Bemerkenswert: Peter Heine Nielsen

31.01.2005 – Der dänische Spitzenspieler Peter Heine Nielsen kann auf einige bemerkenswerte Erfolge zurückblicken. Jüngst wurde er Internet-Europameister, erreichte zusammen mit Alexej Shirov den ersten Platz beim GM-Turnier in Drammen und war beim Corus B-Turnier oben zu finden. Im Übrigen vertritt PH Nielsen einige bemerkenswerte Ansichten, die die Zeitschrift Schach in ihrer aktuellen Ausgabe (2/2005) in ihrem Fragebogen "Schach-Fragen" veröffentlichte. So hält PH Nielsen neben Jesus besonders Bill Gates wegen dessen Bemühen um die Bedürftigen für eine faszinierende Persönlichkeit der Weltgeschichte. Außerdem freut er sich, dass er zu der Generation von Spielern gehören darf, die nun Dank des Computers sehr schnell eine neue und sehr undogmatische Auffassung vom Schach entwickeln. Seine Vermutung hingegen, GM-Kollege Jan Gustafsson habe besondere Fähigkeiten zu eigenständigem Denken, musste er revidieren. Computerschachfreunde, und nicht nur diese, finden im Heft außerdem einen Test über Pocketschachprogramme von Lars Bremer. Zur Zeitschrift Schach...Schach-Fragen an Peter Heine Nielsen (Auszug)...

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1.) Wer ist Ihrer Meinung nach die a) am meisten über- und b) die am meisten unterbewertete Persönlichkeit der Schachgeschichte?

a) Fischer ist für mich kein Mythos. Er war ein extrem starker Praktiker, hat das Schach meiner Meinung nach aber nicht revolutioniert. Seinen Mythos hat er dadurch geschaffen, dass er im Zenit seiner
Karriere abgetreten ist. Ich bin sicher, dass andere Champions auch mit dieser Idee geliebäugelt, aber den rechtzeitigen Absprung verpasst haben. b) Ich denke, dass Kramnik nicht die Würdigung erfahren hat, die er nach seinem Matchsieg über Kasparow in London 2000 verdient gehabt hätte. Den größten Schachspieler aller Zeiten so hilflos aussehen zu lassen – das hat mich stark beeindruckt.

( ...)

2. Was halten Sie für die schädlichste Entwicklung im modernen Schach?

Fragen wie diese! Warum sollen wir uns immer nur auf das Negative fokussieren?! Lassen Sie uns die Frage doch andersherum stellen: Welcher Punkt in der Geschichte des Schachs ist der interessanteste? Für mich sind wir definitiv genau jetzt an diesem Punkt angelangt! Dank der Computer sowie einer neuen und sehr undogmatischen Generation entwickelt sich unser Verständnis vom Schach schneller weiter als je zuvor. Ich fühle mich privilegiert: Aufgewachsen
vor der Ära der Computer, darf ich dennoch ein Teil von ihr sein.

(...)


12. Welche Persönlichkeiten der Weltgeschichte faszinieren Sie am meisten?


Mein Blick auf die Geschichte ist im allgemeinen so, dass den Individuen eine geringere Bedeutung zukommt und dass strukturelle Faktoren die entscheidende Rolle spielen. Jesus Christus halte ich für die Persönlichkeit, die den größten Einfluss auf die Geschichte hatte. Trotz all der Ungerechtigkeiten, die in seinem Namen begangen wurden. Von den Lebenden beeindruckt mich Bill Gates am meisten, weil er den aufrichtigen Wunsch hat, vielen Bedürftigen zu
helfen.

(...)

14. Aktuelle Frage: Wie darf man sich eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen zwei starken Großmeistern vorstellen? Diskutieren sie die Themen bereits im Vorfeld? Läuft der Computer die ganze Zeit über im Hintergrund mit? Wo treffen sie sich normalerweise? Wer macht das Frühstück?

Im allgemeinen verschafft es einem eine Menge Inspiration, wenn man mit einem anderen starken Spieler über Schach diskutiert. Mit einem Larsen, Anand oder Carlsen zu arbeiten, hat mein Schachverständnis ungemein verbessert. Mit Gustafsson läuft der Computer die ganze Zeit mit. Einmal war ich von seiner Fähigkeit beeindruckt, eigenständig zu denken. Dann stellte sich heraus, dass er nur eine andere Engine als ich benutzt hatte. Mit Tiger Hillarp hatte ich ein oder zwei computerlose Sitzungen – eine interessante, doch wenig exakte Erfahrung. Tiger ist ein ausgezeichneter Koch. Jan scheint mich für einen ebensolchen zu halten.

(Auszüge mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Schach, Berlin : www.zeitschriftschach.de

 

 

 

 



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