Bundesligabrett zu versteigern

12.05.2016 – Der Schachverein DJK Aufwärts Aachen ist diese Saison in die Bundesliga aufgestiegen. Nicht zum ersten Mal. Aber zum ersten Mal wollen die Aachener nach mehrfachem Verzicht auf ihr Aufstiegsrecht in der höchsten deutschen Spielklasse auch antreten. Und gehen gleich neue Wege: Sie versteigern im Internet einen Platz in ihrer Bundesligamannschaft. Mehr...

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Pressemitteilung

11.05.2016

Die DJK Aufwärts Aachen versteigert ein Bundesligabrett!

Und damit ist nicht das Spielgerät aus Mahagoni- oder Buchenholz gemeint! Nein, für Spieler der gehobenen Amateurklasse besteht die Möglichkeit, den Großteil der Saison für die Schach-Bundesligamannschaft der DJK Aufwärts Aachen anzutreten.

 Die Aachener haben nach mehrfachem Verzicht auf ihr Aufstiegsrecht in diesem Jahr die Chance beim Schopf ergriffen. Als Vizemeister der 2. Bundesliga West möchten die Domstädter nun auch in der 1. Bundesliga für Furore sorgen. In dieser Liga war in den 80er und 90er Jahren übrigens auch der russische Ex-Weltmeister Boris Spassky aktiv, dessen WM-Kampf gegen Bobby Fischer vor kurzem Gegenstand eines Kinofilms war.

Dabei sind zuallererst finanzielle Probleme zu lösen. Allein die Teilnahme an der Bundesliga erfordert ein fünfstelliges Budget, das naturgemäß nicht aus Vereinsbeiträgen zu bestreiten ist. Und nicht jeder Verein verfügt über ein Umfeld, das es ermöglicht, die Geldsorgen beiseite zu schieben.

Die DJK Aufwärts entstammt der katholischen Jugendarbeit und nimmt nach wie vor im Aachener Ostviertel, das stark durch Migration geprägt ist, seinen sozialen Auftrag wahr. Durch Schachkurse in Schulen und auch in der örtlichen Justizvollzugsanstalt hat der Name des Vereins einen guten Klang. Diese Bezüge machten es möglich, im Jahr 2012 zum ersten Mal die deutsche Schach-Blitzmeisterschaft in einer mittlerweile verschiedenartig genutzten Kirche auszutragen. Mit dieser Aktion lockte man seinerzeit über 1.000 Besucher an.

Nach wie vor ist der Verein finanziell nicht auf Rosen gebettet, sondern von vielen Kleinsponsoren abhängig. Daher geht der Klub auch vor der Bundesligasaison neue Wege und versteigert das 4. Brett der neuen Mannschaftsaufstellung auf der bekannten Auktionsplattform ebay an einen Spieler mit etwa gehobenem Drittliganiveau. Für den Gewinner der Auktion sind mindestens 10 Spiele garantiert; als Gegner wird er überwiegend Großmeister vor sich sitzen haben.

Der ab dem 11.05.16 um 20:01 abrufbare Link zu der 10-tägigen Auktion lautet http://www.ebay.de/itm/-/272241350622

Gerd Kathstede, DJK Aufwärts Aachen

DJK Aufwärts Aachen bei Facebook


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flachspieler flachspieler 14.05.2016 10:42
Clemens Allwermann schrieb:
> Ist mir auch ein Rätsel, wer hier bieten soll.

Etwa der echte Allwermann? Der könnte ja seinen
Böblinger Siegespreis nutzen, um das 4. Brett zu
bekommen. Allerdings: In der BL wird ohne C-Hilfe
gespielt...
flachspieler flachspieler 13.05.2016 07:15
Gestern hatte ich gefragt:
"Muss der Ersteigerer die Hotelkosten für die Spielwochenenden
selbst zahlen, oder kommt das aus der Mannschaftskasse."

Indirekt hat Aachen geantwortet, nämlich auf der Angebotsseite bei ebay:
> Es versteht sich von selbst, dass der Gewinner dieser Auktion anlässlich der
> Bundesligaspiele keinen Anspruch auf Reisespesen o.ä. hat.

Also zusätzlich zu den 3000+ Euro auch noch die Hotelkosten für
die BL-Wochenenden...

Clemens Allwermann Clemens Allwermann 13.05.2016 01:19
Ist mir auch ein Rätsel, wer hier bieten soll. Ein IM mit knapp 2400 ist ja idR ein (Fast)Profi und hat wohl wenig Anreiz 3000€ +Hotel- und Reiseauslagen selbst zu berappen...
Ich wette mein Pausenbrot, dass diese Auktion ohne Gebot bleiben wird!
flachspieler flachspieler 12.05.2016 08:15
Eine interessante Idee. Frage an die Aachener: Muss der Ersteigerer die
Hotelkosten für die Spielwochenenden selbst zahlen, oder kommt das
aus der Mannschaftskasse.
--
An Lt. Marseille: Bie ebay hat noch niemand geboten. Die 4950 EUro meinen
die Option mit "sofort kaufen".
--
Das Angebot macht übrigens ein Problem der Schach-BL klar. Die Spielwochenenden
mit in der Regel nur zwei Runden verursachen hohe Fahrt- und Reisekosten. Z.B.
ist es - in Mitteleuropa - kein Problem, für 3.000 Euro einen GM mit Elo 2600+ für einen
8-Partien-Wettkampf zu bekommen, auch wenn man keine 2.200 oder 2.380
Elopunkte hat.
Lt Marseille Lt Marseille 12.05.2016 06:43
@MHFlush. Auch ich halte das Minimal - Angebot für überhöht, dennoch scheint ein Typ auf EBay schon fast 5.000,--€ geboten zu haben. Vielleicht kommt bei dem "Target-Costing-Prozess" (so würde ich als BWL-Fast-Prof. es ausdrücken) noch das Flair, Ambiente usw. der BL dazu, auch lernt man mehr GMs live kennen (naja, wenn die einen zur Kenntnis nehmen und nicht nur auslachen), sodass mehr als 100,--€ Sinn machen (vielleicht 500,--€).
Indessen: Wo kann man für 100,--€ Einsatz ein IM-Turnier spielen? Ich (ELO 2135, Peak 2360) hatte in Lüneburg nachgefragt, da wollten sie 300,--€ im IM-Turnier und 450,--€ im GM-Turnier. Ich sagte zu, aber dann meldete sich keiner mehr, weil man mich wohl für nicht zahlungskräftig oder sonstwie für einen Hochstapler hielt.
Ich will Chessbase nicht als Medium missbrauchen, darum meine Mail-Adresse:

KarwattL@t-online.de

Kurzer Chat wäre nett, mfG

Lothar Karwatt
MHFlush MHFlush 12.05.2016 02:41
3000 Euro Minimalgebot? Ich kann bei diversen IM-Turnieren für 100 Euro spielen wenn ich will. Das ist ein echter Witz.
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