Der "28. DSB-Kongress" in Magdeburg

von André Schulz
13.05.2019 – Vom 25. Mai bis 1. Juni ist Magdeburg die Schachhauptstadt Deutschlands. Dann finden hier beim Meisterschaftsgipfel (fast) alle Deutschen Meisterschaften statt. Und zum Abschluss steht die Präsidiumswahl an.

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Meisterschaftsgipfel oder 28. DSB-Kongress

Ende Mai 2019 erlebt das deutsche Schach eine Wiedergeburt einer guten alten Tradition, der Tradition der Schachkongresse. Die Geschichte der DSB-Kongresse reichte zunächst von 1877 (Gründung des Deutschen Schachbundes) bis 1914 (Beginn des Ersten Weltkrieges) mit zunächst insgesamt 19 DSB-Kongressen. Nach Ende des Krieges wurde wurde die Tradition 1920 wieder aufgenommen, endete aber mit dem 27. DSB-Kongress 1932 in Bad Ems. 1933 wurde nämlich auch das Deutsche Schach von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet und in ihrem Sinne neu organisiert.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich zwei deutsche Staaten auf dem Gebiet des einstigen Deutschen Reiches wieder, mit eigenen Meisterschaften. Seit der Wiedervereinigung gibt es wieder eine deutsche Meisterschaft, an deren Format sich aber immer wieder Kritik entzündet. Das Turnier wird im Schweizer System durchgeführt. Neben den Siegern der Ländermeisterschaften können auch die besten deutschen Spieler teilnehmen. Doch meist waren die Turnierbedingungen, besonders für Profis zu unattraktiv. 

Für die Durchführung der Meisterschaften, auch der "kleineren" Meisterschaften, wie Blitzmeisterschaften, Frauenmeisterschaften, gab es in einigen Jahren einen Mangel an Bewerbern. 2016 sprang beispielsweise der Lübecker SV erst kurzfristig ein, weil sich sonst kein Ausrichter gefunden hätte. 

Neben den offiziellen Deutschen Meisterschaften hat sich in den letzten Jahren noch das von UKA gesponserte "German Masters" etabliert, das mit ausschließlich deutschen Spielern besser besetzt ist als, aber keinen offiziellen Titelstatus besitzt. 

Ullrich Krause entwickelte schon vor seiner Wahl zum DSB-Präsidenten zusammen mit einigen anderen Schachfreunden im Schachbund die Idee, alle Meisterschaften zusammen mit dem Kongress des Schachbundes wieder an einem Ort zu vereinen. Nachdem er zum DSB-Präsidenten gewählt wurde, gelang es ihm, diese Idee auch in die Tat umzusetzen. 

Die neue große Schachveranstaltung heißt "Meisterschaftsgipfel". Man könnte sie aber durchaus "28. DSB-Kongress" nennen, auch wenn die Pause zum letzten Kongress recht groß war. Gastgeber ist Magdeburg. Austragungsort ist die malerische Festung Mark (Hohepfortewall 1) in Magdeburg.

Die Präsidiumswahl

Vom 25. bis 1. Juni wird Schach gespielt. Am 1. Juni wird dann Schachpolitik gemacht. Der Wahlkongress des Deutschen Schachbundes steht an. DSB-Präsident Ullrich Krause wird sich zur Wiederwahl stellen und hat dies jetzt auch offiziell erklärt und sein Team vorgestellt. 

Das sind: 

Dr. Hans-Jürgen Weyer, vom Schachbund Nordrhein-Westfalen als Vizepräsident Finanzen,
Klaus Deventer, Schachbund Nordrhein-Westfalen weiterhin als Vizepräsident Sport,
Boris Bruhn, vom Hamburger Schachverband als Vizepräsident Verbandsentwicklung.

Sein Programm und sein Team findet man hier...

