Das DSOL-Finale: Zehn neue Ligameister!

von Olaf Steffens
23.05.2022 – Am letzten Freitag war der große Finaltag der DSOL 2022. Nach packenden Wettkämpfen stehen die zehn neuen Ligameister fest. In der ersten Liga konnten sich die Schwabenpfeile der SF Deizisau durchsetzen. DSOL-Berichterstatter Olaf Steffens nahm als engagierter Zuschauer am Finaltag eine Schachpille (Bild), lässt hier auf gewohnt geistreiche Weise den letzten Spieltag Revue passieren und feiert die Sieger. Glückwunsch an alle! | Fotos: Olaf Steffens

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DSOL Finale:
Deizisau! – SKJE! – Ebersberg-Grafing! – Cottbus! – Hamburger SK! – Hamburger SK! – Turm Leipzig! – SF Ochtendung! – Bad Salzdetfurth! - Bochum !

Schon ist es wieder soweit, liebe Leserinnen, lieber Leser, die DSOL geht in ihre Finalrunde. Wochenlang wurde online geschwitzt, mit dem Kopf gedacht, ehrlich gerungen, und an diesem Freitag endete die 3.Auflage der Deutschen Online Liga, bei der wieder tausende SpielerInnen an die Endgeräte gingen – ein schöner Wettbewerb für einen ebenso schönen Sport!

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Wir beginnen mit einer fordernden geographischen Challenge. Denn wo liegen sie überhaupt, die ganzen Finalorte der DSOL? Hier könnt Ihr tippen.

Bitte beachtet aber, dass einige Kommunen mehrere Delegationen ins Endspielrennen bringen konnten – überlegt also gut, welchen Kreis Ihr aussucht bei zum Beispiel Hamburger SK II, IV oder V.

Etwas Glück und natürliche Willkür sind also auch bei diesem Rätselwettbewerb mit dabei – denn so kennen und schätzen wir das ja auch vom Schach.

 

 

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Zunächst aber eine Preisung der erfolgreichen Clubs, die auch im Vorjahr schon im DSOL-Finale standen:

SF Deizisau

SKJE Hamburg!

SC Leinfelden

Und ..?

Bad Salzdetfurth!

Chapeau!

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Endlich – das große Schachfinale

 

Die Lagen in den Ligen

Und nun soll das losgehen - hier sind die Spielberichte der zehn intensiven Finalspiele!

Liga 1: SK Rinteln – SF Deizisau

Im Halbfinale vor einer Woche wurden die Schachspieler des SV Werder Bremen von den Deizisau Junioren aus dem DSOL Wettbewerb geworfen – nicht schön, aus hanseatischer Sicht.

Andererseits sind die Bremer Fußballer zwei Tage später aufgestiegen und kehrten zurück in die Fußballbundesliga. Immerhin ein kleiner nicht-schachlicher Trost, da kann man als Werderaner auf einen DSOL-Titel schon einmal verzichten.

Heute nun trafen die Deizisauer Schwaben auf den SK Rinteln aus dem Weserbergland. In der Vorrunde luchste Felix Gerland dem GM Blübaum hier sogar ein feines Unentschieden ab. Gucken wir also mal, was das heute wird?

Doch das sagten auch die Deizisauer, und tatsächlich mussten sie nicht allzu lange gucken. 4:0 hieß es am Ende, alle Rintelner bekamen symbolisch auf die Mütze, am Ende stand die schachliche Höchststrafe.

Warnung vor dem Deizisau- Express

GM Matthias Blübaum setzte sich erneut Felix Gerland gegenüber, und dieses Mal nahm er ihm hübsch und europameisterlich elegant in einem feinen Leichtfigurenendspiel den ganzen Punkt ab: 

Auch die GM Andreas Heimann, Dmitrij Kollars und Rustem Dautov brachten ihre Partien ungefährdet erst in die Vorteilszone und verwerteten dann souverän.

Die SF Deizisau, sie können nicht nur Europapokal – selbst in der DSOL haben sie es nun an die Spitze geschafft.

