Charity Cup, Tag 1: Niemann und Le vor Ding

von Klaus Besenthal
19.03.2022 – Beim 15+10-Onlineturnier Charity Cup sind am Samstag die ersten vier Partien der Vorrunde gespielt worden. Das Regelwerk für dieses Turnier sieht vor, dass ein Sieg drei Punkte einbringt - entsprechend dieser Maßgabe haben die beiden zurzeit die Tabelle anführenden Hans Moke Niemann und Le Quang Liem bereits 10 Punkte auf dem Konto. Dritter ist Ding Liren mit 9 Punkten. Ebenfalls unter den besten acht Spielern (diese erreichen nach dem Ende der Vorrunde am Dienstag die K.-o.-Phase des Turniers) befindet sich Magnus Carlsen: Mit 7 Punkten belegt der Weltmeister Rang 6. | Grafik: Play Magnus Group

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Charity Cup

Dies ist wohl das Turnier, bei dem die Folgen, die der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auch für die Welt des Schachs hat, erstmals richtig sichtbar werden: Es wurden nämlich überhaupt keine russischen Spieler eingeladen. Das fühlt sich für viele Zuschauer vermutlich merkwürdig an, aber andererseits zeigt sich hier, dass sich ein starkes Teilnehmerfeld problemlos auch ohne Russen aufbieten lässt. Dieser Krieg scheint das russische Schach mehr zu beschädigen als das Schach im Rest der Welt.

Eine kurzfristige Umbesetzung musste erfolgen, weil die andere große Krise dieser Tage sich ebenfalls bemerkbar gemacht hat: Radoslaw Wojtaszek hat sich mit dem Coronavirus infiziert und wollte unter diesen Umständen lieber doch nicht mitspielen. Für den Polen ist dessen Landsmann Jan-Krzysztof Duda eingesprungen.

In den ersten beiden Runden waren an diesem ersten Turniertag einige scharfe Angriffspartien zu sehen. Der Niederländer Jorden van Foreest zum Beispiel schaffte gleich zum Auftakt diesen Sieg gegen David Anton Guijarro, bei dem der Spanier taktisch nicht richtig im Bilde war:

 

Einen starken Start ins Turnier hatte der junge Amerikaner Hans Moke Niemann. In Runde 2 konnte er von einem taktischen Fehler seines Gegners profitieren - der hieß auch hier David Anton:

 

Angreifen mit dem Jobava London System

Das Jobava London System, benannt nach dem georgischen Spitzenspieler Baadur Jobava, ist eine Nebenform des Londoner Systems, welches sich prinzipiell in nur einem kleinen Detail unterscheidet - der weiße Springer wird frühzeitig auf c3 etabliert!

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Co-Führender neben Niemann ist nach dem ersten Turniertag der Vietnamese Le Quang Liem. Unser Endspielexperte Dr. Karsten Müller hat dieses interessante Bauernwettrennen aus Runde 2 analysiert:

 

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Zum Schluss noch ein Blick auf die Elo-Schwergewichte. Im Duell mit dem Chinesen Ding Liren zog Magnus Carlsen diesmal den Kürzeren - ein taktisches Übersehen kostete den Weltmeister eine Qualität. Die vagen Rettungschancen, die er anschließend vielleicht noch hatte, konnte Carlsen nicht nutzen:

 

Tabelle / Ergebnisse nach 4 Runden

 

Partien

 

Turnierseite


Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.

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