Bundesliga: Die Großen fraßen die Kleinen

03.02.2002 – Dieses Bundeligawochenende geht über drei Tage, denn schon am Freitag wurde gespielt. Die frühere Einzelrunde mit dem Treffen der Reisepartner wurde aus Kostengründen im Zuge der Reformbemühungen einer Doppelrunde vorangestellt. So trugen die "Hansekoggen" Lübeck (mit Shirov, Adams und Bareev als Kanonieren) und Hamburg ihren Partnerkampf "kostensparend" im Süden am Tegernsee aus. Erstes Zugeständnis an die Reformisten! Die Spielergebnisse waren im Übrigen eindeutig. Zwischenbilanz nach zwei von drei Tagen...

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In der fünften Runde spielten die Reisepartner gegeneinander. In dieser Saison wird die frühere Einzelrunde aus Kostengründen an eine Doppelrunde angehängt. Kurios: Die Reisepartner und Hansestädte Lübeck und Hamburg spielen ihren Wettkampf am südlichen Ende der Republik, in Tegernsee. Bei Einigung hätten die beiden Vereine diesen Vergleich auch auf ein Heimwochenende in Lübeck oder Hamburg verlegen lassen können, der SV Lübeck war aber mit diesem Termin durchaus zufrieden, da er hier sicher seine Super-Stars Shirov, Bareev und Adams an Bord hatte. Zum Einsatz kam auch Neuzugang Vallejo Pons. (Remis gegen Müller und Bunzmann).

In der Einzelrunde, vielleicht jetzt besser Partnerrunde geheißen, am Freitag fraßen die Stärkeren ihre schwächeren Reispartner mit Leichtigkeit auf. Porz hatte keine Mühe mit Godesberg. Oben endete der Wettkampf unentschieden (Kengis gewinnt gegen Vaganjan), aber die Godesberger Nachhut ergab sich komplett dem Rivalen von der "schäl sick" und reichte drei volle Punkte hinüber. Bremen hatte ebenso wenig Mühe gegen die Amateure (im positiven Sinne gemeint) von Königsspringer Hamburg wie Solingen mit Heiligenhaus oder Lübeck gegen Hamburg.

In der 6.Runde gewann Porz gegen Castrop und setzte sich damit wieder auf den zweiten Tabellenplatz, da Tegernsee gegen Hamburg einen Punkt abgab. Lübeck gewann gegen die Stuttgarter Schachfreunde nur mit Mühe: Das Staraufgebot an den vorderen Brettern wurde von den Schwaben vollständig neutralisiert, Hansen und De Firmian besorgten an 7 und 8 die notwendigen Punkte für die Ostseegroßmacht. Im Treffen der "Habenichtse" kam Heiligenhaus zu einem Sieg über Königsspringer Hamburg.

Im Moment scheint die Hierarchie in der Liga eindeutig. Von einem Dreikampf zwischen Lübeck, Porz und Solingen kann keine Rede sein. Lübeck beherrscht eindeutig die Szenerie. Kein Wunder: Mit Shirov, Adams und Bareev hat man drei 2700 + im Kader. Das kann sonst niemand aufbieten. Porz bestätigt seine Rolle als klare Nummer zwei, mit Lutz und Graf hält man im Rheinland die deutsche Fahne etwas höher. Solingen ist zur Zeit nur Mittelfeld.

Am Tabellenende sind Heiligenhaus und Königsspringer für den Abstieg "gesetzt". Ein Bewerber wird noch gesucht. Im nächsten Jahr kommen mit Baden-Oos (Svidler, Hübner, Krasenkow) und Emsdetten (Judit Polgar) zwei sehr ehrgeizige Vereine in die erste Liga. Das wird dann ziemliches Gedränge auf den unteren Rängen geben.

5.Runde 

SV Wattenscheid    3½-4½  Castrop Rauxel 
SG Köln Porz       5½-2½  Godesberger SK 
SK König Plauen    2½-5½  Erfurter SK 
Ksp Hamburg SC     1½-6½  SV Werder Bremen 
Solinger SG        6 - 2  SG Heiligenhaus 
TV Tegernsee       5 - 3  Stuttgarter Sfr 
Hamburger SK       2 - 6  Lübecker SV 

6.Runde

SFR Neukölln       4 - 4  Erfurter SK 
SG Köln Porz       5 - 3  Castrop Rauxel 
Godesberger SK     5 - 3  SV Wattenscheid 
Ksp Hamburg SC     2½-5½  SG Heiligenhaus 
SV Werder Bremen   3 - 5  Solinger SG 
TV Tegernsee       4 - 4  Hamburger SK 
Stuttgarter Sfr    3 - 5  Lübecker SV 
 
Tabelle nach 6 Runden:
 1. Lübecker SV        6 32 :16   12- 0
 2. SG Köln Porz       6 30½:17½  10- 2
 3. TV Tegernsee       6 30 :18    9- 3
 4. SFR Neukölln       5 24 :16    7- 3
 5. SV Werder Bremen   6 28½:19½   7- 5
 6. Godesberger SK     6 25½:22½   7- 5
 7. Solinger SG        5 22½:17½   6- 4
 8. Stuttgarter Sfr    6 24 :24    5- 7
 9. SV Wattenscheid    5 20½:19½   4- 6
10. Castrop Rauxel     5 19 :21    4- 6
11. Hamburger SK       6 22½:25½   4- 8
12. Erfurter SK        6 20½:27½   4- 8
13. SK König Plauen    5 16½:23½   3- 7
14. SG Heiligenhaus    5 10½:29½   2- 8
15. Ksp Hamburg SC     6  9½:38½   0-12

Die unterschiedlichen Wettkampfzahlen kommen durch die Freirunde zustande, die durch den kurzfristigen Rückzug von Magdeburg vor Beginn der Saison notwendig wurde.


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