Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
13.10.2026 – Nominell sind Fabiano Caruana, die Nummer drei der Welt, und Wesley So (Foto), die Nummer sechs der Welt, die Favoriten bei der US-Meisterschaft. Und nach vier Runden liegen sie mit jeweils 3 Punkten aus 4 Partien gemeinsam an der Spitze. So spielte in Runde 4 remis gegen Levon Aronian, Caruana gewann ein schwieriges Doppelturmendspiel gegen Ray Robson. | Foto: Lennart Ootes | Saint Louis Chess Club
08.10.2026 – Wie kann ich im Schach besser werden, meine Elo-Zahl steigern oder Internationaler Meister oder Großmeister werden? Oder – allgemein gefragt – wie werde ich überhaupt zu einer Expertin oder einem Experten auf einem Gebiet? Der YouTube-Kanal Veritasium hat Antworten. | Foto: Screenshot aus dem Veritasium-Video. Veritasium zitiert hier das von Chess24 veröffentlichte Video Magnus Carlsen’s Mind-Blowing Memory
07.10.2026 – Zwei Olympiaden, 13 Siege, sieben Unentschieden, keine Niederlage, zwei Goldmedaillen, einmal Bronze mit der Mannschaft – Frederik Svanes Olympiabilanz ist eindrucksvoll. Bei der Schacholympiade 2026 in Samarkand hat er außerdem einen unauffälligen Rekord aufgestellt: Noch nie zuvor hat ein deutscher Spieler bei Olympiaden zwei Mal Gold für die beste Leistung an seinem Brett gewonnen. | Foto: Frederik Svane bei der Schacholympiade 2026 in Samarkand | Foto: Nils Rohde
29.09.2026 – Kurzpartien, Partien, die nicht länger als 20 Züge dauern, sind selten strategisch tief, aber oft unterhaltsam. Sie bieten verblüffende taktische Schlaglichter, gelegentlich theoretische Erkenntnisse und erinnern daran, wie schnell im Schach ein Unglück passieren kann. Kurzpartien gab es natürlich auch bei der Schacholympiade in Samarkand. Hier eine – kurze – Auswahl. | Foto: Der Spielsaal der Schacholympiade | Foto: Nils Rohde
23.09.2026 – Sechs von elf Runden sind bei der Schacholympiade in Samarkand gespielt. Gastgeber Usbekistan führt mit 12:0 Mannschaftspunkten, drei Teams haben noch keine einzige Partie verloren, und ein rumänischer IM kommt auf eine Performance von über 3000. Die erste Hälfte der Olympiade hat zu interessanten Ergebnissen geführt. | Foto: Frederik Svane | Foto: Steffen Rätzke von Stoyentin / ChessBase
21.09.2026 – Im April gewann der 24-jährige Egon Mattaaq, der in Upernavik im Nordwesten Grönlands lebt, die erste offizielle Landesmeisterschaft. Zehn Spieler nahmen daran teil, Mattaaq gewann mit 6 aus 7. Wegen der großen Entfernungen im Land wurde online gespielt. In Samarkand nimmt Grönland zum ersten Mal an einer Schacholympiade teil, und für Mattaaq ist es auch das erste Turnier, in dem er am Brett gegen leibhaftige Gegner spielt. Arne Kähler hat während der Olympiade mit ihm gesprochen.
