Daniel Fridman gewinnt UKA-Masters

von André Schulz
24.08.2015 – Daniel Fridman kam in der gestrigen Schlussrunde des German Masters in Dresden zu seinem dritten vollen Punkt und sicherte sich damit den Turniersieg vor Georg Meier. Rasmus Svane wurde Dritter. Im Open konnte Dennis Wagner seinen Vorsprung nicht verteidigen. Michael Roiz gewann den ersten Preis. Zweitbester Deutscher hinter Wagner wurde Jonas Lampert, ebenfalls mit 6,5 Punkten. Mehr...

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UKA German Masters

Daniel Fridman ist der überlegene Sieger des UKA-Masters. Der vielfache deutsche Nationalspieler konnte drei seiner fünf Partien gewinnen, gegen Rasmus Svane, Falko Bindrich und Alexander Donchenko und kam damit auf eine Eloleistung von über 2800. Georg Meier als Zweiter des Turniers holte immerhin noch zwei Siege und übererfüllte damit ebenfalls die Erwartung.

Eine kleine Überraschung ist das gute Abschneiden des jungen Lübeckers Rasmus Svane. Der in Dänemark gebürtige 18-Jährige kam mit zwei Siegen - gegen Matthias Blübaum und Alexander Donchenko - bei einer Niederlage auf 3 Punkte und belegte damit den 3. Platz.

Gesponsert wurde das Turnier von Gernot Gauglitz und seiner Firma UKA.

Daniel Fridman

 

 

Partien

 

 

 

Die Teilnehmer des German Masters

ZMDI Open

Im Open lag vor der Schlussrunde Dennis Wagner in Führung, den man eigentlich im Masters erwartet hätte, der aber die Qualifikation dafür knapp verpasst hatte. Wagner führte mit einem halben Punkt Vorsprung vor Michael Roiz und einer Gruppe russischer Spieler und musste in der Schlussrunde seinen Vorsprung mit den schwarzen Steinen gegen Roiz verteidigen, was ihm jedoch nicht gelang. Er unterlag und rutschte auf Rang fünf zurück. Jonas Lampert vom Hamburger SK war mit ebenfalls 6,5 Punkten zweitbester deutscher Spieler im Feld.

Roiz und Grigoriants

Dennis Wagner

 

Pl. Name Verein / Ort Titel ELO NWZ Punkte Buchh BuSumm
1. Michael Roiz Israel GM 2595   7 50 429.5
2. Sergey Grigoriants Rußland GM 2606   7 49 430
3. Viacheslav V. Zakhartsov Rußland GM 2552   6.5 54 419.5
4. Evgeny E. Vorobiov Rußland GM 2575   6.5 52 434.5
5. Dennis Wagner SV Hockenheim GM 2569 2582 6.5 50.5 372
6. Arthur Pijpers Sportfreunde Katernberg 1913 e.V   2435   6.5 50 411
7. Vladimir Zakhartsov Rußland IM 2453   6.5 49.5 419.5
8. Mikhail Ulybin Rußland GM 2522   6.5 49.5 412
9. Jonas Lampert Hamburger SK von 1830 eV IM 2448 2432 6.5 46 403
10. Victor Mikhalevski Israel GM 2526   6 52 417.5
11. Evgeny Gleizerov Rußland GM 2501   6 50 427.5
12. Roven Vogel USV TU Dresden   2420 2374 6 50 417
13. Jens-Uwe Maiwald USV TU Dresden GM 2453 2427 6 48.5 366.5
14. Maximilian Neef USV TU Dresden FM 2395 2401 6 47 399.5
15. Hans Möhn USV TU Dresden FM 2372 2324 6 46.5 400.5
16. Franz Bräuer Erfurter Schachklub   2401 2384 6 46.5 400.5
17. Michael Fedorovsky FC Bayern München IM 2452 2448 6 45.5 320.5
18. Leonard Richter Schachgemeinschaft Leipzig   2172 2150 6 45 391.5
19. Jasper Holtel Schachklub Münster 32 e.V.   2264 2143 6 44 392
20. Robert Baskin SV Griesheim (DA) FM 2328 2267 5.5 45.5 372.5
21. Mikael Agopov Schachfreunde Berlin 1903 e.V. IM 2455 2375 5.5 44.5 396
22. Wahbi Kheit Israel   2290   5.5 44 393.5
23. Paul Zwahr SG Grün-Weiß Dresden FM 2330 2307 5.5 43.5 368
24. Rainer Rösemann SV Bannewitz FM 2295 2246 5.5 41.5 378.5
25. Petra Papp SK Schwäbisch Hall WGM 2294 2250 5.5 40.5 372
26. Marijn Den Hartog Niederlande   2046   5.5 40.5 366.5
27. Philipp Humburg Kasseler SK 1876   2186 2169 5.5 40.5 364.5
28. Juergen Boehm Hannover   2232   5.5 37.5 359.5

... 100 Spieler

 

Die beiden Ersten, Michael Roiz und Sergey Grogoriants

 

Partien

 

 

 

Petra Papp aus Ungarn war beste Frau im Turnier

 

Die Schachlegenden auf See

Auf Einladung des Schachfestivals waren wie schon in den Vorjahren einige lebende Schachlegenden nach Dresden gereist, darunter mit Mark Tajmanov und Wolfgang Uhlmann zwei frühere WM-Kandidaten, mit Viktor Kortschnoj ein zweifacher WM-Herausforderer. Am Sonntag wurden die Veteranen und einige weiter Gäste zu einer Fahrt mit dem Raddampfer auf der Elbe eingeladen.

Mit der Leipzig in Dresden

Thomas Luther, links, gewann 2000 mit der deutschen Mannschaft die Silbermedaille bei der Schacholympiade

Mark Tajmanov wurde 1926 geboren, ist inzwischen also tatsächlich 89 Jahre alt. Zusammen mit seiner damaligen Frau Ljubov Bruk bildete er in den 1950er und 1960er Jahren in der Sowjetunion ein gefeiertes Pianoduo. Zuvor hatte er schon als Zehnjähriger im Film "Beethovens Konzert" die Hauptrolle gespielt. Parallel zu seiner Musikkarriere wurde Tajmanov Schachgroßmeister und kämpfte 1971 gegen Fischer im Kandidatenwettkampf. Nach seiner 0:6-Niederlage wurde er in der Sowjetunion kaltgestellt. Nach Dresden reiste er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern.

Mark Tajmonov mit seiner Familie

Viktor Kortschnoj, 1931 geboren, gehörte immer zu den besten Spielern der Sowjetunion, bekam aber erst als nicht mehr ganz junger Mann die Möglichkeit, um den WM-Titel zu spielen. 1974 trug er das Kandidatenfinale gegen Karpov aus. Kortschnoj unterlag und Karpov wurde kampflos Weltmeister, da Fischer nicht antrat. 1976 flüchtete Kortschnoj aus der UdSSR, und lehrte in den folgenden Kandidatenkämpfen den Sowjetspielern das Fürchten. Der WM-Kampf 1978 in Baguio City ging als Nervenschlacht in die Geschichte ein. 1981 forderte Kortschnoj Karpov erneut heraus. Kortschnoj spielte noch lange aktiv Turnierschach und war wohl der älteste Weltklasse-Leistungssportler der Welt überhaupt. Seit einem Schlaganfall ist Kortschnoj auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Liebe zum Schach hat er nicht aufgegeben.

Viktor Kortschnoj

Als es ihm noch besser ging, hat er zwei grandiose DVDs mit seinen besten Partien aufgenommen:

 

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Fotos: Schachfestival (Karsten Wieland)

 

Turnierseite...

 


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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