Biel: Lê Quang Liêm gewinnt den Großmeister-Triathlon

von ChessBase
23.07.2022 – Mit einem Remis gegen seinen direkten Verfolger Andrey Esipenko in der letzten Partie des Turniers hat sich der vietnamesische Großmeister am Freitag den Sieg in dem aus den Disziplinen "Rapid", "Blitz" und "Klassisch" bestehenden Turnier gesichert. Jeder der acht Teilnehmer musste insgesamt 28 Partien bestreiten. Zweiter wurde Esipenko, Dritter Gukesh. Für Vincent Keymer war es nicht sein bestes Turnier: Der Deutsche landete, nach einer abschließenden Niederlage gegen Arkady Naiditsch, schließlich auf dem letzten Tabellenplatz. | Fotos: Schachfestival Biel

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Medienbericht des Bieler Schachfestivals

 

Quang Liem gewinnt das Bieler Schachfestival 2022!

Noch konnte er sich heute Morgen nicht sicher sein, doch dank eines Remis gegen seinen ersten Verfolger Esipenko hat sich Lê Quang Liêm den Titel im Großmeister Triathlon am Bieler Schachfestival gesichert! Der über das ganze Turnier überzeugende Vietnamese erwies sich sowohl im klassischen Schach, als auch im Rapid als der stärkste Spieler und fiel auch im Blitzschach nicht ab, so dass er sich den Gesamtsieg im Triathlon wahrlich verdient hat! Das Podium wird komplettiert vom Russen Andrey Esipenko und dem Inder Gukesh Dommaraju.

Im Damen Quadriathlon gab es einen "Heimsieg": Die Schweizerin Yongzhe  Zhuang schlug in der Schlussrunde die vormalige Führende Iris Ciarletta (FRA) und konnte sich so den Sieg sichern. Dritte wird mit Gohar Tamrazyan ebenfalls eine Schweizerin.

Das hochklassige Masterturnier von Biel gewann überraschend der Aserbaidschaner Mahammad Muradli, vor Kirill Alekseenko (RUS) und Shant Sargsyan (ARM). Im Allgemeinen Turnier obsiegten die Inder Manmay Chopra und Harisurya Bharadwaj Gundepudi, vor Majed Al Helaoy aus Syrien.

 

Großmeister Triathlon

Trotz drei Siegen in Folge stand Lê Quang Liêm eine Runde vor Schluss noch nicht als Sieger fest. Heute trat er mit Schwarz gegen seinen ersten Verfolger Andrey Esipenko an und es wäre der Russe gewesen, der im Falle eines Sieges das Rennen gemacht hätte. In einer äußerst komplexen Partie geriet der Vietnamese immer wieder in Schwierigkeiten, doch er fand die Mittel, um ein Remis zu erzwingen und so das Turnier zu gewinnen. Gukesh hatte mit Schwarz eine gute Stellung gegen Salem, verlor aber die Kontrolle über die Ereignisse und dann die Partie. Dennoch behielt er seinen dritten Platz, da der Vierte, Abdusattorov, dem Sieger 2022, Kamsky, unterlag, der nach einem schwierigen Turnier immerhin mit einem positiven Ergebnis abschloss. Auch Naiditsch hatte sich das Beste für den Schluss aufgehoben, indem er Keymer überzeugend mit Weiß besiegte und so seinen letzten Platz an Vincent Keymer abgab. Das Podium blieb während des gesamten Turniers unverändert, aber die Reihenfolge war bis zum Schluss ungewiss! Das Urteil: Le Quang Liem (35½), vor Andrey Esipenko (32½) und Gukesh D (29½).

Das Podium

GMT: Schlussrangliste

Partien (klassisch)

 

 

DAQ: Zhuang gewinnt den Damen Quadriathlon!

Im Rahmen des von der FIDE ausgerufenen Jahres der Frau im Schach, fand am Bieler Schachfestival der Damen ACCENTUS Quadriathlon mit acht eingeladenen Nachwuchshoffnungen statt. Die Schweizerinnen waren in der letzten Runde gnadenlos! Zhang konnte Ciarletta mit Schwarz besiegen, zog an ihr vorbei und gewann das Turnier! Auch Tamrazyan kletterte mit einem Sieg über Avilova auf den dritten Platz und profitierte dabei von Cornileaus Niederlage gegen Sumarriva. Moracchini erreicht nur ein Remis gegen Cecilia Keymer, obwohl ein Sieg nötig gewesen wäre, um den dritten Platz zu erreichen.

Das Podium

DAQ: Schlussrangliste

Masterturnier MTO: Muradli Überraschungssieger!

