, dür die der DSB selbst verantwortlich ist. Am Bedauerlichsten ist natürlich der Rücktritt Dr Jordans als Direktor der DSAM, eines der beliebtesten und besten Amateurturniere europa- und weltweit, das wir Dr Jordan seit vielen Jahren zu verdanken haben. Es ist vollkommen ok, wenn Hotelpreise vereinbart werden und dabei ein Gewinn bei den Organisatoren entsteht, wenn es sich Im Rahmen hält, was hier mehr als der Fall ist. Kein Hotel wird solche super perfekten Rahmenbedingungen liefern mit hohem Aufwand in jeder Hinsicht (Es handelt sich ja nicht nur um einfache Übernachtungen), wenn nicht ein finanzieller Nutzen dabei herauskommt. Dies ist ein grundlegendes Prinzip der Marktwirtschft und daher muß irgend jemand dafür bezahlen. Wenn dies nicht der DSB ist, dann eben die Hauptnutznießer, nämlich die Teilnehmer. Außerdem wird niemand gezwungen an den organisierten Turnieren teilzunehmen oder im stattfindenden Hotel zu übernachten, wenn ihm die Preise zu hoch sind. Jeder entscheidet das für sich selbst und eine Rückerstattung des vereinbarten Preises ist absolut grotesk, auch wenn Amazon das macht, falls man ein gekauftes Produkt woanders billiger erwerben kann. Der Sinn dieser ganzen Aktion kann nur sein, einen der beliebtesten und sympathischsten Organisatoren und Mitarbeiter des DSB zu mobben undwegzudrängen durch irgendwelche neidischen Schwach-, bzw. Betonköpfe, die weltfremd die Praxis nicht kennen und selbst kein Turnier organisieren können, zum Schaden aller Schachspieler und des DSB selbst.
Lt Marseille Lt Marseille 31.07.2018 10:03
Bei FIFA-Turnieren ist so etwas gang und gäbe - und zwar in erheblich größerem Ausmaße. Hier allerdings sagt der DSB natürlich nichts. Dennoch dürfen solche Machenschaften in Deutschland nicht sein. Der DSB muss die Kontrolle über seine Meisterschaften haben, was notfalls auch mit semiprofessionellen Funktionären zu geschehen hat.
Aber vergesst nicht: Die Orga des Dr. D.J. war bisher immer besser als nur semiprofessionell. Darum: Deckel drauf, wieder gute Turniere organisieren und eine Pflicht für jeden Veranstalter implementieren, an den solche Meisterschaften vergeben werden, nach dem Turnier alle Finanzen offen zu legen.
Pedo47 Pedo47 30.07.2018 11:43
Aktuell kostet das einfache Doppelzimmer ca 75,00 €, es wurde also auf keinen Fall billiger wie das bei bei 9 oder 10 Tage Aufenthalt zu erwarten war. Also doch Abzocke !
RevTiberius RevTiberius 30.07.2018 10:35
Es ist im Grundsatz richtig, dass die Veranstaltung von professionell durchgeführten Events nicht einfach ist, und dass sich die Organisatoren ihre Arbeit auch durchaus bezahlen lassen können und sollten.
Zu einer ganz üblen Abzocke wird die Sache allerdings dadurch, dass nicht einmal der DSB von dieser "Nebenabsprache" gewusst hat. Im Sinne einer vertrauensvollen Zusammenarbeit hätte Jordan dies unbedingt transparent machen müssen - insbesondere bei diesem Turnier, da es sich um eine offizielle DSB Meisterschaft handelt. Eine offizielle Stellungnahme von Jordan wäre hier ebenfalls von Interesse. Ausserdem sollte der DSB diese Erfahrung bei zukünftigen Turnierausrichtungen berücksichtigen.
Krennwurzn Krennwurzn 30.07.2018 09:51
Der FIDE-Präsidentschaftskandidat Arkady Dvorkovich sagte im CB-Interview:

Organisatoren von FIDE-Turnieren buchen Hotels und erhalten, denke ich, 100% Profit von den Hotelbuchungen, wieder von Eltern, von Kindern, von jungen Leuten. Ich denke, dass wir das so schnell wie möglich stoppen sollten. Am Tag nach der Wahl würde ich diese Praxis stoppen.

