Champions Showdown: Caruana und Rapport mit dem besten Start

21.02.2019 – Fabiano Caruana gegen Harikrishna und Richard Rapport gegen Sam Shankland hatten den besten Start am ersten Tag des Champions Showdown in Saint Louis. Beide konnten drei der vier Partien gewinnen und spielten einmal remis. Caruana zeigte dabei überragende Endspielfähigkeiten. | Foto: Saint Louis Chessclub

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Endspielzauberer Caruana

Kaum ist der "Cairns Cup" vorbei, lässt der Saint Louis Chess Club ein weiteres Turnier der Extraklasse folgen, den Champions Showdown. Die besten fünf Spieler des US-Verbandes spielen jeweils einen Schnellschachwettkampf und einen Blitzwettkampf gegen fünf internationale Spitzenspieler. Das Preisgeld für die fünf Wettkampftage ist stattlich. Für jeden der Wettkämpfe wurden 60.000 USD ausgelobt, von denen der Sieger 36.000 USD, der Verlierer 24.000 USD erhält.

Nachdem schon Wesley So in den US-Verband inkorporiert und Fabiano Caruana repatriiert wurden, hat nun mit Leinier Dominguez ein weiterer Spitzengroßmeister seinen Verbund zugunsten des US-Verbandes gewechselt. Zusammen mit Hikaru Nakamura und Sam Shankland werden sie alle bei der nächsten Schacholympiade in der US-Nationalmannschaft ein sehr schlagkräftiges Team bilden.

Als internationale Sparringspartner wurden ausgewählt: der junge polnische GM Jan-Krzysztof Duda, Pentala Harikrishna, indischer GM mit Wohnsitz in Tschechien, David Navara und Richard Rapport und der frühere FIDE Weltmeister Veselin Topalov, allesamt großkalibrige Gegner.

Und so wurden die Spieler für die Wettkämpfe gepaart:

Hikaru Nakamura vs. Jan-Krzysztof Duda
Fabiano Caruana vs. Pentala Harikrishna
Wesley So vs. David Navara
Leinier Dominguez vs. Veselin Topalov
Sam Shankland vs. Richard Rapport.

Vorgesehen sind 12 Partien mit Schnellschachbedenkzeit 15' + 10'', verteilt auf drei Tage und 24 Blitzpartien mit 3' + 2'', verteilt auf zweite Tage. Der Spielplan sieht zunächst drei Tage mit Schnellschachpartien vor, gefolgt von zweit Spieltagen mit Blitzpartien.

Der erste Tag | Foto: Austin Fuller

Den besten Start verzeichneten gesten Fabiano Caruana für das Heimteam und Richard Rapport für die Gäste. Beide kamen gegen Harikrishna respektive Sam Shankland auf 3,5 Punkte aus den vier Partien.

Caruana startete mit den schwarzen Steinen schon gleich mit einem Sieg. In der russischen Verteidigung entstand ein ausgeglichenes, aber nicht unbedingt remisliches Endspiel mit zwei Bauernmehrheiten an den Flügeln. Jede Seite hatte noch sein Turmpaar, Caruana außerdem einen Springer, Harikrishna einen Läufer. 

 

In der Theorie hat Schwarz zwar die bessere, die "entfernte" Mehrheit. Der Läufer wird aber bei Bauern auf zwei Flügeln als höher bewertet. 

Wenige Züge später sah es so aus:

 

Schwarz hat mit seiner Mehrheit ohne Zweifel schon größere Fortschritte gemacht. Einige weitere Züge stand Schwarz auf Gewinn, ohne dass der Sd5 auch nur einen Zug gemacht hätte.

 

Weiß musste bald aufgeben. Fabiano Caruana lieferte hier eine echte Musterpartie zum Thema Bauernmehrheit am Damenflügel.

Nach einem Remis in der zweiten Partie stand in Partie drei erneut die Russische Verteidigung zur Debatte. Wieder mündete die Partie in ein Endspiel, diesmal mit ungleichfarbigen Läufern und Türmen.

 

Die Maschine sieht Schwarz etwas im Vorteil, vielleicht ist der Vorteil aber doch schon größer. Schwarz tauschte ein Turmpaar (31...Tg4) und holte dann den Bauern a4 ab, der auf Weiß steht. Harikrishna verlor zunehmend die Übersicht, sicher auch mangels Zeit, und verlor nach und nach alle seine Bauern, selbst die auf den schwarzen Feldern. 

 

Weiß ist verloren. Mit 54.Le3 produzierte Harikrishna zur Abkürzung der Leiden ein Selbstmatt.

Fabiano Caruana kann aber auch anders. In der 4. Partie entstand in der Sizilianischen Tajmanovvariante diese Stellung.

 

Der schwarze König steht hinter seinen Bauern im Zentrum anscheinend sicher. Also spielte Caruana 31.Sxe4 und erhielt nach 31...fxe4 32. Dxe4 Kd8 33.Dxg6 Angriff und auch noch drei Bauern.

Schwarz "rettete" sich ins Endspiel, doch das war verloren:

 

53.b5 und Schwarz gab ein paar Züge später auf.

Richard Rapport gewann mit einem schwungvollen Königsangriff gegen den lang rochierten König die erste Partie und bewies in der zweiten Partie seine Fähigkeiten im Endspiel. Zum Sieg bedurfte es aber der Hilfe des Gegners.

 

Nach 56...f3. Nötig war hier 56... Te7. Weiß spielte stattdessen 57. b5 Nach 57... axb5 58.a6 f2 59.Te7+ Kd4 60.Tf7 Rxh7 61.Txf2 Kc3 62.Tf1 Th6 musste Weiß aufgeben.

Rapport gewann die ersten drei Partien, die vierte Partie endete Remis.

Als Sieger des ersten Spieltages gingen außerdem Wesley So mit 2,5:1,5 gegen David Navara und Veselin Topalov mit dem gleichen Ergebnis gegen Leinier Dominguez hervor. Hikaru Nakamura und Jan-Krzysztof Duda trennten sich 2:2.

Wesley So startete mit einer Niederlage.

Navara-So | Foto: Saint Louis Chessclub

In der Offenen Variante der Spanischen Partie folgten die Spieler bis zum 26. Zug (!) einer Vorgängerpartie Karjakin-Polgar, World Cup 2011.

 

Nach 26. cxd4.

In der Vorgängerpartie ging es mit 26...fxe5 weiter. Die Partie endete Remis. So spielte indes 26...De6 und gab nach 27.d5 auf.

Partien

 

 

Video des 1. Tages

Video: Saint Louis Chessclub

 

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