Eine kurze Erinnerung an René Letelier (21. Februar 1915 – 2. Juli 2006)

von Johannes Fischer
21.02.2025 – Manche Schachspieler bleiben vor allem wegen spektakulärer Verlustpartien in Erinnerung. Einer davon ist der chilenische Meister René Letelier, der bei der Schacholympiade 1960 eine berühmte Partie gegen Bobby Fischer verlor, mit der er in die Schachgeschichte einging. Aber Letelier feierte im Laufe seiner Karriere auch zahlreiche Erfolge. 1960 verlieh ihm die FIDE den IM-Titel, er spielte in sieben Schacholympiaden für Chile und war fünf Mal chilenischer Meister. Und spielte im Laufe seiner langen Karriere eine Reihe bemerkenswerter Partien.

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Fischers Sieg gegen Letelier bei der Schacholympiade in Leipzig 1960 ist eine der bekanntesten Partien Fischers, denn sie war typisch für seinen strategisch gradlinigen und aggressiven Stil und endete nach nur 23 Zügen mit einem spektakulären Damenopfer. Fischer nahm sie später in seine legendäre Partiensammlung Meine 60 Denkwürdigen Partien auf, und so fand sie den Weg in Anthologien, Lehrbücher und zahlreiche YouTube Videos.

Der 17-jährige Bobby Fischer bei seinem Olympiadebüt in Leipzig 1960 | Foto: Turnierbuch

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Aber das war nicht die erste und einzige Begegnung der beiden. Vor der Schacholympiade in Leipzig hatten Letelier und Fischer bereits drei Mal gegeneinander gespielt, und die erste dieser Partien konnte Letelier gewinnen, wenn auch nur nach einem schweren und untypischen Fehler Fischers in einem Bauernendspiel.

In den nächsten beiden Partien hatte Letelier weniger Glück und musste zwei Niederlagen quittieren, und damit fällt die Gesamtbilanz zwischen den beiden mit 3-1 zugunsten von Fischer aus.

Leteliers wohl berühmteste Partie spielte er gegen Miguel Najdorf beim internationalen Turnier in Montevideo. Dieses Turnier war auch Leteliers größter Erfolg: Er gewann mit 14,5 Punkten aus 17 Partien und ließ mit Najdorf und Ossip Bernstein zwei Schachlegenden hinter sich. Gegen beide gewann er.

In dieser Partie opfert sich die Dame nicht, sondern setzt Matt, aber ein Zug wie 17.Txh5 verdient es, in Erinnerung zu bleiben. Wie auch René Letelier.

Wikipedia-Eintrag René Letelier (englisch)


Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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