ad HannaSchmidt: wir hatten 2017 So-Do in Erfurt ein 4* Hotel mit Frühstück um 25 Euro pro Person via Neckermann.
HannaSchmidt HannaSchmidt 30.07.2018 08:23
Es ist in dem Sinne keine Abzocke, da das Hotel durch Dr. Jordan für die Teilnehmer billiger wurde, als wenn sie den normalen Hotelpreis bezahlt hätten. Zumindest kann ich mir kaum vorstellen, dass 70€ Einzelzimmer im 4 Sternehotel eine Abzocke darstellen soll, eher bereits eine Vergünstigung. Wenn man darüber hinaus noch interne Absprachen mit dem Hotel hegte, ist das m.E. als Organisator durchaus legitim. Im Schnitt verdient ein Organisator ca. 20 Prozent, von dem was er heranschaft, ganz zu schweigen von dem enormen Arbeitsaufwand, den er und sein Team aufbringen muss. Die Arbeit, die als Organisator dahinter steckt kann keiner, der nicht selbst bereits ein Turnier in dieser Größenordnung organisiert hat, überhaupt nachvollziehen. Ohne Herrn Dr. Jordan wären viele Turniere in Deutschland gar nicht erst organisiert worden. Ich denke, es steht keinem von uns zu, ein Urteil zu fällen, ohne die genauen Fakten zu kennen. Und wer findet heutzutage noch ein 4 Sternehotel incl. Frühstück für 70€?
budzy budzy 30.07.2018 08:21
Ob man es als "Abzocken" bezeichnen kann, wenn es eine solche Abrede gibt, erscheint doch fraglich. Die Teilnehmer wissen doch normalerweise schon vor Anmeldung, wieviel das Hotel kostet. Und die genannten Preise sind für ein derartiges Hotel in Hamburg keineswegs besonders hoch. Jedenfalls interessiert es mich als Hotelgast nur, wie hoch der Preis ist, und nicht, wie er sich im Einzelnen zusammensetzt.

Und zumindest bei Open, an denen ich teilgenommen habe, waren die Hotelpreise meist deutlich günstiger als normal (teils sogar Ermäßigungen von > 50,00 EUR je Doppelzimmer/Nacht).

Wenn es um ein "normales" Open geht, ist es übrigens durchaus legitim, wenn nicht nur die Kosten umgelegt werden, sondern auch für den Veranstalter (oder eine von ihm ausgewählte Organisation) etwas dabei herausspringt. Es ist keineswegs anstößig, mit der Veranstaltung von Schachturnieren Geld zu ´verdienen wie mit anderen Dienstleistungen auch. Verglichen mit Eintrittspreisen für andere Events, die nur wenige Stunden dauern und nicht mehrere Tage wie ein Open, sind die hierzulande üblichen Startgelder sehr niedrig. Bei einer DSB-Veranstaltung wie hier mag dies vielleicht anders zu beurteilen sein, aber auch dafür muss man Leute finden, die das organisieren, und kann nicht erwarten, dass alles völlig uneigennützig geleistet wird.
DoktorM DoktorM 30.07.2018 07:49
Man sollte strikt trennen zwischen den Unterbringungskosten und den Turnierkosten (z.B. Saalmiete in einem Hotel). Die Turnierkosten werden auf das Startgeld umgelegt. Dadurch sollten Hotelzimmer im Umkreis des Turniers keinesfalls teurer sein als normalerweise. Ist das doch der Fall, werden die Turnierteilnehmer abgezockt. Die Frage ist, von wem. Ist der Turnierorganisator daran beteiligt, im Stillen, wird es unredlich.

Man sollte sich das als Turnierteilnehmer nicht bieten lassen, die Schachwelt darauf aufmerksam machen und solche Turniere kategorisch meiden.
RevTiberius RevTiberius 30.07.2018 07:11
Eine ganz üble Abzocke auf Kosten der Teilnehmenden Senioren. Jordan sollte sich schämen. Leider kommt es auch bei anderen Turnieren oft vor, das die Unterbringung zu völlig überhöhten Preisen stattfindet. Der DSB sollte dies im Rahmen seiner Möglichkeiten im Auge behalten, denn viele Open gerade im Amateurbereich kämpfen mit zurückgehenden Teilnehmerzahlen - auch wenn dies von einigen sehr gut laufenden Events etwas überschattet wird
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