Und bereits am Tag nach dem DSOL-Finale hatten die Schwabenpfeile wieder einen Einsatz in vier Wänden beim Deutschen Mannschaftspokal. Im Achtelfinale gegen den SV Werder in Neuwied gewannen sie mit 3:1.

Man kann es nicht oft genug sagen: mit diesen jungen Spielern wird zu rechnen sein! Vorsicht aber natürlich vor Bad Salzdetfurth III (s. Liga 9 der DSOL).

Diese Deizisianer, da sind sie wieder! Von links Andreas Heimann (gegen Hannes Ewert), Rustem Dautov (gegen Meister Steffensen), Dmitrij Kollars (gegen Christian Richter) und Vincent Keymer (gegen Gerlef Meins, der seine Partie gegen Vincent gewann (!))

 

Liga 2: SG Turm Leipzig – SK Johanneum Eppendorf

Eine Stunde ist gespielt an diesem Finalfreitag, und HUI, was werden die Hamburger bedrängt! Leipzig presst an Brett Eins und Leipzig presst an Brett Zwei. Jedoch gewann etwas weiter hinten bereits Robin Keyser für den SKJE. Und auch Brett vier ist für die Eppendorfer eventuell noch chancenreich, mit einer etwas unklaren Mehrfigur im Endspiel.

Aber was ist das? Christoph Schröder, veritable hanseatische Schachstammkraft, rettet sich mit einem Qualitätsopfer in ein ewiges Schach, doch Paul Meyer-Dunker hat am Nebenbrett Bauer und Stellung weniger. Paul allerdings setzt zum Schummeln an – ein Remis wäre hier so wichtig!

Remis also! Und auch Andrej Zobel verwandelt seine Mehrfigur mit rubinsteinscher Filigrantechnik in eine klar gewonnene Stellung, die sogar ich nach Hause bringen würde – an der starken Vorteilsverwertung vorher wäre ich jedoch gescheitert. Nicht aber die SKJE, 3:1! für auch heute wieder kampfstarke Hamburger!

Auswärtsstarke Eppendorfer

Paul Dunker schickt seinen König vor

À propos Liga-Sieg für den SKJE? Wir nehmen das einfach mal als gutes Omen für das Spiel des großen HSV am nächsten Montag gegen Hertha Berlin!

Liga 3: Hamburger SK II – SU Ebersberg-Grafing

Eben noch waren sie im Sebastian Siebrecht DSOL-Chat bei Twitch, nun schon sitzen sie am Brett für das DSOL-Finale: die SU Ebersberg-Grafing tritt an gegen den HSK II!

Alle Partien hielten sie dabei recht entspannt in der Vorteilsremisbreite, und an Brett Eins fährt der Club aus dem Münchner Umland einen ganzen Punkt ein!

 

Die Führung für Ebersberg-Grafing, und auch in der letzten Partie von Arthur Gil brennt nichts mehr an. 3:1, das wird der Titel in Liga 3 – und ozapft is im Café Mala in Ebersberg!

À propos München und umzu – wir sandten an Jörg Wengler, Chef der FC Bayern Schach-Münchner und DSOL-Erstligist, einige Fragen zur gerade beendeten Online-Liga. Hier seine Antworten!

1) Was hat Dir an der 3.Auflage der DSOL besonders gefallen?

Wir waren im zweiten Jahr dabei und das Format hat sich aus unserer Sicht bewährt. Es gibt definitiv bei uns im Verein eine Gruppe von Interessenten, die gerne dabei sind, und das über ein relativ breites Leistungsspektrum hinweg. Unsere Mannschaften hatten in der Regel eine „After-Match Zoom Session“ zum analysieren. Dieses zusätzlich Element an den Spielabenden ist für die meisten besonders attraktiv, da nicht alle regelmäßig in den Club kommen. Habe selbst ein paar mal reingeschaut und ging meist bis an Mitternacht ran...

Der Chessico 2020: Bayern – Werder live im Netz

2) Was könnte man beim nächsten Mal vielleicht noch ändern oder verbessern, und warum?

Die technische Abwicklung auf der Plattform von Chessbase ist ziemlich kompliziert. Das schreckt etwas ab und macht zuweilen auch Probleme. Abgesehen von diesen technischen Details gab es eigentlich keine Kritik an der Veranstaltung, die mir zu Ohren gekommen wäre.

