Beispielhafte Jugendarbeit

21.09.2015 – Hans-Walter Schmitts "Chess Classic" sind zum Bedauern vieler Schachspieler leider Geschichte, doch der Bad Sodener Schachaktivist hat mit der Jugendarbeit ein lohnendes neues Aufgabengebiet gefunden. Mit seinen "Chess Tigers" trainiert er derzeit allein in Bad Soden 60 Kinder und Jugendliche. Kürzlich führte er im Rahmen der "Youth Classic" ein attraktives Qualifikationsturnier durch. Mehr...

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Youth Classic Qualifier in Bad Soden ein voller Erfolg

Die erste Ebene der U14-Rundenturniere "Youth Classic Qualifiers" wurde in sieben Gruppen mit je acht Teilnehmern und fester Setzliste im feinen Bürgerhaus in Neuenhain in Bad Soden am Taunus ausgetragen. In den Gruppen 1-7 spielte also an drei Tagen „Jeder gegen Jeden“, um nach 7 Partien die Plätze 1-4 und damit die nächste Ebene der "Youth Challenge" vom 2.-4.Oktober 2015 zu erreichen. Aus den Jahrgängen 2001 bis 2008 waren diesmal 56 Schülerinnen und Schüler unter 14 Jahren aus 20 verschiedenen Vereinen am Start. Die Steigerung beim Zuwachs der Teilnehmer um über 80% zum Vorjahr gibt dem veranstaltenden Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. die Zuversicht, auf dem richtigen Weg zu sein. Dies betonte auch der Bad Sodener Bürgermeister und Schirmherr Norbert Altenkamp bei seiner Begrüßungsrede: "Was Tauberbischofsheim fürs Fechten bedeutet, sollte doch auch in Bad Soden am Taunus fürs Schach möglich sein." Zumal der 15. Schachweltmeister Viswanathan Anand aus Indien, die Chess Tigers unter der Führung von Veranstalter Hans-Walter Schmitt und der Schachclub Bad Soden für riesige Bewegung im Jugendschach in den letzten Jahren sorgten.

Der Gabentisch: Pokale und ChessBase-Preise

Bei den weiteren vier Qualifikationsturnieren der "Youth Challenge" in der zweiten Ebene steigen dann Sieger und Zweitplatzierter in die oberste Ebene, das "Youth Masters", am 30. Oktober bis 1. November 2015 auf. Viele werden sagen, dass diese Form der Turnierveranstaltung sehr umständlich erscheint, im Verhältnis zum "Schweizer System"-Turnieren, wo alle in einem Turnier spielen und es an einem Wochenende getan ist. Andere werden sagen, dass gerade diese Form gut ist, "begleitete und betreute" Erfahrungen im Schach zu sammeln. Allein schon die Tatsache, dass fast jeder Teilnehmer nach den Turnieren eine DWZ erworben hat, ist Grund genug teilzunehmen.

Aber die besondere Sicherheit, vor dem Turnier alle Gegner und die Farbe der Steine zu kennen, gibt den Schülern und den "Trainern" die Gelegenheit, sich vorzubereiten und unmittelbar nach Beendigung der Partie diese im separaten Raum mit den Produkten des Hauptsponsors ChessBase zu analysieren. Additiv stehen neben den symbolischen Preisen (Pokale und Urkunden) auch die neuesten Produkte von ChessBase (Datenbank ChessBase13, Programme Komodo Chess 9, Houdini 4 und Deep Fritz 14, Weltmeister- und Endspiel-DVDs und Bücher) als Sachpreise zur Verfügung, damit auch diese notwendigen Hilfsmittel in der Vor- und Nachbereitung auf Partien einbezogen und antrainiert werden können. Ein nachhaltiges System für die Nachwuchsförderung und die Integration in die große Schachspielfamilie von 90.000 Mitgliedern in Deutschland. Allein der SC Bad Soden hat momentan über 60 Jugendliche und Kinder in der Ausbildung.


Der Gabentisch: Preise und Pokal

Sieben Sieger aus sieben verschiedenen Vereinen

Nach insgesamt 7 Runden - zwei Partien am Freitag, drei Partien am Samstag und zwei Partien am Sonntag - mit einer Basisbedenkzeit von einer Stunde und der Zugabe von 30 Sekunden bei jedem ausgeführten Zug für jeden Spieler standen am Ende die Sieger der einzelnen Gruppen fest:

Sieger Gruppe 1: Marius Bajorski (SV 1920 Hofheim)
Sieger Gruppe 2: Adam-Kristof Baranyai-Molnar (SC Bad Soden & SF Neuberg)
Sieger Gruppe 3: Lars Lange (Sfr. 1932 Kelkheim)
Sieger Gruppe 4: Daniel Schwarz (SG Turm Idstein)
Sieger Gruppe 5: Daniel Hegner (SC 1974 Eschborn)
Sieger Gruppe 6: Nils Lehmann (SV Lahn Limburg)
Sieger Gruppe 7: Ivan Jakesevic (FC 34 Bierstadt)

Jeder erhielt einen großen Pokal und das Schachprogramm Deep Fritz als wertvollen Preis. Die Platzierten 2-4 bekamen DVDs der Weltmeister Master Serie und Endspiel-DVDs des Hamburger GM Dr. Karsten Müller.

