Britische Meisterschaft: Adams ist erster Favorit auf den Titel

von Klaus Besenthal
04.08.2018 – Die 105. Britischen Meisterschaften werden zurzeit in der nordenglischen Stadt Hull ausgetragen. Nach sieben von neun Runden liegt der topgesetzte Großmeister Michael Adams mit 6,0 Punkten an der Spitze des Feldes, gefolgt von seinen Kollegen David Howell (5,5), Gawain Jones (5,0), Luke McShane (5,0) sowie fünf weiteren Spielern, die ebenfalls fünf Punkte auf dem Konto haben. Die beiden letzten Runden werden heute Nachmittag bzw. morgen Vormittag absolviert - eine Liveübertragung gibt es auf ChessBase.de. Fotos: Arnold Lutton

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British Chess Championships 2018

Die Überschrift zu diesem Absatz ist in der Mehrzahl gehalten. Und in der Tat gibt es in Hull nicht nur das im Open-Modus durchgeführte Topturnier "Championship", sondern eine Vielzahl weiterer Spielmöglichkeiten. Über das "Major Open" kann man sich für das "Championship"-Turnier im nächsten Jahr qualifizieren; veranstaltet werden aber auch Senioren- und Jugendturniere, sowie Kurzturniere am Wochenende und ein Rapidturnier. Die Britischen Meisterschaften sind zweifellos eine attraktive Veranstaltung für Schachspieler aller Altersstufen und aller Spielstärkekategorien. 

Hier wird gespielt: die "Hull City Hall" 

Objekte der Begierde

Die Meister von übermorgen!?

Anders als in Deutschland, wo man sich unter Umständen über Jahre hinweg durch diverse "Vormeisterkandidatenturniere" durchbeißen muss, um einmal an der nationalen Meisterschaft teilnehmen zu dürfen, ist dies in Großbritannien durch den Open-Modus relativ einfach zu erreichen - die entsprechende Spielstärke natürlich immer vorausgesetzt! Wichtig ist aber ein Bezug zu Großbritannien: Man muss entweder Staatsbürger sein (Bürger Irlands, der überseeischen Besitzungen, der Kanalinseln oder der Isle of Man geht auch) oder seit mindestens einem Jahr in den vorstehend genannten Territorien seinen Wohnsitz gehabt haben. 

Michael Adams hat als Nr. 1 der englischen Eloliste natürlich keine Probleme mit der Qualifikation. Und mit der Spielstärke schon gleich gar nicht - in nachstehender Partie aus Runde 6 demonstrierte er deutliche Überlegenheit:

 

Tabelle nach der 7. Runde

Rk. SNo   Name FED Rtg Pts.
1 1 GM Adams Michael ENG 2706 6,0
2 2 GM Howell David Wl ENG 2687 5,5
3 3 GM Jones Gawain Cb ENG 2670 5,0
  4 GM Mcshane Luke J ENG 2669 5,0
  6 GM Pert Nicholas ENG 2544 5,0
  7 GM Fodor Tamas Jr HUN 2506 5,0
  8 IM Ghasi Ameet K ENG 2494 5,0
  13 GM Fernandez Daniel H ENG 2477 5,0
  16 GM Hebden Mark L ENG 2423 5,0
10 9 IM Adair James R ENG 2492 4,5
  11 IM Tan Justin Hy AUS 2481 4,5
  12 GM Gormally Daniel W ENG 2478 4,5
  18 GM Arkell Keith C ENG 2406 4,5
  19 IM Houska Jovanka ENG 2406 4,5
  23 IM Eggleston David J ENG 2397 4,5

... 65 Teilnehmer

Partien

 

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Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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happybishop happybishop 04.08.2018 04:10
Von welchem "Deutschland" ist da die Rede?

Die Landesmeister nehmen an der Deutschen Meisterschaft teil. Die Landesmeisterschaften sind teilweise offen, oder man muss sich halt im Bezirk/Verband qualifizieren. Das läuft allerdings immer innerhalb einer Saison ab. Nur die eigentliche deutsche Meisterschaft ist dann u.U. erst ein Jahr später, weil der Termin nie im Voraus fest steht.

Und die nun kommende Änderung bringt ein zusätzliches Jahr mit, wenn man denn das German Masters mitspielen möchte, welches ja dann die Meisterschaft über der deutschen Einzelmeisterschaft darstellt.

Vorturniere oder Kandidatenturniere gibt es allerdings in Deutschland überhaupt nicht, und die Spielstärke spielt auch keine Rolle.
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