3) Hast Du eine lustige/ interessante kleine DSOL-Anekdote oder Begebenheit für uns, die Du rund um diese Liga erlebt hast?

Dafür war ich jetzt wirklich zu weit weg. Da man ja prinzipiell allein zu Hause vor dem Bildschirm sitzt, ist das Potenzial für Anekdoten sicher auch etwas beschränkt… :-)

Danke, Jörg!

Liga 4: SC Landskrone – Lok Raw Cottbus

Nicht immer leicht hat man es als zuschauernder Schachfan. Anders als beim Fußball können die Spieler im Netz nicht an ihren farbigen Trikots unterschieden werden:

In Rätseln aus der Partie

Praxisfrage:

Alle Weißspieler sitzen „unten“ an ihren Brettern. Der Spieler Lalexf, mit Weiß am Brett oben links – zu welcher Mannschaft gehört er?

Man guckt rechts, sucht und findet 8 Spielernamen und weitere 8 Kampfnamen, hier findet man ihn auch, das Cottbuser Brett 1: Lalexf.

Ok, Cottbus hat also Weiß und steht unklar. Und welcher Spieler ist auch noch bei Cottbus? Am Nachbarbrett rechts davon, Marco Stegner mit den weißen Steinen? Obwohl, der ist …. wir prüfen wieder die 16 Namen, und nein, Marco ist kein Cottbuser, Marco ist Brett 3 von Landskrone. Aber wieso sitzt er auf der selben Seite wie Lalexf? 

Die Anordnung der Spielerbretter verlangt den Zuschauern einiges ab. Vielleicht lässt sich diese etwas fordernde Optik bei einer weiteren DSOL ja noch ein wenig umgestalten – alle SpielerInnen einer Mannschaft auf der selben Seite, das wäre hübsch.

Der Spieler Lalexf jedenfalls, Alexander Lehmann aus Cottbus, verliert durch einen kuriosen Fehler gegen Manuel Gauer seine Dame und gibt auf.

Nach 1.Dd4+, Lf8-g7 schockte Lalexf hier seinen Gegner und die Welt mit 2.Ld2-h6! - Kreuzfesselung! Leider scheitert die schöne Idee an 2…Lg7xd4.

Aber egal, alle seine Mannschaftskollegen holen volle Punkte. 3:1 für Lok Raw Cottbus – in Liga 4 geht der Titel in die Lausitz!

G Star Lok Raw Cottbus, ehemaliger Werbepartner von Magnus Carlsen (Brett 21)

 

Liga 5: SC Wittstock – Hamburger SK IV

Praxistraining Diagramm-Analyse: Welches Team steht besser?

Bei den Paarungen rechts sieht man, dass der HSK zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 führte.

An Brett Eins oben links im Bild wurde daraufhin Remis vereinbart. Doch wer der beiden war hier der Wittstocker Spieler? War es Schwarz – doch wenn seine Mannschaft zurückliegt, warum machte er Remis, wo er doch ein bisschen besser steht? Oder war der Wittstocker Weiß – dann ist ein Unentschieden wohl keine schlechte Idee.

Und wem soll man im Diagramm unten links die Daumen drücken, wenn man mit den Wittstockern fiebert? Ich kann das so schnell gar nicht umsetzen in meinem kleinen Kopf.

Nicht viel später stand es 1,5 : 1,5, bei einer vorteilhaften Berliner Wertung für den SC Wittstock. Der HSK musste also sein Leichtfigurenendspiel mit Mehrbauern gewinnen, sonst würden die Titel-Ehren nach MeVoPo gehen! Schauen wir doch mal, ob die HSK Technikschule gut ausgebildet hat?

Update: ein Hamburger Spieler müsste man sein – dann könnte man auch gute Technik! Andrés Mauricio Reyes-Mantilla gewinnt tatsächlich reibungslos an Brett drei und sichert seinen Hamburger mit dem 2,5:1,5 noch den Titel. Turbulent war‘s! Gegen den HSK ist in dieser DSOL-Saison einfach schwer anzukommen. Glückwunsch an Alster und Elbe, hummelhummel.

