Bobby Fischer triumphiert beim "Tournament of Peace"

von Klaus Besenthal
26.04.2020 – Nach 17 langen Runden ist gestern in Zagreb die 2. Auflage des "Tournament of Peace" mit dem überlegenen Sieg des US-amerikanischen Großmeisters Bobby Fischer zu Ende gegangen. Die Abschlusstabelle dokumentierte schließlich nicht weniger als zwei volle Punkte Vorsprung, die Fischer sich auf eine vierköpfige Verfolgergruppe erkämpft hatte.

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"2. Tournament of Peace" (Rovinj/Zagreb)

13 Punkte hatte Fischer am Ende aus den 17 Runden herausgeholt. Zwischenzeitlich musste er gegen den Jugoslawen Kovacevic eine unerwartete Niederlage verdauen - sonst wäre sein Vorsprung auf die Verfolgergruppe noch größer als nur zwei Punkte ausgefallen. Völlig zu Recht hat es Vlastimil Hort in diese zweitplatzierte Gruppe geschafft: Als einziger Spieler ist der tschechoslowakische Großmeister ohne Niederlage durchs Turnier gekommen! Ebenfalls den geteilten 2. Platz erreicht haben Exweltmeister Smyslov sowie Viktor Kortschnoj und Svetozar Gligoric, zwei weitere Spieler aus der Weltspitze. Einen halben Punkt zurück hat Tigran Petrosian, der andere Exweltmeister im Teilnehmerfeld, als Sechster das Ziel erreicht.

Partien der letzten Runde

Der sowjetische Großmeister Viktor Kortschnoj, der unlängst erst im Finale des Kandidatenturniers gegen Boris Spassky verloren hat, schaffte es mit einem Sieg gegen den Jugoslawen Bruno Parma noch auf den geteilten 2. Platz:

 

Viktor Kortschnoj

Borislav Ivkov war 1951 der erste Juniorenweltmeister, der von der FIDE bestimmt wurde. Mittlerweile ist er 36 und zählt zu den stärksten Spielern Jugoslawiens, was er gestern gegenüber seinem Landsmann Mijo Udovcic noch einmal eindrucksvoll zu demonstrieren wusste.

 

Bobby Fischers erst 21 Jahre alter Landsmann Walter Browne ist dabei, sich in der schachlichen Weltspitze zu etablieren, was nicht zuletzt dadurch dokumentiert wird, dass die FIDE ihm unlängst den Großmeistertitel verliehen hat. Beim Tournament of Peace jedoch schaffte es Browne nicht in die obere Tabellenhälfte. Daran konnte auch sein leichter Sieg gestern gegen den abgeschlagenen Risto Nicevski nichts ändern. 

 

Svetozar Gligoric hat in seiner Jugend noch Turnierpartien gegen Leute wie Tartakower und Bogoljubow gespielt - mit seinen 47 Jahren kann der langjährige jugoslawische Vorkämpfer inzwischen jedoch fast schon selber als Legende gelten. Seinen herausragenden Status in der Schachwelt unterstrich er gestern noch einmal, als er sich dank eines überlegenen Sieges gegen den rumänischen Internationalen Meister Theodor Ghitescu noch auf den geteilten zweiten Platz in der Tabelle vorarbeiten konnte.

 

Svetozar Gligoric und Bobby Fischer | Foto: Sindik

Auch Wolfgang Uhlmann aus Dresden konnte das Turnier mit einem Sieg beenden - seine Partie gegen Bojan Kurajica dauerte sagenhafte 112 Züge. 

 

Ergebnisse der 17. Runde

Kortschnoj 1-0 Parma

Udovcic 0-1 Ivkov

Bertok ½-½ Minic

Kovacevic ½-½ Smyslov

Nicevski 0-1 Browne

Uhlmann 1-0 Kurajica

Petrosian ½-½ Fischer

Marovic ½-½ Hort

Gligoric 1-0 Ghitescu

Abschlusstabelle

 

Partien

 

 



Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.