Carlsen spielt das Kandidatenturnier nicht mit

von André Schulz
04.01.2024 – Auf seinem X-Account hat Magnnus Carlsen mitgeteilt, dass er das Kandidatenturnier im April in Toronto nicht mitspielen wird, obwohl er durch seinen Sieg im World Cup dafür eigentlich qualifiziert wäre. Nijat Abasov rückt wie erwartet nach. | Foto: Lennart Ootes

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Nach Veröffentlichung ihrer Weltrangliste vom 1. Januar 2023 hat die FIDE die Liste der Teilnehmer und Teilnehmerinnen für das Kandidatenturnier und das Kandidatinnenturnier bekannt gegeben.

Als letzte Spieler sind Alireza Firouzja über seine Elozahl und Gukesh als bester Spieler des FIDE Circuits hinzugekommen, im Turnier der Frauen Humpy Koneru über ihrer Elozahl.

So sehen die beiden Teilnehmerfelder aus. 

Auch Magnus Carlsen ist formal als Sieger des World Cups qualifiziert.

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Ein entsprechende Liste hat die FIDE auf X veröffentlicht und die aufgeführten Spieler zu den Kandidatenturnieren eingeladen.

Magnus Carlsen hat aber umgehend auf seinem X-Account geantwortet, sich für die Einladung bedankt und sie mit einem etwas kryptischen Kommentar (ein Groucho Marx-Zitat) abgelehnt:

"Danke für die Einladung, ich möchte einfach keinem Club angehören, der mich jetzt als Mitglied aufnehmen würde."

Damit ist das Kapitel klassische Weltmeisterschaft für den 17. Weltmeister offenbar zumindest erst einmal angeschlossen. Nach einem raketenhaften Aufstieg in die Weltspitze eroberte der Norweger den Titel im Weltmeisterschaftskampf 2013 in Chennai durch seinen Wettkampfsieg über Viswanathan Anand. 2014 gewann Anand das Kandidatenturnier und es kam zu einer Neuauflage des Wettkampf unter anderen Vorzeichen, mit Magnus Carlsen als Titelverteidiger und Viswanathan Anand als Herausforderer. 

Carlsen verteidigte seinen Titel und musste 2016 in New York erneut antreten, diesmal gegen Sergey Karjakin. Es war ein sehr knappes Match. Carlsen war nominell der klar bessere Spieler, geriet aber in Rückstand. Er konnte gerade noch ausgleichen und gewann den Stichkampf dann aber klar.

Beim WM-Kampf in London gegen Fabiano Caruana 2018 erwies sich der US-Großmeister als gleichwertiger Gegner. Alle Partien endeten remis. Carlsen gewann erneut erst im Stichkampf.

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2021 verteidigte Carlsen seinen Titel ein weiteres Mal, diesmal gegen Ian Nepomniachtchi. Der russische Herausforderer hielt erst mit, brach aber zusammen, nachdem er die längste Partie der WM-Schachgeschichte (136 Züge) verloren hatte. Während dieser Weltmeisterschaft hatte Carlsen schon angedeutet, dass er keine weitere klassische Weltmeisterschsaft mehr spielen wolle.


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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