Computer-WM: Noch zwei mit weißer Weste

23.11.2003 – Große Aufmerksamkeit erregte heute die erste Partie zwischen zwei Favoriten (Foto). Die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. Nach der Eröffnung konnte Fritz Shredder mit Hilfe eines Freibauern unter Druck setzten, doch der mehrfache Weltmeister fand immer wieder neue Verteidigungsressourcen und es war fast bis zum Schluss unklar, ob Fritz seine überlegene Position zum vollen Punkt führen würde, was ihm aber schließlich gelang. Brutus siegte schnell gegen Jonny, der sich seine Dame hatte einsperren lassen und hat ebenfalls noch eine weiße Weste. Morgen kommt es zu einem weiteren Spitzenkampf, bei dem die beiden einzigen Programme mit drei Punkten, Fritz und Brutus, aufeinander treffen werden (ab 16 Uhr). ChessBase überträgt alle Partien live auf dem Fritz-Server. Zusätzliche Einblendungen von Radio ChessBase mit den Großmeisterkommentaren von Peter Wells und Videoschaltungen machen dieses Turnier zum ersten Multimedia-Internet-Schachevent. Terminplan bei chess003.... Offizielle Turnierseite der Computerschach-WM... Graz 2003...Partien, Fotos, Bericht von Peter Schreiner...

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Graz, 22. bis 30.November 2003


Die Partien der ersten Runde zum Nachspielen...

Die Partien der zweiten Runde zum Nachspielen...

Die Partien der dritten Runde zum Nachspielen...
 

Tabelle nach drei Runden:

Graz, 3. Runde
Von Peter Schreiner aus Graz


Peter Schreiner

In der heutigen 3.Runde spielte Brutus gegen das deutsche Programm "Jonny" den schnellsten Sieg heraus. Der Autor, Johannes Zwanzger kann stolze 2346 Elopunkte vorweisen und gehört damit eindeutig zu den spielstärksten Programmierern. In der Partie gegen Brutus konnte das deutsche Amateurprogramm einem verführerischen Angebot nicht widerstehen und schnappte im 12.Zug wie ein ausgehungerter Pittbull schnell nach dem Turm. Ein typischer Horizonteffekt, denn einige Züge später war bereits die Dame verloren.


Ulf Lorenz von der Uni Paderborn (Brutus) und Johannes Zwanzger (Jonny)

Die Spitzenbegegnung der 3. Runde fand zwischen Fritz und Shredder statt. Fritz demonstriert bisher ein sehr solides positionell geprägtes Schach. Nach Auskunft von Frans Morsch ist dies vor allem das Resultat der intensiven Vorbereitung auf das Match gegen Garry Kasparov. Unmittelbar nach der Eröffnung kam Shredder in eine strategisch ungünstige Position.


Mathias Feist (Fritz) und Stefan Meyer-Kahlen (Shredder)

In der Folge konnte Fritz seinen Vorteil trotz zähester Gegenwehr von Shredder verwerten und führt jetzt gemeinsam mit Brutus ungeschlagen das Teilnehmerfeld an. Die Spitzenpaarung der kommenden Runde lautet daher Brutus - Fritz.

Titelverteidiger Junior fuhr ungefährdet seinen Sieg gegen das deutsche Amateurprogramm List ein und könnte schon in der nächsten Runde gegen den punktgleichen Shredder kommen. Das Turnier bleibt also auf jeden Fall spannend.


Der Autor von Chinito


David Tabibi und Vincent Diepeveen

Wie bereits seit vielen Jahren wurde auch diese Veranstaltung unter der bewährten Führung der 1977 gegründeten IGCA (International Computer Games Association) durchgeführt. Die Bedeutung der Veranstaltung dokumentiert sich unter anderem an der Präsenz der kompletten Führungsriege der ICGA: es sind sowohl Präsident David Levy, Tony Marshland und wie gewohnt, der bewährte Turnierleiter und Schiedsrichter Professor Jaap van den Herik von der Universität Maastricht anwesend.


David Levy


Tony Marsland


Der frühere ICGA-Präsident Tony Marsland im Gespräch mit GM Peter Wells

Die FIDE kennen Sie, aber Sie haben noch nie von der ICGA gehört ? Ein guter Zeitpunkt, die Aktivitäten dieser für das Computerschach eminent wichtigen Organisation etwas genauer vorzustellen. Die ICGA wurde im Jahr 1977 gegründet und hat vor allem das Ziel, Forschungsergebnisse und Neuerungen im Computerschach zu koordinieren und sowohl ihren Mitgliedern als auch einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Weitere Aktivitäten sind u.a. :

* Organisation und Veranstaltung der regelmäßig stattfindenden Computerschachweltmeisterschaften. Die ICGA nimmt die Anmeldungen entgegen und vergibt die Teilnahmeplätze an die einzelnen Bewerber.

* Präsentation und Anbindung des Computerschachs an die "normale" Schach- und Turnierszene.

* Unterstützung von nationalen Computerschachverbänden oder Turnierveranstaltern.

* Publizierung und Förderung von wissenschaftlichen Arbeiten und Studien, soweit sie das Thema Computerschach betreffen. Dies geschieht sowohl via Internet als auch über das wohl wichtigste Projekt der ICGA: der Publizierung des unter der Leitung von Prof. Jaap van den Herik erstellten ICGA-Journals.

Morgen findet eine Fachkonferenz zum Thema Computerspiele statt. Hier wird es Vorträge und Fachdiskussionen geben. Die 4.Runde startet um 16:00 Uhr. Natürlich können Sie alle Partien auf schach.de miterleben.



 

 

 

 


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