Bundesliga: Favoritensiege - und Überraschungen!

von Klaus Besenthal
19.11.2016 – Die 3. Runde der Schachbundesliga brachte heute Siege für die Meisterschaftsfavoriten aus Baden-Baden, Solingen und Hockenheim. Eine faustdicke Überraschung war hingegen der Sieg des Aufsteigers aus Speyer gegen Dresden. Mit Peter Svidler und Pavel Eljanov mussten gleich zwei Superstars der Schachszene empfindliche Niederlagen quittieren. Mehr...

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Fotos: ChessBase

Tabelle nach der 3. Runde

 1. OSG Baden Baden            3  6  19 
 2. SG Solingen                3  6  16½ 
 3. SV Hockenheim              3  6  16 
 4. Hamburger SK               3  4  13½ 
 5. SV Mülheim Nord            3  4  13 
 6. Speyer-Schwegenheim        3  4  12½ 
 7. USV Dresden                3  3  11½ 
 8. SK Schwäbisch Hall         3  3  11 
 9. FC Bayern München          3  3  11 
10. Schachfreunde Berlin       3  2  12 
11. DJK Aachen                 3  2  12 
12. SV Werder Bremen           3  2  11½ 
13. SG Trier                   3  2  11½ 
14. SK König Tegel             3  1   7½ 
15. SV Griesheim               3  0   7 
16. MSA Zugzwang               3  0   6½ 

Baden-Baden

Die OSG Baden-Baden möchte sich den im Sommer an die SG Solingen verlorenen Titel als Deutscher Mannschaftsmeister in der neuen Saison sicher wieder zurückholen. Mit einem klaren 6:2-Sieg gegen den SK Schwäbisch Hall - keine schlechte Mannschaft - hat man diese Ambitionen heute auch eindrucksvoll unterstrichen, aber eine Schrecksekunde gab es dabei dennoch. Die frühzeitige Niederlage des russischen Großmeisters Peter Svidler - heute am Spitzenbrett bei Baden-Baden - gegen seinen Landsmann Ernesto Inarkiev war so sicher nicht erwartet worden:

 
OSG Baden Baden           6 - 2 SK Schwäbisch Hall       
 5 Svidler,Peter          0 : 1 Inarkiev,Ernesto        2
 6 Wojtaszek,Radoslaw     ½ : ½ Jakovenko,Dmitry        3
 7 Adams,Michael          1 : 0 Rodshtein,Maxim         4
 8 Vallejo Pons,Francisco ½ : ½ Postny,Evgeny           8
 9 Kasimdzhanov,Rustam    1 : 0 Cornette,Matthieu       9
10 Bacrot,Etienne         1 : 0 Le Roux,Jean-Pierre    10
11 Shirov,Alexei          1 : 0 Raykhman,Alexander     15
12 Naiditsch,Arkadij      1 : 0 Zpevak,Pavel           16

Völlig überraschend endete hingegen der zweite Mannschaftskampf, der heute am Spielort Baden-Baden ausgetragen wurde: Der elomäßig klar unterlegene Aufsteiger SG Speyer-Schwegenheim besiegte den USV TU Dresden mit 5:3. In der Tabelle steht Speyer mit nunmehr bereits vier Mannschaftspunkten glänzend da. Eine wichtige Rolle spielte in diesem Zusammenhang sicher die sang- und klanglose Niederlage des ukrainischen Supergroßmeisters Pavel Eljanov am Spitzenbrett der Dresdner:

 
Speyer-Schwegenheim       5 - 3 USV Dresden              
 1 Neiksans,Arturs        1 : 0 Eljanov,Pavel           1
 3 Kantans,Toms           1 : 0 Almasi,Zoltan           2
 4 Meskovs,Nikita         ½ : ½ Nisipeanu,Liviu-Dieter  3
10 Shytaj,Luca,Dr.        1 : 0 Bartel,Mateusz          4
11 Bratanov,Zsivko        ½ : ½ Gajewski,Grzegorz       5
13 Commercon,Simon        0 : 1 Socko,Bartosz           6
14 Kraemer,Enrico         ½ : ½ Maiwald,Jens-Uwe        8
17 Mager,Denis            ½ : ½ Loxine,Jakov           15

