"Die Analyse" von Wesley So

von ChessBase
03.11.2022 – Im neuen ChessBase Magazin #210 kommentieren 21 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Schacholympiade ihre besten Partien aus Chennai, darunter Anish Giri, Wesley So, Arjun Erigaisi, Jules Moussard, Luke McShane, Pentala Harikrishna, Matthias Blübaum, Rasmus Svane, das Silbermedaillen-Team aus Armenien sowie die Goldmedaillengewinnerinnen Anna und Mariya Muzychuk. Zudem greifen unsere Autoren Robert Ris, Daniel King, Karsten Müller und Mihail Marin in ihren Kolumnen und Videobeiträgen besonders spannende Partien und Momente von der Olympiade auf. Wesley So's Analyse seiner Partie gegen Hrant Melkumyan können Sie sich hier stellvertretend für die 38 ausführlich kommentierten Partien aus Chennai in gekürzter Fassung ansehen. Viel Vergnügen!

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Weltklassespieler erklären die Ideen hinter ihren Zügen. Eröffnungsspezialisten präsentieren aktuelle Trends und spannende Ideen für Ihr Repertoire. Meistertrainer in Sachen Taktik, Strategie und Endspiel zeigen Ihnen genau die Tricks und Techniken, die man als erfolgreicher Turnierspieler braucht!

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Keine Variante für jeden

Wesley So kommentiert seine Partie gegen Hrant Melkumyan von der Schacholympiade 2022

Diese Partie wurde in der 7. Runde und direkt nach dem Ruhetag ausgetragen. Unser Team war zu diesem Zeitpunkt in Hochstimmung. Wir lagen mit 5,5 aus 6 Matches fest auf dem zweiten Platz. Wenn wir Armeniens brandgefährliches Team besiegen könnten, wären wir in einer guten Position, um um die Goldmedaille zu kämpfen.

1.e4 c6 2.Sc3 Ich hatte nicht wirklich erwartet, an diesem Tag Caro-Kann zu sehen, da ich dachte, dass er 1...e5 spielen würde, aber trotzdem bereitete ich die Zweispringer-Variante vor.

2...d5 3.Sf3 Lg4 4.h3 Lxf3 5.Dxf3 e6

Das Problem bei dieser Variante ist, dass Schwarz im 4. Zug das Läuferpaar aufgibt. Obwohl Schwarz also eine sehr solide Stellung erhält, ist diese Variante nicht für jeden geeignet.

6.Le2 Lc5 7.0–0 Sd7

Hrant hatte seine Züge bisher geblitzt, obwohl ich die Zweispringer-Variante noch nie gespielt habe. Die Hauptvariante ist 7...Sf6, aber was er gespielt hat, ist auch ziemlich solide.

8.exd5 8.Sa4 dxe4 9.Dxe4 Ld6 führt für Weiß zu nichts, da der Springer auf a4 falsch platziert ist.

8...cxd5 Nach 8...exd5 9.Te1 Se7 10.Sa4 Ld6 11.d4 0–0 12.Ld3 steht Weiß dank des Läuferpaars ein wenig besser.

9.Td1 Sgf6 10.d4 Le7 Er hat das auch geblitzt, was hier der beste Zug ist.

11.Ld3 0–0 12.Lf4

Ich bekam eine spielbare Stellung mit Weiß, etwas besser, mit dem Läuferpaar, und mein Gegner begann auch zu denken. Heutzutage kann man von einer Eröffnung kaum mehr erwarten.

12...Sb8 13.Se2 Sc6 14.c3 Te8 15.Te1 Beginnen sollen hätte ich mit 15.Sg3 mit Verbesserung der Stellung des Springers.

15...g6 16.Sg3 Sd7

17.Te3? Dieser Zug sieht sehr natürlich aus, da er einfach einen Turmaufzug auf der dritten Reihe macht und Tae1 vorbereitet, aber er erlaubt Schwarz eine einfache Taktik. Weiß hat viele andere gute Züge, wie 17.De3, um ...e5 zu verhindern, oder 17.Te2 gefolgt von Tae1.

17...e5! Jetzt löst Schwarz seine Probleme und Weiß muss aufpassen, dass er nicht schlechter steht.

18.Lh6? Ich war bereits dabei, den Schaden zu begrenzen und versuchte, nach meinem Fehler im letzten Zug einen Ausweg zu finden.

Der Computer zeigte eine feine Variante, um Probleme zu vermeiden: 18.dxe5 Lc5 19.e6 fxe6 20.Te2 Df6 21.Tae1 Tf8 22.Sf5!

