Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
21.08.2026 – Am 15. September beginnt in Samarkand die 46. Schacholympiade. Mit Vincent Keymer, Matthias Blübaum, Frederik Svane, Alexander Donchenko und Rasmus Svane liegt die deutsche Mannschaft auf Platz 5 der Setzliste und darf auf eine Medaille hoffen. Allerdings liegt die letzte deutsche Mannschaftsmedaille im Open inzwischen mehr als ein Vierteljahrhundert zurück: Bei der Schacholympiade 2000 in Istanbul gewann Deutschland Silber. Aber wie viele Medaillen hat Deutschland in der Geschichte der Schacholympiade denn überhaupt gewonnen? | Foto: Olympische Medaillen | Foto: Anna Shtourman, FIDE
20.08.2026 – Wesley So hat den Sinquefield Cup 2026 gewonnen, es war sein dritter Sieg beim Sinquefield Cup überhaupt. Da alle fünf Partien der neunten Runde mit Remis endeten, waren Praggnanandhaa und So am Ende punktgleich Erste und mussten im Stichkampf um den Turniersieg spielen. So gewann im Armageddon. Vincent Keymer hatte in der letzten Runde Schwarz gegen Jorden van Foreest, der ihn mit dem Königsgambit überraschte. Doch Keymer umschiffte alle Klippen der zweischneidigen Eröffnung und sicherte sich mit einem Remis die Teilnahme am Finale der Grand Chess Tour. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
19.08.2026 – Vincent Keymer kämpft beim Sinquefield Cup 2026 um den Einzug in das lukrative und prestigeträchtige Finale der Grand Chess Tour. Um das zu erreichen, darf er am Ende des Turniers nicht hinter Javokhir Sindarov landen, und umso bitterer war deshalb Keymers Niederlage gegen Sindarov in Runde 7. Aber in Runde 8 zeigte Keymer Kämpferqualitäten und gewann gegen Fabiano Caruana. Doch Sindarov hielt das Tempo und punktete gegen Van Foreest. Damit liegen Keymer und Sindarov vor der letzten Runde punktgleich auf den Plätzen drei und vier, einen halben Punkt hinter Wesley So und Praggnanandhaa, der sich mit einem Sieg gegen Maxime Vachier-Lagrave an die Tabellenspitze schob. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
18.08.2026 – Vincent Keymer und Javokhir Sindarov kämpfen beim Sinquefield Cup 2026 um den Einzug ins Finale der Grand Chess Tour, das die vier Besten der GCT-Gesamtwertung erreichen. Vor dem Sinquefield Cup lag Keymer auf Platz vier, einen halben Punkt vor Sindarov, landet er beim Sinquefield Cup vor Sindarov, ist Keymer beim Finale dabei. In Runde 7 trafen die beiden aufeinander. In der Tabelle hatte Keymer einen Punkt mehr, sodass ihm ein Remis in dieser wichtigen Begegnung genügt hätte. Das führte zu einer nervösen Partie und einem dramatischen Duell. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
13.08.2026 – Das Evans-Gambit ist eines der berühmtesten Gambits der Schachgeschichte. Der Name geht auf William Davies Evans zurück (1790–1872), einen walisischen Kapitän, der in den 1820er Jahren auf die Idee kam, nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 mit 4.b4!? einen Bauern anzubieten. Nimmt Schwarz das Opfer an, gewinnt Weiß Zeit, um seine Figuren zu entwickeln und den schwarzen König anzugreifen. Den Spitzenspielern des 19. Jahrhunderts gefiel dieses Konzept und Schachlegenden wie Paul Morphy und Adolf Anderssen spielten mit dem Evans-Gambit zahlreiche spektakuläre Partien. Aber wie standen und stehen moderne Weltmeister zum Evans-Gambit? | Foto: Kapitän Evans (Quelle: Wikipedia)
07.08.2026 – Nach sechs Runden ist das A-Open der Dortmunder Sparkassen Chess Trophy völlig offen: Sieben Spieler liegen mit 5 aus 6 an der Spitze, weitere 16 folgen mit einem halben Punkt Rückstand. Zur Führungsgruppe gehören Turnierfavorit Matthias Blübaum und FM Mykola Korchynskyi, Jahrgang 2010, der in Runde 6 gegen Christian Glöckler gewann und jetzt auf eine Elo-Performance von 2639 kommt. Im Frauenturnier führt die Chinesin Song Yuxin (Bild). Sie gewann gegen Nataliya Buksa, während Tabellenführerin Dinara Wagner ihre Vorteile gegen Klaudia Kulon nicht nutzen konnte und verlor. | Fotos: Turnierveranstalter