Trier

Der SV Hockenheim würde ebenfalls gerne einmal Deutscher Meister werden. Und noch spricht auch nichts dagegen, dass man dieses Ziel erreichen könnte, denn mit sechs Punkten aus drei Mannschaftskämpfen hat man eine blütenweiße Weste. Heute war es allerdings schwer, diesen Status zu wahren, denn gegen die gastgebende SG Trier, mit dem starken Ukrainer Vassily Ivanchuk am Spitzenbrett, reichte es nur zu einem hauchdünnen Sieg, der die elomäßige Überlegenheit der Hockenheimer nicht angemessen widerspiegelte:

SG Trier                 3½-4½ SV Hockenheim            
 1 Ivanchuk,Vassily       1 : 0 Buhmann,Rainer          6
 5 Gledura,Benjamin       ½ : ½ Saric,Ivan              7
 7 Bobras,Piotr           ½ : ½ Balogh,Csaba            8
 9 Haslinger,Stewart G    0 : 1 Wagner,Dennis           9
10 Cyborowski,Lukasz      ½ : ½ Moiseenko,Alexander    10
11 Jaracz,Pawel           ½ : ½ Banusz,Tamas           11
14 Seger,Ruediger         0 : 1 Baramidze,David        12
15 Kolbus,Dietmar         ½ : ½ Braun,Arik             13

In der zweiten Begegnung am Spielort Trier gelang dem Aufsteiger aus Aachen heute der erste Sieg gegen eine auch elomäßig deutlich unterlegene Mannschaft aus Griesheim. Am Spitzenbrett der Aachener konnte der junge Niederländer Jorden van Foreest erneut unter Beweis stellen, wie wertvoll er für seine Mannschaft ist:

 
DJK Aachen                5½-2½ SV Griesheim             
 3 van Foreest,Jorden     1 : 0 Krassowizkij,Jaroslaw   3
 4 Donchenko,Alexander    ½ : ½ Grabarczyk,Miroslaw     4
 6 Nijboer,Friso          ½ : ½ Tazbir,Marcin           5
 7 Dambacher,Martijn      ½ : ½ Jarmula,Lukasz          6
 9 Burg,Twan              ½ : ½ Walter,Stefan           7
11 Zaragatski,Ilja        1 : 0 Grimm,Julius            9
13 Braun,Christian        1 : 0 Koehler,Ronald         10
14 van Foreest,Lucas      ½ : ½ Spitzl,Vinzent         17

Berlin

Am Spielort Berlin, beim gastgebenden SK König Tegel, musste man an diesem Novembernachmittag bereits frühzeitig das Licht einschalten:

Das war aber wirklich nur der Jahreszeit geschuldet, auch wenn sich in Berlin je zwei Mannschaften aus der Hauptstadt (neben dem SK König Tegel die Schachfreunde Berlin) bzw. aus München (der FC Bayern und MSA Zugzwang) eingefunden hatten, um sich echten "Kellerduellen" zu widmen: Die Bayern hatten vor der Runde immer schon zwei Mannschaftspunkte gehabt, alle anderen hingegen noch gar keinen.

Linus Johansson (links, FC Bayern), Mladen Muse (SK König Tegel)

Vorne: Markus Lammers (links, MSA Zugzwang) und Marco Baldauf (SF Berlin), in der Mitte Krzysztof Jakubowski (SF Berlin)

Robert Rabiega (links, König Tegel), Manfred Rausch, (Mitte, Vorsitzender König Tegel), Lars Thiede (rechts, Teamchef SF Berlin)

Mladen Muse, links Emilio Moreno Tejera

René Stern, Spitzenbrett beim SK König Tegel

Für die Schachfreunde Berlin gab es gegen den MSA Zugzwang den erhofften und wohl auch erwarteten klaren Sieg:

