Das neue FIDE-Präsidium

von André Schulz
10.10.2018 – Arkady Dvorkovich ist der neue FIDE-Präsident. Doch außer der Wahl zum Präsidenten gab es die Wahlen der Vizepräsidenten und die Wahlen der Kontinentalverbände. Deren Präsidenten gehören ebenfalls dem neuen FIDE-Präsidium an. Hier ist die komplette Liste:

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Die Schlacht ist geschlagen. Nach 23 Jahren Amtszeit wurde Kirsan Ilyumzhinov als FIDE-Präsident abgelöst. Auch der neue FIDE-Präsident kommt aus Russland. Es ist der frühere Stellvertretende Ministerpräsident des Landes Arkady Dvorkovich. Nachdem die USA, genauer das US-Schatzamt, Kirsan Ilyumzhinov auf seine Boykottliste gesetzt hatte, war dieser als Präsident des Weltschachbundes nicht mehr haltbar. Zur Wahl während der vergangene Schacholympiade in Batumi trat er nicht mehr an. Ilyumzhinovs langjähriger Stellvertretender Vizepräsident Georgios Makropoulos kandidierte nun für das Amt des Präsidenten, wurde aber vom Gegenkandidaten Arkady Dvorkovich doch recht eindeutig geschlagen. Der Namen von Arkday Dvorkovich befand sich zwar zusammen mit zahlreichen anderen russischen regierungsnahen Funktionsträgern auf einer vom US-Kongress im Januar 2018 veröffentlichten Vorschlagsliste für mögliche Sanktionen, doch dies zog keine ernsthaften Maßnahmen nach sich.

Dvorkovich ist mit einer Mannschaft angetreten, deren Mitglieder im neuen Präsidium nun bestimmte Aufgaben übernehmen. Sein Stellvertreter ist Bachar Kouatly (Frankreich). Enyonam Sewa Fumey (Togo) übernimmt die Aufgabe eines Generalsekretärs. Mahir Mammedov (Aserbaidschan), Julio E Granda Zuniga (Peru), Zhu Chen (Katar) als Schatzmeisterin, Olalekan Adeyemi (Nigeria) als Ratingbeauftragter und Martha Fierro Baquero, (Equador) als Vorsitzender der Kommission für Frauenschach sind die neuen ernannten Vizepräsidenten.

Darüber hinaus hat der Kongress weitere Kandidaten zu Vizepräsidenten gewählt. Dazu gehören Nigel Short, der kurz vor der Wahl seine Kandidatur als Präsident zurückgezogen hatte, und dessen Unterstützer Lukasz Turlej. Mit Michael Khordakovsky, dem Delegierten der USA, wurde ein langjähriger enger Vertrauter von Garry Kasparov zum Vizepräsidenten gewählt. Garry Kasparov war in jungen Jahren mit Arkady Dvorkovichs Vater Vladimir eng verbunden. Vladimir Dvorkovich war ein bekannter Schiedsrichter und hatte seinerzeit Kasparovs Karriere weidlich gefördert. Im Schach hat und hatte eben jeder mit jedem irgenwie schon mal zu tun: "Gens una sumus" lautet bekanntlich das Motto der FIDE. Frei übersetzt: Wir sind eine Familie.

Neben der Wahl zum FIDE-Präsidium fanden auch die Wahlen der Kontinentalverbände statt. Die gewählten Kontinentalpräsidenten gehören automatisch dem FIDE-Präsidium als Vizepräsidenten an. Gewählt wurden: Lewis Ncube (Afrika), Jorge Vega Fernandez (Amerika), Sheikh Sultan Bin Khalifa Al Nehyan (Asien) und Zurab Azmaiparashvili (Europa). Zum Präsidium gehören weiterhin drei Ehrenvizepräsidenten und last, but not least die beiden amtierenden Weltmeister, Magnus Carlsen und Ju Wenjun.

Das neue Präsidium der European Chess Union

Zurab Asmaiparashvili wurde mit 44 von 50 Stimmen als Präsident der ECU im Amt bestätigt. Er war der einzige Kandidat. Die Aufgabe des Generalsekretärs der ECU übernimmt weiterhin Theodoros Tsorbatzoglou. Zum Stellvertretenden Vizepräsidenten wurde Gunnar Björnsson gewählt. Weitere Vizepräsidenten sind Dana Reizniece-Ozola (zugleich die Finanzministerin von Lettland) und Johann Poecksteiner (Präsident des Wiener Schachverbandes. Schatzmeister ist Ion-Serban Dobronauteanu (Rumänien). Außerdem wurden Eva Repkova, Adrian Mikhalchishin und Ivan Sokolov als frei Präsidiumsmitglieder gewählt.
 

Das neue FIDE Präsidium

Präsident

Arkady Dvorkovich (Russland)

Stellvertretender Präsident

Bachar Kouatly (Frankreich)

Generalsekretär

Enyonam Sewa Fumey (Togo)

Vizepräsidenten

Mahir Mammedov (Aserbaidschan)
Julio E Granda Zuniga (Peru)
Zhu Chen (Katar), Schatzmeisterin
Olalekan Adeyemi (Nigeria), Ratingbeauftragte
Martha Fierro Baquero, (Equador), Kommission für Frauenschach

Akaki Iashvili (Georgien)
Michael Khodarkovsky (USA)
Anastasia Sorokina (Weißrussland)
Tahar Battikh (Tunesien)
Nigel Short (England)
Gulkiz Tulay (Türkei)
Lukasz Turlej (Polen)
Ye Jiangchuan (China)

Ehrenvizepräsidenten

Mohammad Jafar Kambouzia (Iran),
Sundar Damal Villivalam (Indien)
Ian Wilkinson (Jamaica)

Kontinentalpräsidenten

Afrika: Lewis Ncube (Sambia)

Amerika: Jorge Vega Fernandez (Mexiko)

Asien: Scheich Sultan Bin Khalifa Al Nehyan (VAE)

Europa: Zurab Azmaiparashvili

Weltmeister

Magnus Carlsen

Weltmeisterin

Ju  Wenjun



FIDE Presidential Board...

www.fide.com

http://www.europechess.org/

 

  



Themen: FIDE, FIDE-Wahlen

André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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RevTiberius RevTiberius 10.10.2018 07:40
Jetzt muss "geliefert" werden. Es waere schoen, wenn
- FIDE aufhoeren wuerde, ihre Mitgliedsverbaende gnadenlos abzukassieren
- die Weltmeisterschaft und mehr Spitzenturniere auch in der allgemeinen (und nicht nur Schach-) Oeffentlichkeit wieder als "Premiumprodukt" positioniert werden
- Man als einfacher Schachspieler und Fan wieder das Gefuehl hat (das ich ehrlich gesagt noch nie hatte), dass in der FIDE zielorientierte Sacharbeit geleistet wird, und dort nicht nur korrupte Funktionaere ihr Ego befriedigen
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