 

(Und - diesen Hamburger Erfolg nehmen wir ebenfalls gerne als weiteres gutes Omen für das Spiel des großen HSV am nächsten Montag gegen Hertha Berlin!)

Fanfreundschaft Nord

Auch an Sandra Schmidt, die Breitensportreferentin des DSB und glühender Fan des SC Wittstock, sandten wir einen kleinen DSOL-Fragebogen. Hier ihre Antworten!

Sandra Schmidt auf dem Weg zum gegnerischen König (Foto: Sebastian Siebrecht)

1) Was hat Dir an der 3.Auflage der DSOL besonders gefallen?

Die dritte Auflage war dieses Jahr etwas ganz besonderes. Denn zum ersten Mal gab es ab dem Halbfinale die Videoüberwachung.

Die Videoüberwachung sollte nicht nur als eine weitere Anti-Cheating-Maßnahme verstanden werden. Die Spieler haben so die Möglichkeit eine weitere Strategie außerhalb des digitalen 64-Quadrat-Reviers zu nutzen: ein leichtes Schnäufzen, ein ängstliches Lächeln oder zugekniffene Augen können wie am OTB-Turnier ebenfalls in die Stellungsbewertung miteinbezogen werden.
Der Mannschaftskampf findet im eigenen Wohnzimmer statt und man sieht seine Mannschaftskollegen sowie die Gegner live vor sich sitzen.

Ein weiteres persönliches Highlight was das Erreichen des Finales vom SC Wittstock I in der 5. Liga. Als Mannschaftsführerin bin ich unglaublich stolz auf die Leistung meines Teams.

2) Was könnte man beim nächsten Mal vielleicht noch ändern oder verbessern, und warum?

Für das nächste Mal wünsche ich mir eine extra Liga nur für Anfänger, die bisher noch keinem Verein beigetreten sind.

Mit der richtigen Strategie lässt daraus ein kontakt zwischen den "Online-Gamern", die bisher nur am Bildschirm auf Onlineplattforen Schach spielen, und ortsansässigen Vereinen herstellen. Denn Schach am Verein ist immer noch am schönsten.

3) Hast Du eine lustige/ interessante kleine DSOL-Anekdote oder Begebenheit für uns, die Du rund um diese Liga erlebt hast?

Leider nicht lustig und somit eher als "Darklight" zu verstehen, ist der Vorfall der im Viertelfinale passiert ist. Ab dem Viertelfinale waren alle Spieler angewiesen, ebenfalls ihren Bildschirm zu teilen.

Noch während des Mannschaftkampfes startete ein Spieler sein Schachprogramm und übertrug alle gespielten Züge seiner eigenen Partie, um sich den besten Zug für die aktuelle Stellung berechnen zu lassen. Und das ganze war für alle live sichtbar im Zoom-Meeting.

Er hat wohl nicht ganz verstanden, dass die Bildschirmteilung den eigenen sichtbaren Screen zeigt. 

So ein Verhalten ist nicht nur sehr unfair, sondern auch sehr traurig. Ich verachte das zutiefst.

Danke, Sandra!

Liga 6: SF Birkenfeld II – Hamburger V

Gestern bereits zogen diese beiden Mannschaften ihr Finale vor. Es wurde ein Spieltag für die Hamburger, die die SF Birkenfeld II mit 0:4 überliefen und Sieg und Finalerfolg in den Norden entführten. Was für eine Ansage – so ein Endspiel erlebt man gerne mit!

DSOL Finalspiel am Donnerstag, 19.Mai: Nur der HSK. Und Birkenfeld II.

(Und psst - natürlich nehmen wir auch diesen Hamburger Sieg direkt als drittes gutes Omen für das Spiel des großen HSV am nächsten Montag gegen Hertha BSC Berlin!)

Liga 7: SG Turm Leipzig II – SC Leinfelden II

Noch einmal die Leipziger Türme – und diesmal tragen sie den Sieg und den Erfolg davon.

Leinfelden beginnt zwar mit viel Energie und erarbeitet sich das 1:0. Aber dann, zack und zack und zack, drei Punkte in Folge für die Gastgeber und ein schönes 3:1. Glückwunsch nach Sachsen!