Im Duell der Punktgleichen hatte Alekseenko mit Weiß gegen Muradli an Tisch 1 die Vorteile auf seiner Seite, geriet aber in Zeitnot und musste sich mit einem Remis begnügen. Da auch an den Tischen 2 und 3 unentschieden gespielt wurde, kamen beide Spieler auf 7 von 9 Punkten, aber der Aserbaidschaner Muradli gewann mit einer besseren Zweitwertung. Eine herausragende Leistung von Muradli, der mit einem Rating von 2523 nur auf Platz 21 der Startliste stand, rund 200 ELO-Punkte hinter den Favoriten des Turniers! Von den sechs Verfolgern mit 6½ Punkten ist es der Armenier Sargsyan, der sich auf den dritten Platz vorschob. Die Inder, die während der gesamten zehn Tage die Kontrolle über das MTO hatten, verpassten schliesslich das Podium! Visakh, Sethuraman und Mendonca belegen jeweils den vierten, fünften und sechsten Platz in diesem Turnier mit 114 Teilnehmenden.

Von den 21 teilnehmenden Schweizern beendeten Gabriel Gähweiler und Igor Schlegel mit je 5 von 9 möglichen Punkten das Turnier am erfolgreichsten.

Das Podium

Schlussrangliste MTO:

Rk. Name Pts.  TB1 
1 Muradli Mahammad 7,0 45,5
2 Alekseenko Kirill 7,0 45,0
3 Sargsyan Shant 6,5 47,5
4 Visakh N R 6,5 47,0
5 Sethuraman S.P. 6,5 47,0
6 Mendonca Leon Luke 6,5 45,5
7 Fedoseev Vladimir 6,5 44,5
8 Martirosyan Haik M. 6,5 43,0
9 Aryan Chopra 6,0 48,5
10 Motylev Alexander 6,0 48,0
11 Iniyan P 6,0 45,0
12 Yu Yangyi 6,0 44,5
13 Iturrizaga Bonelli Eduardo 6,0 43,5
14 Banusz Tamas 6,0 43,5
15 Prraneeth Vuppala 6,0 43,5
16 Erdos Viktor 6,0 42,5
17 Gagare Shardul 6,0 42,5
18 Pavlovic Milos 6,0 41,0
19 Bharath Subramaniyam H 6,0 40,5
20 Pranav Anand 5,5 47,5
21 Ganguly Surya Shekhar 5,5 47,0
22 Puranik Abhimanyu 5,5 46,5
23 Huschenbeth Niclas 5,5 42,5
24 Azarov Sergei 5,5 41,0
25 Raja Harshit 5,5 40,5
26 Shevchenko Kirill 5,5 40,0
27 Krishna C R G 5,5 39,5
28 Unuk Laura 5,5 37,5
29 Dushyant Sharma 5,5 37,0
30 Hilby Craig 5,5 34,0
31 Meduri Aakaash 5,5 33,5

Partien

 

 

ATO: Manmay Chopra gewinnt mit 8 von 9 Punkten!

Im Allgemeinen Turnier ATO waren die Inder hingegen nicht zu bremsen: Harisurya Bharadwaj Gundepudi gewann an Tisch 1 gegen Al Helaoy, während Manmay Chopra an Tisch 2 gegen Stijve siegte. Die beiden Inder, beendeten das Turnier so mit jeweils 8 von 9 Punkten, Manmay obsiegte in der Feinwertung! Das Podium wird von Al Helaoy mit 7 Punkten vervollständigt, der einen ganzen Punkt hinter den Siegern liegt!

Am ATO gut vertreten waren auch Schweizerinnen und Schweizer: Fast hundert der letztlich 143 Klassierten stammen aus dem Land des Ausrichters. Als beste klassierten sich: Niels Stijve, Dominique Wiesmann und Simon Schnell mit je 6.5 Punkten.

Schlussrangliste ATO:

Rk. Name Pts.  TB1 
1 Manmay Chopra 8,0 48,5
2 Harisurya Bharadwaj Gundepudi 8,0 47,5
3 Al Helaoy Majed 7,0 50,5
4 Smeets Kobe 7,0 45,5
5 Mirski Michal 7,0 44,0
6 Abdulrahim Salem 7,0 43,5
7 Sala Matteo 6,5 51,0
8 Hari Charan Sai Kalluri 6,5 51,0
9 Stijve Niels 6,5 48,5
10 Wiesmann Dominique 6,5 47,0
11 Dhruv Rattan 6,5 46,5
12 Forney Robert 6,5 45,5
13 Hamad Bader 6,5 45,5
14 Wenger Arejou 6,5 43,5
15 Arndt Uwe 6,0 48,0
16 Schnell Simon 6,0 47,5
17 Lada Ireneusz 6,0 46,0
18 Carey Michael 6,0 44,5
19 Klein Ethan 6,0 43,5
20 Abeer Ali 6,0 40,0
21 Arulanantham Aneet 6,0 39,5
22 Zayed Sultan Al Taher 6,0 37,5
23 Chaudhury Anmay Kumar 6,0 37,5
24 Malli Shiivesh Sunil 6,0 37,0

Ausblick: Mehr Schach am Wochenende!

Noch ist das 55. Bieler Schachfestival nicht zu Ende! Am Wochenende stehen noch zwei Schweizer Meisterschaften auf dem Programm: Am Samstag diejenige im Blitzschach und am Sonntag im Rapidschach. Zudem findet am Samstag das Tandemturnier "Generation Chess" statt, an welchem generationenübergreifend Schach gespielt werden kann.

Turnierseite

Das Schachfestival Biel bei Chess-Results


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