Xu Xiangyu und Yan Tianqi sind chinesische Schachmeister 2026

von Carlos Colodro
22.05.2026 – Xu Xiangyu (im Bild) und Yan Tianqi gewannen die Chinesischen Schachmeisterschaften 2026 in Xinghua. Beide erreichten 8,5 von 11 möglichen Punkten, nachdem sie in der letzten Runde Siege errungen hatten. Durch die Titel sicherten sie sich zudem einen Platz im chinesischen Team für die Schacholympiade 2026. Kong Xiangrui und Chen Yining belegten jeweils den zweiten Platz im offenen bzw. im Damenwettbewerb. | Foto: Chinesischer Schachverband

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Gesamtsieger in beiden Kategorien

Xu Xiangyu und Yan Tianqi gewannen die Chinesischen Schachmeisterschaften 2026, die am 18. Mai nach elf Runden in Xinghua zu Ende gingen. Xu, der für die Schachakademie Chengdu antrat, gewann die offene Kategorie, während Yan vom Hangzhou Mind Sports Team den ersten Platz im Damenwettbewerb belegte. Beide Spieler qualifizierten sich für die chinesische Mannschaft bei der Schacholympiade 2026.

Im offenen Wettbewerb gingen Xu Xiangyu und Kong Xiangrui mit jeweils 7,5 Punkten punktgleich als Spitzenreiter in die letzte Runde. Xu spielte mit Weiß gegen Li Di am Spitzenbrett, während Kong im anderen entscheidenden Spiel um den Titel gegen Lou Yiping antrat.

Nachdem Xu das Zentrum erobert hatte und Li aktiv reagierte, entwickelte sich seine Partie schnell zu einem erbitterten Kampf. Im Mittelspiel erhöhte Xu mit seinen schweren Figuren den Druck, bevor er im Zentrum durchbrach. Eine Reihe erzwungener Abtausche führte zu einem Bauernendspiel, in dem Xu seinen Freibauern am Königsflügel erfolgreich einsetzte, um den vollen Punkt zu erzielen.

Kong Xiangruis Partie gegen Lou Yiping verlief zurückhaltender. Die Spieler erreichten eine symmetrische Stellung mit fianchettierten Läufern auf beiden Flügeln, was zu einem langsamen Manöverkampf führte. Da sich keiner Seite klare Chancen boten, die Initiative zu ergreifen, endete die Partie im 32. Zug mit einem Remis durch dreifache Zugwiederholung.

Xu Xiangyu gegen Li Di | Foto: Chinesischer Schachverband

Lou Yiping gegen Kong Xiangrui | Foto: Chinesischer Schachverband

Xu sicherte sich mit 8,5 von 11 Punkten den Titel. Kong und Xu Yinglun erreichten beide 8 Punkte, wobei Kong aufgrund der besseren Wertung den zweiten Platz belegte. Bai Jinshi und Wang Shixu erzielten jeweils 7,5 Punkte und belegten damit die Plätze vier und fünf.

Nach dem Turnier sagte Xu, er sei glücklich über seinen Titel. Er fügte aber hinzu, dass dieses Gefühl nur kurz währte, da der Erfolg die Verantwortung, China bei der Schacholympiade zu vertreten, mit sich bringe. Er betonte, dass er mit dem klaren Ziel angetreten sei, den ersten Platz zu erreichen, weil nur der Sieger sich für die Olympiade qualifizieren könne. Er bilanzierte außerdem, in mehreren Partien Risiken eingegangen zu sein, um zu gewinnen, und sich dabei oft in schwierige Stellungen begeben zu haben.