Alle Ampelmännchen auf Rot - kein Durchkommen für Leinfelden

8.Liga: SF Ochtendung – SC Agon Neumünster

Freunde des Weltsports kommen in der 8.Liga auf ihre Kosten, und gleichfalls alle, deren Herz für die SF Ochtendung schlägt - dieser Finaltag ist für sie!

Um 21:04 Uhr stehen die Rheinland-Pfälzer mit 4:0 gegen durcheinandergewirbelte Schleswig-Holsteiner auf dem Siegertreppchen. Alle Punkte für den Süden, und einer davon wie aus einem hübsch verzierten Akiba Rubinstein Lehrbuch des Endspiels.

Wir begrüßen Niklas Akiba Roth – und seine Internetverbindung, die offenbar an diesem Abend etwas unstet war, jedoch immer wieder reconnected werden konnte:

„In der vereinseigenen Whatsappgruppe knallten derweil schon die virtuellen Korken gemeinsam mit den in dieser Saison ebenfalls erfolgreich eingesetzten Ergänzungsspielern Friedel Schütz und Florian Schneider. Alle freuen sich über den Titel und vor allem die beeindruckende Art und Weise wie dieser erspielt wurde.“

Aus dem Finalbericht der SF Ochtendung

Ein 4:0 Glückwunsch nach Ochtendung. Ich bin ein Fan!

9.Liga: Findorffer SF – SC Bad Salzdetfurth III

Schwer ist es gegen jede Mannschaft der Welt, gegen ein beliebiges Salzdetfurther Team zu bestehen. Das haben wir in der DSOL ja nun schon oft genug erlebt – auch die schillernden SF Deizisau hätten sicher ihre Schwierigkeiten.

Und wirklich, selbst die SF Findorff stoßen heute an ihre Grenzen, wenn auch KollegeBo David Bodnar zwischenzeitlich mit einem Ausgleichstreffer die Begegnung noch offen halten konnte.

Doch um 21:04 laufen die beiden verbleibenden Partien schon mit je einer Mehrfigur für Salzdetfurth, und somit versalzen sie den Findorffern ganz konkret den heutigen Titeltraum. Einmal mehr ein DSOL-Titel für die Niedersachsen, Kongratulation!

Findorff aber kann sich trösten – am 15.Juni laden sie zum Biergartenblitz unter Bäumen, vielleicht mit Abendsonne und vielleicht mit frischem Bier! Bremen freut sich drauf!

Auf nach Findorff!

 

10.Liga: Bochumer SV – SF Seelscheid II

Drei entschiedene Partien um 21:07 Uhr, und schon hatte der Bochumer SV 02 ein 2,5:1,5 gegen die SF Seelscheid II klargemacht.

Damit bleiben sie die ganze DSOL-Saison über ungeschlagen - beste Stimmung im Pott, und – nach dem Sieg der SG Porz 2020 und 2021 - ein weiterer Schachtitel für den mittleren Westen!

Jan Philipp Götze spielt für Bochum mit Schwarz? Da brennt nichts an!

 

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Große Gratulation an alle Siegerteams und ihre Betreuer und auch Fans!

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Wer die Finalspiele noch einmal live kommentiert nacherleben möchte – hier ist der formidable Stream von GM Sebastian Siebrecht!

 


Und die drei Fragen zur DSOL auch an den Grandmaster of Twitch Broadcasting, Sebastian Siebrecht!

1) Was hat Dir an der 3.Auflage der DSOL besonders gefallen?

Grandios, dass wir 26 Interviews führen und die mannigfaltigsten Vereine quer durch die ganze Republik von Nord nach Süd und Ost nach West vorstellen konnten. Die DSOL als Landkarte und besseren Verständnis der gesamten Schachcommunity. Das gefällt mir schon sehr gut.

Es macht auch die DSOL aus, dass vereinsverbundene, aber vielleicht nicht immer vor Ort beheimatete Mitglieder somit wahrhaftig am Vereinsgeschehen aktiv teilnehmen konnten. Eine Mannschaft spielte aus Lyon, Gießen, Bonn und Berlin.