18...e4?? Hrant hatte noch eine Stunde auf der Uhr, nutzte aber nur zwei Minuten, um diesen Fehler zu begehen! Offensichtlich dachte er, dass ich bereit war, eine Figur zu opfern, um dafür zwei Bauern und das Läuferpaar zu bekommen.

Viel stärker ist 18...Lf8! was wir wohl beide übersehen haben.

19.Txe4! Ich sah diese Mattvariante bereits, als ich 18.Lh6 spielte, aber natürlich konnte ich es nicht glauben, als mein Gegner den e-Bauern nach e4 vorschob.

19...Sf8 Er dachte über 25 Minuten lang nach, aber wie so oft, wenn man einen schrecklichen Fehler macht, gibt es keine Möglichkeit mehr, den Schaden zu reparieren.

19...dxe4 läuft unerwartet in 20.Dxf7+ Kxf7 21.Lc4+ Kf6 22.Sxe4+ Kf5 23.g4+ Kxe4 24.Te1+ Kf3 25.Ld5#

20.Tf4

Auch der Rückzug des Turms gewinnt klar, aber ich habe einige Zeit damit verbracht, sicherzustellen, dass das Figurenopfer auch einfach zu spielen ist.

20...f5 21.Sxf5 gxf5 22.Txf5 Dd6 23.Dg4+ Weiß hat mehr als einen Weg, um zu gewinnen, und ich habe nur vorsichtig gespielt, um die Dinge nicht mehr zu vermasseln.

23...Sg6 24.Txd5

Df6 24...Dxd5 verliert wegen 25.Lxg6

25.g3 Weiß hat vier Bauern für die Figur, und alle meine Figuren sind aktiv.

25...Lf8 26.Tf5 De7 27.Lc4+ Kh8 28.Lg5

Hier gab mein Gegner auf, denn nach 28.Lg5 Dd6 29.Tf6 ist der Angriff einfach viel zu viel. Ein schöner Sieg für mich und ein wichtiger, sowohl für die Mannschaft als auch für mich.

1–0

Die komplette Analyse von Wesley So finden Sie im neuen ChessBase Magazin  #210!

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Highlights der Ausgabe

Ein buntes Trainingsprogramm erwartet Sie im ChessBase Magazin #210! Eine Auswahl daraus hat die Redaktion als besondere Empfehlung auf der Startseite für Sie zusammengestellt:

Schacholympiade 2022: Rückblick mit Analysen von über 20 Teilnehmern und Teilnehmerinnen sowie Ivan Sokolovs Beitrag „Schritte zum Gold“ – „Special“ zum neuen WM-Kandidaten Ding Liren: exklusive Sammlung von 18 kommentierten Partien + Beiträge zu Strategie und Endspiel – „The Indian Gambit“: Daniel King präsentiert eine frische und spannende Idee in der Englischen Eröffnung: 1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.Sf3 e4 4.Sg5 c6!? (Video) – „Praxistipps für den Turnierspieler“ Folge 3: Wie man gegen einen stärkeren Gegner spielen sollte (Video von Jan Markos + kleiner Aufgabensammlung) – „Vollgas im Offenen Spanier“: Robert Ris untersucht die hochaktuelle Dilworth-Variante u.v.m.

Special: Ding Liren

CBM Autoren analysieren ihre Lieblingspartie des Spitzenspielers aus China. Freuen Sie sich auf eine exklusive Sammlung von 18 kommentierten Partien!

Spitzenschach und Meisteranalysen

Schacholympiade 2022: Die Großveranstaltung des Jahres ist der Schwerpunkt dieser Ausgabe. Über 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen kommentieren in dieser Ausgabe ihre besten Partien aus Chennai, darunter Praggnanandhaa, Anish Giri, Wesley So, Arjun Erigaisi, Jules Moussard, Luke McShane, Pentala Harikrishna, Matthias Blübaum, Rasmus Svane, das Silbermedaillen-Team aus Armenien sowie die Goldmedaillengewinnerinnen Anna und Mariya Muzychuk. Dazu stellt der Coach des usbekischen Siegerteams, Ivan Sokolov, in seinem Beitrag „Schritte zum Gold“ Highlights seines jungen Teams vor.

Praxistipps für Turnierspieler

Wie würden Sie sich verhalten, wenn Sie im Wald einem Bären begegnen? Richtig: Sie geraten nicht in Panik, sondern Sie brauchen einen Plan. Und genauso ist es auch im Schach, wenn Sie gegen einem deutlich stärkeren Gegner antreten müssen! Im dritten Teil seiner Reihe stellt Ihnen GM Jan Markos im Video gleich drei Strategien für diese Situation vor und rundet seinen Beitrag mit einer kleinen Aufgabensammlung ab.

