14.09.2018 – Drei von vier Spieltagen sind beim Champions Showdown in Saint Louis vorbei und einer der fünf Wettkämpfe ist bereits entschieden. Levon Aronian liegt gegen Leinier Dominguez vor dem letzten Tag mit 12:6 vorne, in den vier anderen Wettkämpfen ist theoretisch noch alles möglich. Auch Garry Kasparov, der nach zwei Tagen 4:8 gegen Veselin Topalov hinten lag, kann wieder hoffen. | Fotos: Eric Rosen, Lennart Ootes (Saint Louis Chess Club)
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Im zweiten Teil seiner Serie zur Vorteilsverwertung richtet IM Harald Schneider-Zinner den Fokus auf dynamische Chancen und technische Umsetzung.
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Grau ist alle Theorie...
Chess960 heißt Chess960, weil es 960 verschiedene Ausgangspositionen gibt, mit der die Partie beginnen kann. Das, so die Idee, macht Eröffnungsvorbereitung unsinnig, denn die Ausgangspositionen werden vor der Partie ausgelost. Aber auch im Schach sorgt der Zufall immer wieder für Überraschungen. So hatte Sam Shankland die Stellung, die als Ausgangsposition von Tag drei des Champion Showdowns in Saint Louis vor der Runde ausgelost wurde, bereits analysiert. Als Vorbereitung auf das Turnier hatte Shankland vier zufälllig gewählte Ausgangsstellungen analysiert, und die Stellung aus Runde drei war zufällig eine davon. Viel genützt hat ihm das nicht.
Maxime Vachier-Lagrave vs Sam Shankland
Shankland war der am besten vorbereitete Spieler an Tag drei, aber Vorbereitung ist eben nicht alles. Nach dem zweiten Tag lag Shankland gegen Maxime Vachier-Lagrave mit 5,5:6,5 zurück, aber am dritten Tag dominierte Vachier-Lagrave und sicherte sich einen klaren 5:1 Tagessieg.
Stand: 11,5:6,5 für Maxime Vachier-Lagrave
Veselin Topalov vs Garry Kasparov
An den ersten beiden Tagen hatte Garry Kasparov Schwierigkeiten. Er kam immer wieder in Zeitnot und lag nach zwei Tagen mit 4-8 zurück, aber jetzt scheint er allmählich in Form zu kommen und sicherte sich am dritten Tag einen überzeugenden 3,5:2,5 Sieg. In der Gesamtführung liegt Topalov weiter vorne, aber wenn Kasparovs Formkurve weiter aufwärts zeigt, dann könnte der Ex-Weltmeister das Match noch herumreißen und für sich entscheiden.
Garry Kasparov ist nicht nur einer der besten Schachspieler der Welt, er ist auch ein ausgezeichneter Schachtrainer. Im Rückblick auf seine Karriere zeigt der 13. Weltmeister eine Auswahl seiner besten Partien - mit auch heute noch verblüffenden Ideen
Levon Aronian scheint sich beim Chess960 wohl zu fühlen und er dominierte gegen Leinier Dominguez auch am dritten Tag. Nach zwei Tagen lag Aronian mit 8:4 vorne, Tag drei entschied er mit 4:2 für sich. Mit 12:6 liegt er damit uneinholbar in Führung und hat das Match vorzeitig für sich entschieden.
Stand: 12:6 für Levon Aronian
Wesley So vs Anish Giri
Wesley So hat bereits mehrfach erklärt, wie gerne er Chess960 spielt. Vielleicht ist das ein Grund, warum er Anish Giri an den ersten beiden Tagen immer wieder überspielte und sich eine klare 9:3 Führung im Match sichern konnte. Aber am dritten Tag gestaltete Giri das Spiel ausgeglichen - 4:4 lautet das Tagesergebnis. Am Gesamtsieg von So wird das wahrscheinlich allerdings nichts mehr ändern.
Stand: 11:7 für Wesley So
Hikaru Nakamura vs Peter Svidler
Hikaru Nakamura und Peter Svidler liefern sich bislang ein packendes Match. Nach zwei Tagen stand es 6:6, den dritten Tag konnte Nakamura mit 3,5:2,5 knapp für sich entscheiden und geht so mit einem Punkt Vorspung in den vierten Tag.
Johannes FischerJohannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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Der Hyper-Accelerated Dragon ist schnell und scharf. Schwarz entwickelt seinen Läufer sofort nach g7 und kann oftmals d5 in einem Zug spielen und ein Tempo sparen.
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