Cairns Cup: Gunina bleibt in Führung

von André Schulz
15.02.2019 – Valentina Gunina verteidigte ihre Führung, mit etwas Glück, und geht mit einem halben Punkt Vorsprung in die Schlussrunde, heute abend ab 20 Uhr. Für den einzigen Sieg sorgte Marie Sebag gegen Irina Krush. Als prominenter Besucher schaute Fabiano Caruana vorbei. | Foto: Crystal Fuller

ChessBase 15 - Megapaket ChessBase 15 - Megapaket

Kombinieren Sie richtig! ChessBase 15 Programm + neue Mega Database 2019 mit 7,4 Mio. Partien und über 70.000 Meisteranalysen. Dazu ChessBase Magazin (DVD + Heft) und CB Premium Mitgliedschaft für ein Jahr!

Mehr...

Der Cairns Cup im St. Louis Chess Club erfreute sich gestern eines prominenten Zuschauers. Fabiano Caruana machte seine Aufwartung. Vielleicht wollte der Vizeweltmeister nach langer Pause wieder mal etwas Turnieratmosphäre schnuppern.

Fabiano Caruna | Foto: Lennart Ootes

Spitzenreiterin Valentina Gunina musste ihre knappe Führung gestern gegen die junge Kasachin Zhansaya Abdumalik verteidigen, was sich als weniger leicht erwies, als Gunina vielleicht erhofft hatte. Die russische Großmeisterin stand gegen die weltbeste Jugendliche zeitweise ordentlich unter Druck und hatte am Ende Glück, mit einem Remis davon gekommen. 

 

Gunina-Abdumalik | Foto: Crystal Fuller

 

Abdumalik spielte 28...Th8, wonach Gunina mit 29.Sgxe4 noch eine Ausrede hatte. Nach 28...Dd4 wären die weißen Sorgen größer gewesen. 

Zhansaya Abdumalik | Foto: Lennart Ootes

Einige Züge später musste die Spitzenreiterin die folgende Position verwalten:

 

Es geschah 33...Ld3 und nun ist 34.Txd3 Pflicht, sonst folgt Matt mit 34...Th1. Nach 34...cxd3 war Weiß ganz gut davon gekommen. Stattdessen hätte 34...Th1 35.Ke2 Te8 mehr Probleme geschaffen: 36.Te3 Sd4 Matt oder 36.Kf3 Se5 -+. Nötig ist also 36.Se4 Txe4 37.Kf3. Mit 37...Tee1 gewinnt Schwarz nun eine Figur. Die Verwertung gegen zwei weiße Freibauern am Königsflügel ist dann aber sicher nicht trivial.

Alexandra Kosteniuk hatte Chancen, mit einem Sieg über Nana Dzagnidze mit Gunina gleichzuziehen. In einer sehr munteren Partie nach Nimzoindischer Eröffnung entstand nach 24 Zügen die folgende Stellung. 

 

Romantik! Bitte beachten Sie die Aufstellung des weißen Königs auf e3. Weiß brachte seinen König nach d2 in "Sicherheit" und ging dann zum Königsangriff über. Schließlich mündete die Partie in ein Turmendspiel.

 

Für die Liebhaber des Turmendspiels: Ist das gewonnen? Antwort: Nein.

Harika Dronavalli und Bela Khotenashvili spielten remis und Elisabeth Pähtz kam gegen Anna Zatonskih ebenfalls zu einem halben Punkt, der auch niemals in dem Sinne gefährdet war, dass für die Erfurterin mehr drin gewesen wäre.

Elisabeth Pähtz | Foto: Lennart Ootes

Für die einzige Gewinnpartie an diesem Tag sorgte Marie Sabag gegen Irina Krush.

In der Klassischen Variante der Sizilianischen Verteidigung wurde nach 20 Zügen diese Position erreicht:

 

Die Spielerinnen befanden sich hier, bewusst oder unbewusst, sogar noch auf theoretisch bekanntem Gelände, zum Beispiel aus der Partie Tringov-Kupreichik, Plovdiv 1980.

Marie Sebag | Foto: Crystal Fuller

Schwarz opferte bald danach ihren d-Bauern auf d5, um auf den schwarzen Feldern zum Königsangriff zu kommen (Le7-c5-d4). Weiß gab zur Abwehr auf d4 die Qualität und hatte im Endspiel mit Turm und Läufer und vorgerücktem Freibauer gegen zwei Türme dann die besseren Chance. Die Partie endete schließlich etwas abrupt:

 

Nach 40...Kd6 entschied Sebag die Partie mit 41.Te8 Tbb8 42.Tc8 für sich. 40...Kf8 war besser.

Ergebnisse

 

Partien

 

Tabelle

 

 

Turnierseite...

 



Themen: Cairns Cup 2019

André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren

Krennwurzn Krennwurzn 15.02.2019 07:35
Liebe Hanna, es war die Engine nicht die Nachtigall die mir das zwitscherte. Mich wunderte ebenfalls die Frage warum man am Ende oder früher schon nicht den a3 nehmen kann und habe mich dann mit Engine daran gemacht das zu ergründen und auch die Leuchtkraft des Turmes auf d-Linie zu ergründen. Ich muss Dich aber enttäuschen und kann Dir nicht sagen, ob ein 2500 Spieler das am Brett finden kann. Die Frage wer Paehtz und wer Patzer ist, die kann ich klar beantworten: ich bin wie mein Name schon sagt ein Patzer - "verwelkten Kren" nennt man bei uns umgangssprachlich einen Selbigen!
HannaSchmidt HannaSchmidt 15.02.2019 05:54
Und warum kann man bei Tac1 nicht den Bauer a3 am Ende nehmen? Kannst du die Frage anhand deines schachlichen Könnens beantworten, oder ist wieder einmal nur die Engine, die dich zum Kenner und Pähtz zum Patzer macht?
Krennwurzn Krennwurzn 15.02.2019 03:54
Der andere Turm als in der Partie 29. Rac1 Qd8 30. Rxc8 Qxc8 31. Qc4 hätte unangenehmere Fragen gestellt. Aber man/frau nimmt ja immer den falschen Turm!
1