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07.08.2026 – Am 1. August 2026 haben die die 53. Dortmunder Schachtage begonnen, ein Turnier mit langer Tradition. Ein Höhepunkt in der glanzvollen Geschichte dieses Schachfestivals war das 20-jährige Jubiläum 1992, bei dem die Organisatoren ein Weltklassefeld einladen konnten. Weltmeister Garry Kasparov sicherte sich den Turniersieg, aber für die größte Sensation sorgte der einzige deutsche Teilnehmer, Dr. Robert Hübner: Er gewann in Runde 6 gegen Kasparov – einer der seltenen Siege eines deutschen Spielers gegen einen amtierenden Weltmeister. | Foto: Christian Lünig, Arbeitsblende
06.08.2026 – "Opfer, Opfer, Matt!" ist ein berühmtes Zitat von Bobby Fischer, der damit erklärt hat, wie man im Drachen erfolgreich angreift. Levon Aronian (Bild) hatte in Runde 4 des GCT-Blitzturniers keinen Drachen, sondern einen soliden Italiener auf dem Brett, aber trotzdem konnte er Anish Giri, der bis dahin in neun Schnellschach- und drei Blitzpartien ausschließlich Remis gespielt hatte, mit einer Reihe von Opfern mattsetzen. In der Gesamtwertung führt weiter Praggnanandhaa, der als Tabellenführer ins Blitzturnier gestartet war und auch beim Blitzen mit 6 aus 9 die meisten Punkte sammeln konnte. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
05.08.2026 – Der indische Großmeister Praggnanandhaa hat das Rapid-Turnier beim Saint Louis Rapid & Blitz von Beginn an dominiert und gewann am Ende trotz einer Niederlage in der Schlussrunde mit 12 von 18 möglichen Punkten. Vincent Keymer startete mit einem Sieg in den letzten Tag des Rapid-Turniers, aber verlor dann eine dramatische Partie gegen Praggnanandhaa und kam mit einem Schlussrundenremis gegen Levon Aronian auf insgesamt 9 Punkte. Die Partie des Tages spielte jedoch Wesley So: Er gewann mit einem furiosen Angriff und zahlreichen Opfern gegen Fabiano Caruana. | Foto: Crystal Fuller / Grand Chess Tour
04.08.2026 – Auch am zweiten Tag des Saint Louis Rapid & Blitz zeigte Praggnanandhaa eine souveräne Vorstellung, und nach sechs von neun Schnellschachrunden liegt der Inder jetzt mit zwei Punkten Vorsprung auf Javokhir Sindarov weiter allein an der Spitze. Praggnanandhaa gewann gegen Awonder Liang und spielte gegen Sindarov und Wesley So remis. Von den 15 Partien des Tages endeten nur zwei mit einer Entscheidung. Unterhaltsam war es trotzdem. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour
03.08.2026 – Eigentlich wollte Capablanca, Weltmeister seit 1921, 1926 ein Jahr Pause vom Turnierschach machen, aber im Juli spielte er im Ferienort Lake Hopatcong in New Jersey dann doch ein Turnier. Fünf Teilnehmer, acht Runden, ein gutes, aber kein Weltklassefeld, ein entspannter Modus. Capablanca gewann souverän mit 6 aus 8 und einem Punkt Vorsprung. Eine gute Vorbereitung auf Capablancas WM-Kampf 1927 gegen Alexander Aljechin war dieser mühelose Sieg jedoch nicht. | Foto: José Raúl Capablanca (Archiv)
27.07.2026 – Beim Schachgipfel in Dresden landete Rasmus Svane im Masters mit acht Remis und einem Sieg nach Wertung auf Platz 6, aber die Deutsche Blitzmeisterschaft gewann er danach souverän. Er startete mit 13,5 Punkten aus 14 Partien und hatte am Ende mit 25 aus 29 ganze 1,5 Punkte Vorsprung vor dem titellosen Zarko Vuckovic. Platz 3 ging an Dennis Wagner, der auf 22 Punkte kam. Neue deutsche Blitzmeisterin ist Josefine Safarli, die mit 19 aus 23 am Ende des Turniers punktgleich mit Kateryna Dolzhykova an der Spitze lag, aber dank besserer Wertung zur Siegerin erklärt wurde. | Foto: Paul Meyer-Dunker, Wikipedia
