Bartosz und Monika Socko holen Double

23.04.2013 – Spannendes Finish bei den Polnischen Meisterschaften: Im Offenen Turnier musste nach neun Runden ein Stichkampf zwischen Bartosz Socko und Grzegorz Gajewski entscheiden. Auch im Frauenturnier stand nach regulärem Verlauf noch keine Siegerin fest. Hier kam es sogar zum Stechen mit vier Spielerinnen. Hier wie dort hören die neuen Meister auf den Namen Socko. Bericht, Bilder, Partien, etc...

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Monika und Bartosz Socko gewinnen Polnische Meisterschaften

Die Polnischen Schachmeisterschaften der Frauen und Männer fanden vom 13.-21. April in Chorzow (Königshütte) statt. Beide Turniere wurden nach spannenden Tie-Breaks von der Socko-Familie gewonnen. 

Monika und Bartosz Socko – beide zeigten Nerven aus Stahl und wurden polnische Meister; sie freuten sich schon früher über das "Double Gold" - im Jahre 2008

In der Mitte des Turniers glaubten viele, dass die letztjährigen Meister – Iweta Rajlich und Mateusz Bartel - ihre Titel verteidigen werden. Bartel spielte sicher, mit jeder Runde immer besser und war nie in Gefahr eine Partie zu verlieren. Sein Glück dauerte bis zur achten Runde, als er eine Niederlage gegen Bartosz Socko erlitt. Damit gingen Socko und Gajewski vor der letzten Runde mit 6 Punkten in Führung, gefolgt von Bartel und dem 18-jährigem Kamil Dragun mit 5,5 Punkten. Diejenigen, die sich einigen Nervenkitzel von der letzten Runde erwarteten, wurden jedoch enttäuscht. Die Spitzenpartie zwischen Socko und Gajewski war ziemlich langweilig, keiner wollte ein Risiko eingehen und die Groβmeister teilten den Punkt. Zur gleichen Zeit waren Bartel und Dragun nicht in der Lage, ihre Partien zu gewinnen, was ein Tiebreak-Match für die beiden Spitzenreiter bedeutete.

 

Partien...

 

Stichkampf

 

Im Stichkampf entschied sich Gajewski für ein dubioses Qualitätsopfer und musste lange eine schlechtere Stellung verteidigen. Als er endlich ausgeglichen hatte und das Endspiel Läufer vs Turm bekam, machte er einen schrecklichen Fehler, der selten auf diesem Niveau zu sehen ist, verlor den Läufer, die Partie und den Titel. Damit konnte sich Bartosz zum zweiten Mal in seiner Karriere über die Goldmedaille freuen.

Bartosz Socko und Grzegorz Gajewski

 

Der zweite Platz von Gajewski ist keine Überraschung. In den letzten Jahren hat er große Fortschritte gemacht und war der Ratingfavorit des Turniers. Seine Chancen auf den Turniersieg wurden aber schon in der ersten Runde fraglich, als er gegen 15-jährigen Jan-Krzysztof Duda verlor. Mateusz Bartel hätte den Titel sicher gerne verteidigt und wird mit der Bronzemedaille nicht
zufrieden sein. Allerdings ist dies sein bestes Resultat in der letzten Zeit.
Der vierte Platz von Kamil Dragun, dem ehemaligen Juniorenweltmeister, ist eine
nette Überraschung. Seinen Spielstil kann
man mit dem von Tal vergleichen. Seine Partien sind spannend und voller
Opfer, die nicht immer korrekt sind, aber wilde Berechnungen von den Gegnern
verlangen. Oft waren diese den Anforderungen nicht gewachsen.

Im Frauenturnier wollte Iweta Rajlich ihren Erfolg vom letzten Jahr wiederholen. Ihr Spiel war jedoch nicht immer überzeugend. Aber mit Hilfe des Glücks und der Gegnerinnen sammelte sie einige Punkte und war immer an der Spitze der Tabelle. In der achten Runde verlor sie gegen Monika Socko, die damit erst ihren zweiten Partiegewinn im Turnier feierte. Jolanta Zawadzka nutzte ihre Chancen auf einen Sieg gegen Karina Szczepkowska-Horowska in der vorletzten Runde nicht, um ihren  Vorsprung vor Rajlich vor der letzten Runde auszubauen. Das Frauenturnier war sehr ausgeglichen. Sieben Spielerinnen haben die Meisterschaft mit einem Plus beendet und zeitweise war sogar ein Tie-Break um die Goldmedaille mit sieben Spielerinnen theoretisch möglich. Doch dazu ist es nicht gekommen.

In der letzten Runde konnte Iweta Rajlich, obwohl klare Favoritin, Agnieszka Matras-Clement nicht besiegen. Jolanta Zawadzka kann mit dem Remis gegen Marta Przezdziecka glücklich sein. Während des ganzen Turniers hatte Zawadzka viele Punkte verschenkt, weil es ihr nicht gelang, ihre gewonnenen Stellungen in volle Punkte zu verwandeln. Doch in der letzten Runde kam Caissa zu Jola zurück. Ihre Gegnerin schenkte ihr einen Turm und damit ein Remis. Gleichzeitig bezwang Karina Szczepkowska-Horowska Joanna Majdan-Gajewska, wobei auch hier die Beteiligung des Glücks und der Gegnerin nicht zu unterschätzen war. Die letzte Spielerin, die sechs Punkte sammelte, war Monika Soćko. Sie gewann einfach und auf hübsche Weise gegen die junge Anna Iwanow. Joanna Worek bekam ein “Bye”, weil Anna Gasik nach 6 verlorenen Partien das Turnier vorzeitig verließ. Asia war darüber wenig froh, denn ein Sieg in der letzten Runde hätte ihr die letzte WGM-Norm eingebracht.

 

Partien Frauenturnier

 

 

 

Das Tiebreak zwischen Monika Soćko, Iweta Rajlich, Jolanta Zawadzka und Karina Szczepkowska-Horowska wurde als Rapidturnier mit 6 Runden ausgetragen. Die Spielerinnen waren erschöpft und nervös und machten deshalb viele Fehler. Auch der Stichkampf bewies die Ausgeglichenheit des Turniers, denn wieder teilten drei Spielerinnen den ersten Platz  Socko, Zawadzka und Szczepkowska-Horowska sammelten jeweils 3,5 Punkte, Rajlich als Letzte nur 1,5.

Monika Soćko und Karina Szczepkowska-Horowska

Iweta Rajlich und Jolanta Zawadzka

Spannung beim Tiebreak

"Oh, nein!"

 

Partien Stichkampf Frauen

 

 

 

Aufgrund der Sonneborn-Berger-Wertung aus dem Hauptturnier ging die Goldmedaille nun an Monika Socko (zum fünften Mal in ihrer Karriere). Silber gewann Jolanta Zawadzka und Bronze Karina Szczepkowska-Horowska. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Monika und Bartosz Socko sich über das "Double" freuen. 2008 gelang ihnen das Kunststück schon einmal. 

 

  

Von WGM Beata Kadziolka

Fotos: Sylwia Rudolf.  

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