Eine andere aus Teneriffa, Belgrad und München. Reine Studententeams, die sogar aus Wohngemeinschaft spielten, bis zu Kindergruppen, die ihre erste Erfahrungen sammelten.

Aber auch in jungen Jahren Verantwortung als Mannschaftsführer übernehmen und Organisation und soziale Kompetenzen erlernen, technische Tipps an die Älteren weitergeben oder einfach Schach über Generationen und jegliche, sonst leider oft vorhandenen, sozialen Grenzen vereinen. Das gefiel mir sehr gut.

Stark auch, dass die Schachfreunde Deizisau mit bis zu vier Großmeistern angetreten sind. Klasse, da sie sich nicht von den Cheatingfällen der letzten Saison haben entmutigen lassen, sondern ein klares Zeichen gesetzt haben: " Wir lassen uns von Cheating nicht unterkriegen, zeigen Klasse!" So muss es sein. Danke. Es gibt noch so viel mehr zu erwähnen, aber dies würde die kurze Frage sprengen. 😉     

Geschummelt wird nicht!     

2) Was könnte man beim nächsten Mal vielleicht noch ändern oder verbessern, und warum?

In meinem persönlichen Fall sollte ich die Technik noch optimieren. Obwohl ich mit Chessbase und vor allen Dingen Pascal Lautenschläger und Holger Lieske im Hintergrund professionell bestens aufgestellt war, muss ich an meinen eigenen technischen Einstellungen und Umsetzungen noch viel arbeiten. 😉

3) Hast Du eine lustige/ interessante kleine DSOL-Anekdote oder Begebenheit für uns, die Du rund um diese Liga erlebt hast?

Die Interviews sind immer sehr belebend. Immer überraschend und es bildet die Vereine ab und zeigt in Ansätzen, wieviel Herzblut und Engagement dahinter steckt. Einen Verein dort herauszuheben wäre nicht fair, da alle sich extrem bemühen.

Bitte einfach über die DSB-Seite, wo Frank Hoppe alle Interviews nochmal separiert in Szene gesetzt hat, nachsehen und genießen. Es ist ein herrliches Abbild über ganz Deutschland.

Mir bleibt aber mein letztes sehr emotionales Gespräch mit Christian Zickelbein, dem Vater des HSK, immer wieder in Erinnerung, wo ich in persönlichen Umgang erleben durfte, dass dort im Verein nicht nur eine Schule für das Schach, sondern vielmehr eine Schule für das Leben gelebt wird!
Dafür bin ich Christian unglaublich dankbar und versuche dies auch, wenn immer möglich, mit meiner "Faszination Schach" weitergeben zu können. Herzlichen Dank! 

Auch an Dich vielen Dank, Sebastian!

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Eins, zwei oder drei?

 

Die DSOL 3.0 ist vorüber, Saisonende, erneut. Und nun?

Wie im Vorjahr haben wir uns alle wieder wochenlang hübsch ausgetobt, und man soll die Endgeräte ja ausknipsen, wenn es am Schönsten ist.

Machen wir erstmal Spielpause nun im Netz, und schwirren zurück ins echte Spiellokal – dafür ist es ja da. Und hoffen wir, dass der üble Krieg in der Ukraine bald vorüber ist, dass die Richtigen gewinnen, und auch sonst die Probleme der Welt so langsam mal gelöst werden. Gibt ja leider genug davon.

Haltet Euch munter, und immer schön üben, denn die vierte DSOL kommt bestimmt.

Und bis dahin - Musik!

DSOL 3.0 – The End

Olaf Steffens, FM, Bremen

 

DSOL-Turnierseite...

 


Olaf Steffens, Diplom-Handelslehrer, unterrichtet an einer Bremer Berufsschule. FIDE-Meister seit 1997, ELO um die 2200, aufgewachsen in Schleswig-Holstein. Spielte für den Schleswiger Schachverein von 1919, den MTV Leck, den Lübecker Schachverein, die Bremer Schachgesellschaft und nun für Werder Bremen. Von 2012 bis 2021 Manager des Schachbundesliga-Teams des SV Werder Bremen. Bloggt seit 10 Jahren auf www.schach-welt.de und VeganeSchachkatzen.de.
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