Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
23.07.2026 – Die Masters-Turniere beim Schachgipfel in Dresden nähern sich allmählich der Zielgeraden. Drei Runden vor Schluss führt Bennet Hagner mit 4,5 aus 6, einen halben Punkt dahinter folgen Leonardo Costa und Luis Engel. Aber Niclas Huschenbeth (Bild), der in Runde 6 gegen Dmitrij Kollars gewann, kann mit 3,5 aus 6 mit einem starken Schlussspurt auch noch an der Spitze landen. Im Frauenturnier verlor Dinara Wagner in Runde 6 gegen Kateryna Dolzhykova und liegt jetzt zusammen mit Jana Schneider und Sarah Papp mit je 4,5 aus 6 auf den Plätzen eins bis drei. | Foto: Finn Engesser
22.07.2026 – Zehn Teilnehmer starten beim Masters in Dresden, sechs Großmeister, zwei Internationale Meister und ein FM. Doch zur Halbzeit liegt keiner der Großmeister vorne, sondern einer der zwei Internationalen Meister: Bennet Hagner, mit einer Elo-Zahl von 2451 Nummer 8 der Setzliste. In Runde 5 gewann er mit Schwarz eine streckenweise rätselhafte Partie gegen Niclas Huschenbeth und liegt jetzt mit 4 aus 5 alleine an der Spitze. Einen halben Punkt dahinter folgt Luis Engel mit 3,5 aus 5. Im Frauenturnier setzt Dinara Wagner ihre Siegesserie fort: In Runde 5 gewann die zum vierten Mal in Folge und führt zur Halbzeit mit 4,5 aus 5 mit einem ganzen Punkt Vorsprung vor Jana Schneider, die gegen Josefine Safarli Remis spielte. | Foto: Bennet Hagner bei der Deutschen Meisterschaft 2025 | Foto: André Schulz
21.07.2026 – Alexander Donchenko startete beim Schachgipfel im Masters als Nummer 1 der Setzliste, aber begann das Turnier mit zwei Remis und einer Niederlage. Doch in Runde 4 gewann er überzeugend gegen Tabellenführer Leonardo Costa und bewahrte so noch Chancen auf den Turniersieg. Nach Costas Niederlage liegen Bennett Hagner und Luis Engel mit 3 aus 4 gemeinsam an der Spitze. Engel gewann mit Schwarz gegen Dr. Georg Braun, Hagner spielte gegen Dmitrij Kollars Remis, aber verpasste dabei gute Chancen, mit einem Sieg die alleinige Führung zu übernehmen. Im Frauenturnier kam Turnierfavoritin Dinara Wagner zu ihrem dritten Sieg in Folge und liegt mit 3,5 aus 4 weiter allein an der Spitze. | Foto: Alexander Donchenko bei einem Turnier in Taschkent | Foto: Mukhammadbobur Makhmarayimov via Wikipedia
20.07.2026 – Für die größte Überraschung in Runde 3 des Masters beim Schachgipfel in Dresden sorgte der 18-jährige Bennett Hagner: Er überspielte Alexander Donchenko, die Nummer 1 der Setzliste, und gewann verdient. Die spektakulärste Partie der Runde gelang jedoch Leonardo Costa (Bild): Er opferte erst eine Figur, dann eine Qualität und gewann am Ende mit Hilfe seiner starken Springer. Mit je 2,5 Punkten aus 3 Partien teilen sich Hagner und Costa auch die Tabellenführung. Im Frauenturnier hat die Favoritin Dinara Wagner mit ihrem zweiten Sieg in Folge die alleinige Tabellenführung übernommen. | Foto: Frank Binding / Deutscher Schachbund (Archiv)
18.07.2026 – Die Najdorf-Variante im Sizilianer ist eine der beliebtesten Eröffnungen überhaupt. Der tschechische Meister Karel Opocensky hat sie als einer der Ersten regelmäßig gespielt, ihren Namen verdankt sie dem polnisch-argentinischen Weltklassespieler Miguel Najdorf, mit Ausnahme von Mikhail Botvinnik haben alle Weltmeister nach dem Zweiten Weltkrieg die Eröffnung in mindestens einer Partie getestet. Aber wer ist eigentlich Mr. Najdorf, der Spieler, der die Najdorf-Variante am stärksten geprägt und am erfolgreichsten angewandt hat?