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11.09.2026 – Sechs Mannschaften, 36 Weltklassespieler, eine Bedenkzeit von 20 Minuten für die gesamte Partie, Inkrement erst ab dem 40. Zug, 4 Punkte für einen Sieg mit Schwarz, 3 für einen Sieg mit Weiß, 1 für ein Remis, 18 bis 24 Partien pro Tag, ein Preisfonds von 1 Million Dollar - die Global Chess League ist ein Schachspektakel. Mit spannendem Finish: Die besten zwei Mannschaften der Vorrunde qualifizieren sich für das Finale und nach acht von zehn Mannschaftskämpfen liegen drei Teams punktgleich an der Spitze. | Foto: In einer der vielen Spitzenpartien des Tages gewann Magnus Carlsen gegen Vishy Anand | Foto: Global Chess League
08.09.2026 – Die Alpine APL Pipers, die mit Carlsen am Spitzenbrett spielen, haben am dritten Spieltag der Global Chess League in Bangalore die alleinige Tabellenführung übernommen. Im ersten Match des Tages gewann Carlsen gegen Anand auf Zeit (Bild), aber trotzdem verloren die Pipers den Kampf gegen die PBG Alaskan Knights. Doch danach gewann Carlsens Team mit 15:3 gegen die bis dahin führenden FYERS American Gambits. Nach vier von zehn Mannschaftskämpfen liegen die Pipers mit neun Matchpunkten allein an der Spitze, dahinter folgen vier Mannschaften mit sechs Punkten. | Fotos: Global Chess League
21.08.2026 – Am 15. September beginnt in Samarkand die 46. Schacholympiade. Mit Vincent Keymer, Matthias Blübaum, Frederik Svane, Alexander Donchenko und Rasmus Svane liegt die deutsche Mannschaft auf Platz 5 der Setzliste und darf auf eine Medaille hoffen. Allerdings liegt die letzte deutsche Mannschaftsmedaille im Open inzwischen mehr als ein Vierteljahrhundert zurück: Bei der Schacholympiade 2000 in Istanbul gewann Deutschland Silber. Aber wie viele Medaillen hat Deutschland in der Geschichte der Schacholympiade denn überhaupt gewonnen? | Foto: Olympische Medaillen | Foto: Anna Shtourman, FIDE
20.08.2026 – Wesley So hat den Sinquefield Cup 2026 gewonnen, es war sein dritter Sieg beim Sinquefield Cup überhaupt. Da alle fünf Partien der neunten Runde mit Remis endeten, waren Praggnanandhaa und So am Ende punktgleich Erste und mussten im Stichkampf um den Turniersieg spielen. So gewann im Armageddon. Vincent Keymer hatte in der letzten Runde Schwarz gegen Jorden van Foreest, der ihn mit dem Königsgambit überraschte. Doch Keymer umschiffte alle Klippen der zweischneidigen Eröffnung und sicherte sich mit einem Remis die Teilnahme am Finale der Grand Chess Tour. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
19.08.2026 – Vincent Keymer kämpft beim Sinquefield Cup 2026 um den Einzug in das lukrative und prestigeträchtige Finale der Grand Chess Tour. Um das zu erreichen, darf er am Ende des Turniers nicht hinter Javokhir Sindarov landen, und umso bitterer war deshalb Keymers Niederlage gegen Sindarov in Runde 7. Aber in Runde 8 zeigte Keymer Kämpferqualitäten und gewann gegen Fabiano Caruana. Doch Sindarov hielt das Tempo und punktete gegen Van Foreest. Damit liegen Keymer und Sindarov vor der letzten Runde punktgleich auf den Plätzen drei und vier, einen halben Punkt hinter Wesley So und Praggnanandhaa, der sich mit einem Sieg gegen Maxime Vachier-Lagrave an die Tabellenspitze schob. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
18.08.2026 – Vincent Keymer und Javokhir Sindarov kämpfen beim Sinquefield Cup 2026 um den Einzug ins Finale der Grand Chess Tour, das die vier Besten der GCT-Gesamtwertung erreichen. Vor dem Sinquefield Cup lag Keymer auf Platz vier, einen halben Punkt vor Sindarov, landet er beim Sinquefield Cup vor Sindarov, ist Keymer beim Finale dabei. In Runde 7 trafen die beiden aufeinander. In der Tabelle hatte Keymer einen Punkt mehr, sodass ihm ein Remis in dieser wichtigen Begegnung genügt hätte. Das führte zu einer nervösen Partie und einem dramatischen Duell. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