Schachfreunde Berlin      6 - 2 MSA Zugzwang             
 2 Melkumyan,Hrant        ½ : ½ Bromberger,Stefan       1
 3 Piorun,Kacper          1 : 0 Mons,Leon               3
 4 Vocaturo,Daniele       0 : 1 Hertneck,Gerald         4
 5 Kraemer,Martin         1 : 0 Schramm,Christian       5
 7 Dvirnyy,Daniyyl        ½ : ½ Zysk,Robert             6
 8 Sprenger,Jan Michael,D 1 : 0 Dr. Hoffmeyer,Falk      8
 9 Jakubowski,Krzysztof   1 : 0 Eichler,Christoph       9
13 Baldauf,Marco          1 : 0 Lammers,Markus         10

Der unentschiedene Ausgang des Kampfes zwischen dem SK König Tegel und dem FC Bayern München nutzte letztlich wohl doch eher den Bayern, die ja, wie gesagt, bereits einen Mannschaftssieg auf ihrem Konto hatten und nun mit drei Mannschaftspunkten sehr ordentlich in die Saison gestartet sind:

SK König Tegel            4 - 4 FC Bayern München        
 1 Stern,Rene             ½ : ½ Bischoff,Klaus          2
 2 Rabiega,Robert         ½ : ½ Fedorovsky,Michael      3
 4 Moreno Tejera,Emilio   0 : 1 Dragnev,Valentin        5
 5 Muse,Mladen            ½ : ½ Johansson,Linus         6
 6 Bruedigam,Martin       ½ : ½ Lindgren,Philip         7
 7 Fruebing,Stefan        ½ : ½ Ribli,Zoltan           10
 9 Muse,Drazen            ½ : ½ Schneider,Stefan       12
10 Von Herman,Ulf         1 : 0 Reich,Thomas           14

Bremen

Der eigentlich eher erfolgsverwöhnte SV Werder (beim Schach jedenfalls) findet sich nach einer weiteren Niederlage mit nur zwei Mannschaftspunkten plötzlich auf Rang 12 der Tabelle wieder. Das dürfte aber nur eine wenig aussagekräftige Momentaufnahme sein, denn die beiden Niederlagen kamen gegen Hockenheim und - heute - gegen Solingen zustande, die ja bekanntlich beide Ambitionen auf die Meisterschaft hegen. Man darf sicher sein: Der SV Werder wird schon bald wieder in anderen Tabellenregionen zu finden sein.

SV Werder Bremen          3 - 5 SG Solingen              
 3 McShane,Luke J         0 : 1 Harikrishna,Pentala     2
 4 Bluebaum,Matthias      ½ : ½ Ragger,Markus           4
 7 Hracek,Zbynek          ½ : ½ Van Kampen,Robin        5
 8 Nyback,Tomi            ½ : ½ Predojevic,Borki        6
 9 Babula,Vlastimil       ½ : ½ Smeets,Jan              7
10 Werle,Jan              ½ : ½ Sandipan,Chanda         9
11 Smerdon,David          ½ : ½ Nikolic,Predrag        10
12 Markgraf,Rolf-Alexande 0 : 1 Andersen,Mads          14

Einen erfreulichen Nachmittag durften hingegen die Verantwortlichen und Spieler des Hamburger SK verleben. Der vorsichtige hanseatische Kaufmann (bzw. Teamchef) schaut in der Tabelle gerne mal nach unten - das heutige 6:2 gegen den SV Mülheim Nord (mit Topstar David Navara) dürfte da wie eine Beruhigspille wirken!

Hamburger SK              6 - 2 SV Mülheim Nord          
 6 Svane,Rasmus           0 : 1 Navara,David            1
 7 Huschenbeth,Niclas     1 : 0 Tregubov,Pavel V.       3
 8 Hansen,Sune Berg       ½ : ½ Fridman,Daniel          4
 9 Ernst,Sipke            1 : 0 Landa,Konstantin        5
10 Ftacnik,Lubomir        1 : 0 Berelowitsch,Alexander  6
11 Lampert,Jonas          1 : 0 Levin,Felix             7
15 Heinemann,Thies        1 : 0 Feygin,Michael          8
16 Sebastian,Dirk         ½ : ½ Hausrath,Daniel        10

 

Ergebnisse und Tabelle beim Schachbund



Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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