06.07.2026 – Nach dem ersten Tag des Blitzturniers schien die Entscheidung beim Super Rapid & Blitz in Zagreb schon gefallen zu sein: Alireza Firouzja hatte mit 8 aus 9 souverän gewonnen und startete mit 3 Punkten Vorsprung in den letzten Tag des Turniers. Aber dann kam Sand ins Getriebe: Firouzja verlor eine Partie nach der anderen und musste Nodirbek Abdusattorov an sich vorbeiziehen lassen. Erst auf der Zielgeraden kam Firouzjas Zauber zurück, und er rettete sich in einen Stichkampf, den er im Armageddon gewann. Bester Blitzer in der Rückrunde des Blitzturniers war jedoch Vincent Keymer: Er holte 7 aus 9 und sorgte gegen Firouzja für den Zug des Tages. | Foto: Lennart Ootes
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03.07.2026 – Beim Rapid-Turnier des Super Rapid & Blitz-Turniers in Zagreb übernahm Alireza Firouzja (Bild) am ersten Tag mit 5 aus 6 die alleinige Tabellenführung und so machte er auch am zweiten Tag weiter. Mit etwas Glück und Hilfe seiner Gegner holte er wieder 5 aus 6 und liegt jetzt drei Punkte vor Vincent Keymer, Maxime Vachier-Lagrave, Gukesh Dommaraju and Bogdan-Daniel Deac. Keymer spielte drei aufregende Partien, die zu einer Niederlage, einem Sieg und einem Remis führten. | Foto: Lennart Ootes
02.07.2026 – Das Super Rapid & Blitz Turnier der Grand Chess Tour in Zagreb beginnt mit einem neunrundigen Schnellturnier. Vincent Keymer startete mit einer Niederlage gegen Praggnanandhaa, aber schlug dann mit zwei Siegen in Folge zurück. Besonders eindrucksvoll war sein Sieg mit Schwarz gegen Nordirbek Abdusattorov in Runde 3. In der Tabelle liegt Keymer nach Tag 1 mit 4 aus 6 zusammen mit vier anderen Spielern einen halben Punkt hinter Spitzenreiter Alireza Firouzja. | Foto: Lennart Ootes
30.06.2026 – "Enjoy the best game. Ever." Mit diesem markigen Motto wirbt das New in Chess Magazine für sich, und in sechs Ausgaben pro Jahr tut die Zeitschrift tatsächlich viel für den Schachgenuss ihrer Leser. Auch die zweite Ausgabe des Jahres 2026 enthält eine gelungene Mischung aus Turnierberichten, Training und Einblicken in die Welt des Schachs. Im Mittelpunkt stehen jedoch bewegende Erinnerungen an den holländischen Spitzenspieler und Autor Jan Timman, der am 18. Februar 2026 an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben ist. | Foto: Jan Timman 2019 | Foto: Lennart Ootes
15.06.2026 – Eine Runde vor Schluss führen Shamsiddin Vokhidov und Mukhiddin Madaminov (Bild) die Tabelle des UzChess Cup an. In Runde 8 spielten beide remis. Mit einem halben Punkt Rückstand folgen Ian Nepomniachtchi und Shakhriyar Mamedyarov, die gewinnen konnten. Dabei konnte Nepomniachtchi endlich einmal zeigen, was er vor fünf Jahren für seinen WM-Kampf gegen Carlsen vorbereitet hatte. Kurios endete die Partie zwischen Nikolas Theodorou und Nodirbek Abdusattorov: In Remisstellung stellte Abdusattorov (Bild) einzügig einen Turm ein, weil er sich an die Berührt-geführt-Regel halten musste. | Foto: Screenshot aus einem ChessBase India-Video
11.06.2026 – Ende der 80er Jahre galt Sönke Maus, der am 11. Juni 1967 in Bad Schwartau geboren wurde und heute 59. Geburtstag feiert, als eines der größten deutschen Talente. Aber 1995 beendete er seine Schachkarriere und wurde erfolgreicher Meeresforscher in Norwegen. Seine berühmteste Partie spielte Maus 1989 bei einem Open in Lugano: Er gewann in nur 19 Zügen in einer theoretisch wichtigen Variante gegen Dr. Robert Hübner. | Foto: Sönke Maus 1994 | Foto: Torsten Szobries
10.06.2026 – Mukhiddin Madaminov, Sekundant von Javokhir Sindarov beim Kandidatenturnier, startete beim UzChess Cup in Taschkent als Letzter der Setzliste. Aber in den ersten beiden Runden gewann er gegen Ian Nepomniachtchi und Niklas Theodorou und setzte sich an die Spitze der Tabelle. Doch in Runde drei verlor er gegen Shamsiddin Vokhidov und liegt jetzt mit 2 aus 3 gemeinsam mit Nodirbek Abdusattorov und Arjun Erigaisi in Führung. | Foto: Turnierseite
