Casper Schoppen führt beim 4. New Chess Brains Turnier

von Max Berchtenbreiter
10.03.2020 – Schach pur im Hamburger Nordosten - Casper Schoppen führt nach vier Runden bei der 4. Auflage des New Chess Brains Turniers. Parallel finden ein DSB-Lehrgang der U-12 Nationalmannschaft unter Leitung von Trainer FM Wolfgang Pajeken sowie ein Match mit Beteiligung der Nr.1 der U-10w, Lisa Sickmann, statt. | Fotos von Max Berchtenbreiter

Schach Nachrichten


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Organisiert vom Hamburger Schachtrainer Wolfgang Pajeken findet derzeit im Jugendbildungszentrum YES in Hamburg-Rahlstedt die vierte Ausgabe des New Chess Brains Turnier statt, bei der u.a. vier aufstrebende Talente aus der Bundesligamannschaft der SG Turm Kiel um eine der ersehnten GM-Normen kämpfen. Unterstützt wird das bisher in Kooperation mit dem DSB durchgeführte Turnier dieses Jahr durch zwei private Sponsoren, das Anwaltsnotariat Dr. Junge und Riedel und die Contexon IT und Services GmbH. Gleichzeitig Vorsitzender und Teamchef der Bundesligamannschaft der SG Turm Kiel, ermöglicht Dr. Ralph Junge „seinen“ jungen Talenten also eine Teilnahme an einem attraktiven Normenturnier.

Auf bestem Wege zu einer GM-Norm: Hier gewinnt Casper Schoppen mit Weiß gegen Ashot Parvanyan

Nach vier gespielten Runden liegt allerdings ein weiterer Normenjäger vorn: Der Niederländer IM Casper Schoppen (Elo 2479) hat mit 3,5/4 bei insgesamt nötigen 6,5/9 beste Chancen auf eine Norm für den Großmeistertitel. In der dritten Runde konnte er gegen Jakob Leon Pajeken ein schwieriges Endspiel gewinnen.

 

 

Durchaus noch im Rennen um die begehrte Norm sind sowohl David Gavrilescu (2,5/4) als auch Ashot Parvanyan bzw. Filip Boe Olsen (beide 2/4). Man darf gespannt sein, wie sich dieses starke Turnier in den weiteren fünf Runden entwickeln wird.

Filip Boe Olsen (Weiß) auf dem Weg zu einem Sieg über Sipke Ernst

 

Doch das ist längst nicht alles, finden doch parallel zwei weitere Veranstaltungen statt, die den Hamburger Nordosten in diesen Tagen zu einem Schachmekka machen. Im gleichen Turniersaal wie die Großmeister und Normenjäger bekommt die U-10 Spielerin Lisa Sickmann (DWZ 1586) die Chance, in einem kleinen Match über vier Partien Spielpraxis zu sammeln. Derzeit liegt ihr Gegner, der St. Paulianer Michael Knaak (Elo 1855) – ein Urgestein des Hamburger Schachs – mit einer Gewinnpartie vorn.

Lisa Sickmann möchte ihr Match gerne ausgleichen

Möglicherweise kann Lisa aber in der gerade noch laufenden Partie ein aussichtsreiches Turmendspiel mit Mehrbauer mit dem vollen Punkt krönen und damit den Zweikampf ausgleichen. Ihren Privattrainer Wolfgang Pajeken würde es sicher freuen, hätte er dann doch gleich frisches Anschauungsmaterial für seinen Unterricht.

Denn während Schiedsrichter Hugo Schulz einen reibungslosen Ablauf im Turniersaal sicherstellt, leitet Turnierorganisator Wolfgang Pajeken einen vom DSB veranstalteten Lehrgang der U-12 Nationalmannschaft. Für Trainer Pajeken gilt es, seine Schützlinge auf die Mannschafts-Europameisterschaft im Juli in Thessaloniki vorzubereiten. Das Team, bestehend aus Leonardo Costa (Bayern), Marius Deuer (Württemberg), Magnus Ermitsch (Berlin), Bennet Hagner (Hessen) und Johannes von Mettenheim (Niedersachsen) wird in dieser Besetzung bereits zum 3. Mal an der EM teilnehmen und erhofft sich eine Platzierung im vorderen Bereich. Davor gilt es allerdings zunächst, im jetzigen Lehrgang die Grundlagen vieler wichtiger Turmendspiele zu üben bzw. zu vertiefen.

die deutsche U-12 Nationalmannschaft mit indischem Gast v.l.n.r. (Magnus Ermitsch, Bennet Hagner, Leonardo Costa, Johannes von Mettenheim,  Nr. der U-12 Rangliste Indiens Sreyas Payyappat und Marius Deuer)

Seine bereits beachtliche Spielstärke hat der außergewöhnlich starke 2008er Jahrgang in einem Rahmenturnier bereits unter Beweis gestellt. In einem Blitz-Match nach Scheveningen-System im Format „Jungstars gegen Veteranen“ konnte das U-12 Nationalteam eine in Teilen mit Blitzspezialisten besetzte Hamburger Auswahl knapp besiegen. Dazu beigetragen hat auch der am Lehrgang teilnehmende Sreyas Payyappat, aktuelle Nummer 1 der indischen U-12 Rangliste. Weil sein Vater derzeit in Hannover arbeitet, ist Sreyas mit seiner Familie in Deutschland und ein Föderationswechsel durchaus eine Option für die Zukunft.



Max Berchtenbreiter, Jahrgang 1994, spielt seit bald 20 Jahren Schach. In der 2. Bundesliga ist der Internationale Meister seit der Saison 2017/18 für den Münchener Schachclub 1836 aktiv. Max arbeitet gegenwärtig an seiner Promotion im Bereich Zeitgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.