Endstand

Rg. Name Pkt. TB1
1 Xu, Xiangyu 8,5 70
2 Kong, Xiangrui 8 69
3 Xu, Yinglun 8 66,5
4 Bai, Jinshi 7,5 70
5 Wang, Shixu B 7,5 64,5
6 Peng, Xiongjian 7 66,5
7 Lou, Yiping 7 65
8 Xie, Jiaxiang 7 63,5
9 Li, Shilong 6,5 66
10 Zhang, DI 6,5 65,5
11 Li, DI 6,5 65,5
12 Jiang, Haochen 6,5 64
13 Liu, Yan 6,5 64
14 Dai, Changren 6,5 63
15 Chen, Qi B 6,5 62,5

...66 Spieler

Partien

Im Damenwettbewerb ging es mit ähnlicher Ausgangslage in die letzte Runde: Yan Tianqi und Chen Yining lagen vor ihren letzten Spielen mit jeweils 7,5 Punkten gleichauf an der Spitze.

Yan spielte mit Weiß gegen Zhang Lanlin und eröffnete eine scharfe Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Im Mittelspiel wurde die Stellung sehr komplex, Schwarz generierte Gegenspiel, doch Yan stabilisierte die Stellung und setzte mit Recht auf ihren Freibauern. Schließlich gelang ihr der Gewinn der Partie, wodurch sie ihre engste Konkurrentin abhängen konnte:

Chen Yining spielte derweil mit Schwarz gegen Bai Xue in der anderen Schlüsselpartie. Die Partie blieb ausgeglichen, beide Spielerinnen suchten nach Chancen, konnten aber keinen entscheidenden Durchbruch erzielen. Die Partie endete mit einem Remis durch dreimalige Zugwiederholung.

Yan Tianqi gegen Zhang Lanlin | Foto: Chinesischer Schachverband

Mit diesen Ergebnissen sicherte sich Yan den Titel bei den Frauen mit 8,5/11 Punkten. Chen belegte mit 8 Punkten den zweiten Platz, während Wang Qinxuanyi mit 7,5 Punkten Dritte wurde, nachdem sie Jiang Tianyu in der letzten Runde besiegt hatte.

Nach dem Turnier bedankte sich Yan bei den Organisatoren, Trainern und ihrer Familie. Ihr Ziel vor Turnierbeginn sei es gewesen, unter die ersten Drei zu kommen und um den ersten Platz zu kämpfen, sagte sie. Rückblickend bezeichnete sie ihre Niederlage in der sechsten Runde gegen Chen Yining als das denkwürdigste Spiel des Turniers, insbesondere da sie am darauffolgenden Tag gegen die starke Xiao Yiyi antreten musste. Yan war glücklich, diesen Rückschlag überwunden zu haben, und fügte hinzu, dass die Nominierung für das chinesische Olympiateam eine wichtige Motivation für ihre Vorbereitung gewesen sei.

Yan Tianqi | Foto: Chinesischer Schachverband

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Endstand

Rg. SNr Name Rtg Pkt. TB1 TB2 TB3 TB4 TB5
1 3
WIM Yan, Tianqi 2360 8,5 68,5 73,5 0 7 2
2 6
FM Chen, Yining 2270 8 65 68 0 6 3
3 10
WIM Wang, Qinxuanyi 2159 7,5 69,5 74 0 5 2
4 1
WGM Xiao, Yiyi 2389 7,5 65,5 70,5 0 7 4
5 11
Bai, Xue 2141 7 67 70,5 0 5 1
6 5
WIM Gao, Muziyan 2284 7 65,5 71 0 5 1
7 12
WCM Yang, Yijing 2133 7 59 63,5 0 6 2
8 7
WIM Zhang, Lanlin 2268 6,5 67 69,5 0 4 1
9 4
WGM Ni, Shiqun 2348 6,5 66,5 72 0 4 2
10 14
Jiang, Tianyu 2101 6,5 64 69 0 4 3
11 24
Shi, Yige 1960 6,5 57,5 59,5 0 5 2
12 9
WIM Wang, Chuqiao 2226 6 63,5 67 0 3 0
13 8
WIM Zhang, Xiao 2258 6 58 62,5 0 5 2
14 13
Zhou, Shumeng 2107 6 55 58,5 0 4 2
15 18
Ha, Yihan 2031 6 55 57 0 3 0

...38 Spielerinnen

Partien

Links


Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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