
Graz, 22. bis 30.November 2003
Die Partien der ersten Runde zum Nachspielen...
Die Partien der zweiten Runde zum Nachspielen...
Tabelle nach zwei Runden:

Graz: 2.
Runde
Peter Schreiner aus Graz

Peter Schreiner
Die zweite Runde der
Computerschach-WM startete am frühen Sonntagmorgen um Punkt 10:00 Uhr. Alle
Teilnehmer waren trotz langer Nachtsession fit und pünktlich anwesend. Nachdem
die Programmväter von Fritz sich dank der hervorragenden landestypischen Kost in
Bestform befinden, scheint sich dies auf das Programmkind zu übertragen. Fritz
konnte als erster seine Partie gegen das belgische Programm Deep Sjeng im
Königsangriff entscheiden.

Alex Kure und Mathias Feist
Lokalfavorit Brutus macht
seinem Status alle Ehre und räumt bisher überzeugend die vermeintlich
schwächeren Programme beiseite. Nachdem das spanische Programm Ruy Lopez gestern
den Titelverteidiger Junior besiegen konnte, ließ ihm Brutus keine Chance und
nützte die Schwächen der Stellung gnadenlos zu seinem Vorteil aus.
Die schönsten Partien des
Turniers spielt bisher Shredder von Stefan Meyer-Kahlen. Nachdem Shredder
gestern das Publikum gegen List mit einem Läuferopfer auf Position begeisterte,
brachte es gegen das holländische Programm Diep unvermittelt ein überraschendes
Qualitätsopfer mit dem Ergebnis, dass im Endspiel ein solider Mehrbauer übrig
blieb. Der wurde von Shredder in bewährter Manier konsequent verwertet.
Weltmeister Junior hatte
in seiner Partie gegen das deutsche Programm ParSos einige
Startschwierigkeiten. Letztendlich konnte das israelische Programm sich aber
doch durchsetzen und manövrierte seinen Gegner erfolgreich aus.

Frans Morsch schaut bei Shay Bushinsky (Junior) vorbei

Rudolf Huber

Steffen Jacob = Hossa

Das Ruy Lopez-Team
Die nächste Runde beginnt
um 16:00 Uhr. Hier werden mit Sicherheit die ersten Favoriten aufeinander
treffen und damit dürfte diese Runde besonders spannend werden. Highlight wird
die Begegnung Fritz - Shredder sein.
Immer wenn Falcon spielt, fällt im Chat auf schach.de ein "Neli" auf. Egal wie
die Stellung ist, Neli feuert Falcon laut an. Eben sah ich Omid David Tabibi
(Nachname = "David Tabibi"), den Programmierer von Falcon auf dem Server gegen
Neli blitzen. Omid hat 2000, Neli 1400 Blitzelo. Ich erkläre Omid, dass Neli
sein größter Fan ist. Er antwortet: "Klar, dass ist meine kleine Schwester,
sie ist elf".

David Tabibi
Vincent Diepeveen spielt auf einem Forschungsrechner mit 500 Prozessoren, der
den holländischen Steuerzahler 240 Tsd. Euro am Tag kostet. Vincent hat gute
Arbeit im Hinblick auf massive Parallelisierung geleistet, auch wenn er die
Maschine erst am Abend vor der ersten Runde testen konnte. Diep macht auf dem
System etwa 5-7 Millionen Knoten pro Sekunde.

Vincent Diepeveen
Erste Impressionen aus
Graz

Blick auf den Schlossberg



Eingang im Berg
Graz ist nicht nur für
Computerschachfans eine Reise wert. Eine wunderschöne, idyllische Stadt mit
hervorragendem Freizeitangebot und exzellenten Restaurants. Der
Veranstaltungsort DOM im BERG mitten im Stadtzentrum bietet Teilnehmern
und Zuschauern erstklassige Rahmenbedingungen. Der Dom im Berg wurde in einem
ehemaligem Luftschutzbunker direkt in den Berg integriert und setzt mit seiner
einzigartigen Architektur ganz individuelle Akzente. Die Zuschauerresonanz ist
unglaublich. Schon am frühen Sonntagmorgen sind zahlreiche Interessenten präsent
und nehmen dankbar die Kommentare von GM Peter Wells an, der die laufenden
Partien live kommentiert. Die Besucher haben die Möglichkeit, ihre Spielkünste
direkt auf extra dafür bereit gestellten Rechnern gegen den amtierenden
Computer-WM auszuprobieren. Parallel zur Computerschach-WM finden noch weitere
Schachveranstaltungen statt.

Künstliche Insel in der Mur
Besonders gut gefallen hat
mir die freundschaftliche Atmosphäre unter den Teilnehmern. Ein ganz wichtiger
Aspekt bei diesen Veranstaltungen ist die Möglichkeit, im direkten persönlichen
Gespräch Erfahrungen auszutauschen oder direkte Kontakte zu den Autoren zu
knüpfen. Man kann jedem Computerschachfan vorbehaltlos empfehlen, einmal
persönlich eine solche Veranstaltung zu besuchen. Eine bessere Gelegenheit, mit
den Programmierern und den "Machern" in der Szene persönlich in Kontakt zu
treten, gibt es einfach nicht. Wenn man in der Regel das ganze Jahr über im
stillen Kämmerlein hockt und die meisten Kontakte ausschließlich via Internet
pflegt, ist es oft ein hochinteressantes Erlebnis, die Macher einmal persönlich
kennen zu lernen.

Wer keine Zeit hat nach
Graz zu kommen, wird auf schach.de bestens informiert. Erstmals findet eine
Computerschach-WM nicht im verborgenen Kämmerlein statt und wird komplett live,
nämlich auf dem Fritz-Schachserver präsentiert. Dabei werden nicht nur die
Partien live übertragen. Auch die Kommentare von GM Peter Wells werden auf
schach.de mit gesendet.


Großmeister Peter Wells
Videos aus dem Turniersaal
vermitteln einen Eindruck von der Turnieratmosphäre. Radio ChessBase
bleibt auf auf Sendung und wird weiter direkt vor Ort Interviews und aktuelle
Informationen liefern.