Move by Move

Die wechselvolle Partie Gukesh-Abdusattorov spielte eine Schlüsselrolle bei der Vergabe der Medaillen in Chennai. Spielen Sie sie im interaktiven Trainingsformat mit Robert Ris nach!

All in one

Neue Eröffnungsideen erklärt anhand einer ausführlich kommentierten Partie. Diesmal auf dem Programm: Königsindisch (Imre Hera) und Englisch (Tanmay Srinath).

Eröffnungsvideos

Daniel King präsentiert ein spannendes neues Gambit in der Englischen Eröffnung. Jan Werle erläutert positionelle Ideen in der Rubinstein-Variante des Nimzo-Inders. Und Mihail Marin ist in einer Partie des Benoni-Experten Aleksandar Indjic bei der Olympiade auf die Neuerung 14...a5! gestoßen.

Daniel King: Englisch – „The Indian Gambit“
1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.Sf3 e4 4.Sg5 c6!?
Jan Werle: Nimzo-Indisch
1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Sf3 c5 5.e3 Sc6 6.Ld3 Lxc3+ 7.bxc3 d6 8.e4 e5 9.d5 Se7
Mihail Marin: Benoni
7.h3 Lg7 8.e4 0-0 9.Le3 Te8 10.Sd2 a6 11.a4 Sxe4 12.Scxe4 f5 13.Le2 fxe4 14.Sc4 a5!

Neue Ideen für Ihr Repertoire

ChessBase Magazin #210 deckt mit 10 Eröffnungsartikeln ein gewohnt breites Spektrum ab:

Roven Vogel: Englisch 1.c4 e5 2.g3 f5 3.Lg2 Le7
Martin Lorenzini: Skandinavisch 3...Da5 und 6.Se5 (II)
Patrick Zelbel: Moderne Verteidigung 4...a6 5.g4
Petra Papp: Grivas-Sizilianisch 4...Db6 5.Sb3 Sf6 6.Sc3
Krisztian Szabo: Sizilianisch O’Kelly-Variante (Teil I) 3.d4/3.c3
Sergey Grigoriants: Philidor-Verteidigung mit 6.Lf4
Robert Ris: Offenes Spanisch Dilworth-Variante
Evgeny Postny: Botwinnik-Variante 12.h4
Akexy Kuzmin: Nimzo-Indisch 4.e3 0–0 5.Ld3 d5 6.a3
Andrey Sumets: Katalanisch 5.Lg2 a6 6.0-0 Sc6 7.Dd2

Aktuelle Eröffnungsfallen

"Vom Londoner System bis Spanisch“ – Rainer Knaak nimmt acht Fallen aus der aktuellen Turnierpraxis unter die Lupe, drei davon stellt er zudem im Videoformat vor.

Zug für Zug

Arjun Erigaisi spielt „ziemlich cooles Schach“, findet Martin Breutigam. Überzeugen Sie sich selbst und spielen Sie die Partie Wang Hao-Erigaisi im interaktiven Videoformat mit ihm durch!

„Ding Lirens Positionsspiel“

Mihail Marin beleuchtet ausgewählte Aspekte von Ding Lirens Spiel – vor allem seine typischen Turmmanöver und auch sein Spiel mit den Bauern. Umfangreiche Trainingsdatenbank mit ausführlicher Videoeinleitung.

Neue Reihe: Moderne Klassiker

Dorian Rogozenco startet seine neue Reihe standesgemäß – Bobby Fischer bezeichnete die siebte Partie selbst als die beste des Kandidatenmatches gegen Petrosian im Jahr 1971. Lassen Sie sich von Rogozencos ausführlicher Videoanalyse fesseln!

Taktik: „ Angriffsspringer am Königsflügel “

Oliver Reehs Ausbeute von der Schacholympiade ist reichlich ausgefallen: 41 Partien, gespickt mit vielen Taktikaufgaben, erwarten Sie. Inkl. vier interaktive Trainingsvideos zu seinen Lieblingskombis aus Chennai!

Endspielfeinschliff – „Endspielhighlights von der Schacholympiade“ u.v.m.

Gleich vier Beiträge von Karsten Müller bietet diese Ausgabe. Neben einem Beitrag über Ding Liren präsentiert der Experte u. a. die schönsten Endspiele von der Schacholympiade 2022. Dazu liefert Müller eine Aufgabensammlung und geht wieder auf seine „Leserbriefe“ ein.

ChessBase Magazin #210

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