09.06.2026 – Sechs der zehn Teilnehmer des UzChess Cups haben eine Elo-Zahl von über 2700, drei kommen auf eine Zahl von über 2600 und nur Mukhiddin Madaminov erreicht diese magische Marke nicht. Mit einer Zahl von 2586 startet der 19-jährige usbekische GM in Taschkent als Nummer 10 der Setzliste. Ein Unbekannter ist Madaminov allerdings nicht, denn beim Kandidatenturnier arbeitete er als Sekundant von Javokhir Sindarov, der das Turnier überzeugend gewann. Beim UzChess Cup startete Madaminov mit Siegen gegen Ian Nepomniachtchi und Nikolas Theodorou mit 2 aus 2 und liegt nach zwei Runden alleine an der Spitze. | Foto: TheBoburshokh, CC0, via Wikimedia Commons
03.06.2026 – Magnus Carlsen sucht beim Norway Chess Turnier in Oslo weiter nach seiner Form. In Runde 8 verlor er mit Weiß in der klassischen Partie gegen Praggnanandhaa und erlitt damit seine vierte Niederlage in acht Runden. Alireza Firouzja gewann in der klassischen Partie gegen Gukesh und liegt jetzt zwei Runden vor Schluss und vor dem heutigen Ruhetag nur noch einen Punkt hinter Spitzenreiter Wesley So, der gegen Vincent Keymer erst Remis spielte und dann im Armageddon gewann. | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
01.06.2026 – Die erste Hälfte des Norway Chess Turniers in Oslo lief nicht gut für Vincent Keymer: In den fünf klassischen Partien vergab er zahlreiche gute Chancen und in den Armageddon-Partien musste er fünf Niederlagen hinnehmen. Doch in Runde 6 kam er gegen Gukesh zu seinem ersten Sieg: Keymer kam gegen den Weltmeister nach zurückhaltendem und unorthodoxem Beginn bald in Vorteil, und dieses Mal nutzte er seine Chance und gewann überzeugend. Magnus Carlsen gewann mit Weiß gegen Tabellenführer Alireza Firouzja, und so konnte Wesley So sich mit einem Sieg gegen Praggnanandhaa an die Spitze setzen. | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
29.05.2026 – Magnus Carlsen kam in der vierten Runde des Norway Chess Turniers zu seinem ersten Sieg im klassischen Schach. In einer stark gespielten Partie gewann er mit Schwarz gegen Weltmeister Gukesh. Wesley So setzte sich im Armageddon gegen Tabellenführer Alireza Firouzja durch, und Vincent Keymer verpasste in der klassischen Partie gegen Praggnanandhaa gute Chancen und verlor dann nach einem Blackout im Armageddon. Trotz der Niederlage bleibt Firouzja vor dem ersten Ruhetag mit 2,5 Punkten Vorsprung an der Spitze. | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
27.05.2026 – Korrekte Partien sind nicht immer spannend und spannende Partien sind nicht immer korrekt. Ein Beispiel dafür lieferte die Begegnung zwischen Magnus Carlsen und Vincent Keymer in der zweiten Runde des Norway Chess Turniers. In einer strategisch und taktisch komplizierten Stellung verpassten beide Spitzengroßmeistern immer wieder gute Chancen, was am Ende zu einem inhaltsreichen und dramatischen Remis führte. Im Armageddon setzte sich dann Carlsen durch. Tabellenführer nach zwei Runden ist Alireza Firouzja, der mit 6 aus 6 ins Turnier startete. | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
18.05.2026 – In Runde 4 des Super Chess Classic in Bukarest ging Vincent Keymer neue Wege: Er spielte gegen Maxime Vachier-Lagrave zum ersten Mal in seinem Leben in einer ernsthaften Turnierpartie mit Weiß die Najdorf-Variante - und gewann eine strategisch brillante Partie. Damit übernahm er auch die Tabellenführung, da die anderen Partien der Runde Remis endeten. Allerdings ist die Tabelle unvollständig, denn die Partie zwischen Fabiano Caruana und Alireza Firouzja wurde auf den Ruhetag verschoben, da Firouzja sich vor Rundenbeginn krank gemeldet hatte. | Foto: Lennart Ootes
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