 

Daniel Hegner (SC Eschborn / 6,5 Punkte aus 7 Partien)

Lars Lange (SF Kelkheim / 6,0 Punkte aus 7 Partien)

Daniel Schwarz (SG Turm Idstein / 7,0 aus 7 Partien)

Alle übrigen waren ganz angetan von den Früchtedrops in den Dosen der berühmten Weltmeister Robert James (Bobby) Fischer (USA), Viswanathan Anand (Indien) und dem amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen (Norwegen). Ein gewollter und schöner Nebeneffekt bei den Youth Classic Qualifiers war, dass 10 Schüler ihre erste DWZ (Deutsche Wertungszahl) erringen konnten, was den 6-jährigen Florin Werner jubilieren ließ: "Jetzt bin ich auch ein richtiger Schachspieler." Allein, um diesen Satz zu hören, fördern die Chess Tigers gerne das brillanteste aller Spiele und die Mainova AG hilft entscheidend mit, um ein Schachturnier schülergerecht zu veranstalten.

Adam-Kristof Baranyai-Molnar (SF Neuberg / 7,0 aus 7 Partien)

 

Der Zweck heiligt die Mittel beim Schach

Die Youth Chess Classic setzt sich aus drei Turnieren zusammen: Youth Qualifier (56 Spieler, 4.-6. September 2015), Youth Challenge (32 Spieler, 2.-4. Oktober 2015) und Youth Masters (8 Spieler, 30. Oktober - 1. November 2015). Warum veranstalten die Chess Tigers eine so aufwändige und strapaziöse Abwicklung der Youth Chess Classic für U14-Teilnehmer in Rundenturnieren mit Qualifikation für die nächste Ebene? Warum nicht alle in einen großen Topf werfen (Schweizer System), ein paar Runden lang einfach umrühren und fertig ist die "Chose"!

Die Grundüberlegungen sind, Wege zu finden, die die ungeübten und unerfahrenen Schüler an das Turnierschach mit langer Bedenkzeit heranführen können. Nicht nur zu ihrem eigenen Nutzen, sondern auch zum Nutzen ihres Vereins. Die sporadischen Sonntagserfahrungen in den Mannschaften der Erwachsenen zeigen, dass die Schüler mit den unruhigen Händen und willkürlicher Bedenkzeit-Einteilung nicht die Ergebnisse erzielen, die sie eigentlich erzielen könnten. Die Eigenmotivation durch Gewinnpartien mit DWZ-Auswertung steigt enorm an, wenn ihnen bewusst wird, dass sie bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie gut nachdenken und routinierte Abläufe, ohne besonders an diese zu denken, intus haben. Um alle schachliche Energie am Brett dem eigenen Nutzen der Kinder zuzuführen, haben wir das Programm "Lernen und Spielen" entwickelt, bei dem der Schwerpunkt auf "Üben, Üben, Üben,…" und dem richtigen Anwenden gelegt wird.

Warum ist ein 10-jähriges Talent wie Vincent Keymer schon so stark? Ja, der kleine Mann sieht, wie seine Eltern (Berufsmusiker) erst glücklich sind, wenn sie zwei bis drei Stunden am Tag ihr Instrument oder ihre Stücke gespielt (geübt) haben. Warum sollte ihm fremd sein oder werden, wenn er sein Lieblingshobby nicht in ähnlicher Weise spielt (übt). Der Weltmeister von 2000/01 und 2007-2013, Viswanathan Anand aus Indien, übt auch am Tag 6-8 Stunden, obwohl er Schachspielen schon ganz gut kann. Wenn die Eltern glauben, dass man mit einer Stunde Schach in der Woche in vier Grundschuljahren weit kommen kann, dann müssen wir sie ein wenig enttäuschen, wenn ihre Schützlinge das so nicht erreichen können. Mathematik wird meist 4-5 Stunden in der Woche an den Schulen angeboten und dies 13 Jahre lang.

Vater-Sohn-Analyse: Kilian Gabriel Gräf (vorne), Leif Graser (hinten)

Mathematik ist nicht wesentlich komplexer als Schachspielen oder Musizieren. Die Freude beim Schachspielen beginnt beim Schachlernen und dem Vertrauen in die Trainer und Lehrer. Aber nichts, aber auch gar nichts geht über gute Partien und motiviert wie Siege! "Den Prozess der kindlichen Entschleunigung durch Schach einfach unterstützen, um sich im Spielen gehen zu lassen und sich einfach wohl zu fühlen. Lassen Sie wieder Ihr Kind länger nachdenken an interessanten Aufgaben! Lassen Sie es symbolisch auf hohe Bäume klettern und ermutigen Sie es, langsames Schach zu spielen in den Youth Classic Turnieren, ohne das Blitzen und Schnellschach zu verbieten", möchten die Chess Tigers den Eltern zurufen. "Und versuchen Sie das Dabeisein zu belohnen und nicht nur nach den Preisen, Ratingpreisen, Altersstufen-Preise und Mädchenpreise zu gieren! Belohnen Sie Anstand und Spielkultur, dann kommen die Siege und Bestenlisten wie von selbst!"

 

Die Sieger

Tabellen:

 

Artikel aus dem Höchster Kreisblatt vom 10.09.2015

 


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