24.07.2026 – In Runde 7 des Masters in Dresden bewies Alexander Donchenko einmal mehr seine Klasse: Mit guter Vorbereitung, tiefem positionellen Verständnis und taktischer Präzision gewann er mit Schwarz gegen Niclas Huschenbeth. Die vier anderen Partien der Runde endeten mit Remis. Damit liegt Bennet Hagner zwei Runden vor Schluss mit 5 aus 7 weiter alleine an der Spitze, mit einem halben Punkt Rückstand folgen Leonardo Costa und Luis Engel. Im Frauenturnier übernahm Dinara Wagner mit einem Sieg gegen Lisa Sickmann wieder die alleinige Tabellenführung. | Foto: Finn Engesser
23.07.2026 – Die Masters-Turniere beim Schachgipfel in Dresden nähern sich allmählich der Zielgeraden. Drei Runden vor Schluss führt Bennet Hagner mit 4,5 aus 6, einen halben Punkt dahinter folgen Leonardo Costa und Luis Engel. Aber Niclas Huschenbeth (Bild), der in Runde 6 gegen Dmitrij Kollars gewann, kann mit 3,5 aus 6 mit einem starken Schlussspurt auch noch an der Spitze landen. Im Frauenturnier verlor Dinara Wagner in Runde 6 gegen Kateryna Dolzhykova und liegt jetzt zusammen mit Jana Schneider und Sarah Papp mit je 4,5 aus 6 auf den Plätzen eins bis drei. | Foto: Finn Engesser
22.07.2026 – Zehn Teilnehmer starten beim Masters in Dresden, sechs Großmeister, zwei Internationale Meister und ein FM. Doch zur Halbzeit liegt keiner der Großmeister vorne, sondern einer der zwei Internationalen Meister: Bennet Hagner, mit einer Elo-Zahl von 2451 Nummer 8 der Setzliste. In Runde 5 gewann er mit Schwarz eine streckenweise rätselhafte Partie gegen Niclas Huschenbeth und liegt jetzt mit 4 aus 5 alleine an der Spitze. Einen halben Punkt dahinter folgt Luis Engel mit 3,5 aus 5. Im Frauenturnier setzt Dinara Wagner ihre Siegesserie fort: In Runde 5 gewann die zum vierten Mal in Folge und führt zur Halbzeit mit 4,5 aus 5 mit einem ganzen Punkt Vorsprung vor Jana Schneider, die gegen Josefine Safarli Remis spielte. | Foto: Bennet Hagner bei der Deutschen Meisterschaft 2025 | Foto: André Schulz
21.07.2026 – Alexander Donchenko startete beim Schachgipfel im Masters als Nummer 1 der Setzliste, aber begann das Turnier mit zwei Remis und einer Niederlage. Doch in Runde 4 gewann er überzeugend gegen Tabellenführer Leonardo Costa und bewahrte so noch Chancen auf den Turniersieg. Nach Costas Niederlage liegen Bennett Hagner und Luis Engel mit 3 aus 4 gemeinsam an der Spitze. Engel gewann mit Schwarz gegen Dr. Georg Braun, Hagner spielte gegen Dmitrij Kollars Remis, aber verpasste dabei gute Chancen, mit einem Sieg die alleinige Führung zu übernehmen. Im Frauenturnier kam Turnierfavoritin Dinara Wagner zu ihrem dritten Sieg in Folge und liegt mit 3,5 aus 4 weiter allein an der Spitze. | Foto: Alexander Donchenko bei einem Turnier in Taschkent | Foto: Mukhammadbobur Makhmarayimov via Wikipedia
20.07.2026 – Für die größte Überraschung in Runde 3 des Masters beim Schachgipfel in Dresden sorgte der 18-jährige Bennett Hagner: Er überspielte Alexander Donchenko, die Nummer 1 der Setzliste, und gewann verdient. Die spektakulärste Partie der Runde gelang jedoch Leonardo Costa (Bild): Er opferte erst eine Figur, dann eine Qualität und gewann am Ende mit Hilfe seiner starken Springer. Mit je 2,5 Punkten aus 3 Partien teilen sich Hagner und Costa auch die Tabellenführung. Im Frauenturnier hat die Favoritin Dinara Wagner mit ihrem zweiten Sieg in Folge die alleinige Tabellenführung übernommen. | Foto: Frank Binding / Deutscher Schachbund (Archiv)
18.07.2026 – Die Najdorf-Variante im Sizilianer ist eine der beliebtesten Eröffnungen überhaupt. Der tschechische Meister Karel Opocensky hat sie als einer der Ersten regelmäßig gespielt, ihren Namen verdankt sie dem polnisch-argentinischen Weltklassespieler Miguel Najdorf, mit Ausnahme von Mikhail Botvinnik haben alle Weltmeister nach dem Zweiten Weltkrieg die Eröffnung in mindestens einer Partie getestet. Aber wer ist eigentlich Mr. Najdorf, der Spieler, der die Najdorf-Variante am stärksten geprägt und am erfolgreichsten angewandt hat?
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Dieser Kurs ist ein Repertoire nach 1.e4 e5 2.Sf3 mit dem Evans-Gambit als Hauptwaffe.
59,90 €
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