13.08.2026 – Das Evans-Gambit ist eines der berühmtesten Gambits der Schachgeschichte. Der Name geht auf William Davies Evans zurück (1790–1872), einen walisischen Kapitän, der in den 1820er Jahren auf die Idee kam, nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 mit 4.b4!? einen Bauern anzubieten. Nimmt Schwarz das Opfer an, gewinnt Weiß Zeit, um seine Figuren zu entwickeln und den schwarzen König anzugreifen. Den Spitzenspielern des 19. Jahrhunderts gefiel dieses Konzept und Schachlegenden wie Paul Morphy und Adolf Anderssen spielten mit dem Evans-Gambit zahlreiche spektakuläre Partien. Aber wie standen und stehen moderne Weltmeister zum Evans-Gambit? | Foto: Kapitän Evans (Quelle: Wikipedia)
07.08.2026 – Am 1. August 2026 haben die die 53. Dortmunder Schachtage begonnen, ein Turnier mit langer Tradition. Ein Höhepunkt in der glanzvollen Geschichte dieses Schachfestivals war das 20-jährige Jubiläum 1992, bei dem die Organisatoren ein Weltklassefeld einladen konnten. Weltmeister Garry Kasparov sicherte sich den Turniersieg, aber für die größte Sensation sorgte der einzige deutsche Teilnehmer, Dr. Robert Hübner: Er gewann in Runde 6 gegen Kasparov – einer der seltenen Siege eines deutschen Spielers gegen einen amtierenden Weltmeister. | Foto: Christian Lünig, Arbeitsblende
07.08.2026 – Nach sechs Runden ist das A-Open der Dortmunder Sparkassen Chess Trophy völlig offen: Sieben Spieler liegen mit 5 aus 6 an der Spitze, weitere 16 folgen mit einem halben Punkt Rückstand. Zur Führungsgruppe gehören Turnierfavorit Matthias Blübaum und FM Mykola Korchynskyi, Jahrgang 2010, der in Runde 6 gegen Christian Glöckler gewann und jetzt auf eine Elo-Performance von 2639 kommt. Im Frauenturnier führt die Chinesin Song Yuxin (Bild). Sie gewann gegen Nataliya Buksa, während Tabellenführerin Dinara Wagner ihre Vorteile gegen Klaudia Kulon nicht nutzen konnte und verlor. | Fotos: Turnierveranstalter
06.08.2026 – "Opfer, Opfer, Matt!" ist ein berühmtes Zitat von Bobby Fischer, der damit erklärt hat, wie man im Drachen erfolgreich angreift. Levon Aronian (Bild) hatte in Runde 4 des GCT-Blitzturniers keinen Drachen, sondern einen soliden Italiener auf dem Brett, aber trotzdem konnte er Anish Giri, der bis dahin in neun Schnellschach- und drei Blitzpartien ausschließlich Remis gespielt hatte, mit einer Reihe von Opfern mattsetzen. In der Gesamtwertung führt weiter Praggnanandhaa, der als Tabellenführer ins Blitzturnier gestartet war und auch beim Blitzen mit 6 aus 9 die meisten Punkte sammeln konnte. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
05.08.2026 – Der indische Großmeister Praggnanandhaa hat das Rapid-Turnier beim Saint Louis Rapid & Blitz von Beginn an dominiert und gewann am Ende trotz einer Niederlage in der Schlussrunde mit 12 von 18 möglichen Punkten. Vincent Keymer startete mit einem Sieg in den letzten Tag des Rapid-Turniers, aber verlor dann eine dramatische Partie gegen Praggnanandhaa und kam mit einem Schlussrundenremis gegen Levon Aronian auf insgesamt 9 Punkte. Die Partie des Tages spielte jedoch Wesley So: Er gewann mit einem furiosen Angriff und zahlreichen Opfern gegen Fabiano Caruana. | Foto: Crystal Fuller / Grand Chess Tour
04.08.2026 – Auch am zweiten Tag des Saint Louis Rapid & Blitz zeigte Praggnanandhaa eine souveräne Vorstellung, und nach sechs von neun Schnellschachrunden liegt der Inder jetzt mit zwei Punkten Vorsprung auf Javokhir Sindarov weiter allein an der Spitze. Praggnanandhaa gewann gegen Awonder Liang und spielte gegen Sindarov und Wesley So remis. Von den 15 Partien des Tages endeten nur zwei mit einer Entscheidung. Unterhaltsam war es trotzdem. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
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