Als Gegenkandidat will sich Prof. Dr. Uwe Pfenning aufstellen lassen. Der Präsident des Badischen Landesverbandes war unter dem Vorgänger von Ullrich Krause, Herbert Bastian, von 2015-2017 bereits Vizepräsident Verbandsentwicklung im Deutschen Schachbund.

Sein Team besteht aus:

Ralph Chadt-Rausch, vom Schachbund Nordrhein-Westfalen (Finanzen),
Frank Neumann vom Schachbund Nordrhein-Westfalen (Verbandsentwicklung),
Olga Birkholz, vom Schachbund Bayern (Sport)

Uwe Pfenning ist insbesondere mit der Behandlung der Causa Jordan durch den Deutschen Schachbund unzufrieden. Der Schachbund hat sich im letzten Jahr wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten von Dirk Jordan als Organisator der Deutschen Amateurmeisterschaft und anderer Veranstaltungen getrennt und prozessiert derzeit wegen Schadenersatz. 

Möglicherweise stellen sich aber während des Kongresses kurzfristig noch weitere Kandidaten zur Wahl.

Außer dem Präsidium werden zudem die Referenten für die verschiedenen Aufgaben im Deutschen Schachbund gewählt.

Alle Veranstaltungen des Meisterschaftsgipfels

German Masters der Männer: 25. Mai - 1. Juni 2019
German Masters der Frauen: 25. Mai - 1. Juni 2019
Deutsche Blitzschach-Einzelmeisterschaft (DBEM): 25. Mai 2019
Deutsche Frauen-Blitzschach-Einzelmeisterschaft (DFBEM): 25. Mai 2019
Deutsche Einzelmeisterschaft (DEM): 25. Mai - 1. Juni 2019
Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaft (DFEM): 26. Mai - 1. Juni 2019
Deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft (DPEM): 30. Mai - 1. Juni 2019
Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) Finale: 30. Mai - 1. Juni 2019
Kongress des Deutschen Schachbundes: 1. Juni 2019

 

Zeitplan

Datum Uhrzeit Veranstaltung Info
25. Mai 12:30 DBEM* Persönliche Anmeldung im Turniersaal
  13:00 DBEM Begrüßung und Spielbeginn
  18:00 - 19:30 DEM* Persönliche Registrierung
  ca. 20:00 DBEM/DEM/Masters Eröffnungsfeier mit Siegerehrung DBEM
und gemeinsamem Abendessen
26. Mai 16:00 DEM 1. Runde
  16:00 Masters* 1. Runde
27. Mai 16:00 DEM 2. Runde
  16:00 Masters 2. Runde
28. Mai 09:30 DEM 3. Runde
  16:00 DEM 4. Runde
  16:00 Masters 3. Runde
29. Mai 16:00 DEM 5. Runde
  16:00 Masters 4. Runde
30. Mai 08:30 DPEM Registrierung
  09:30 DEM 6. Runde
  09:30 DSAM 1. Runde
  09:30 DPEM 1. Runde
  16:00 DPEM 2. Runde
  16:00 DSAM 2. Runde
  16:00 DEM 7. Runde
  16:00 Masters 5. Runde
31. Mai 09:30 DSAM 3. Runde
  09:30 DPEM 3. Runde
  16:00 DSAM 4. Runde
  16:00 DEM 8. Runde
  16:00 DPEM 4. Runde
  16:00 Masters 6. Runde
1. Juni 09:00 DSB-Bundeskongress Im Michel Hotel
  09:30 DEM 9. Runde
  09:30 DSAM 5. Runde
  09:30 DPEM 5. Runde
  09:30 Masters 7. Runde
  ca. 18:30   Gala-Abend mit
Siegerehrungen und Büffet

*Gilt jeweils für die offenen und die Turniere der Frauen

Offizielle Seite beim Deutschen Schachbund...

 

 




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Grebredna Grebredna 13.05.2019 11:17
In Bad Ems hat es 1932 keinen DSB-Kongress gegeben, sondern nur ein sogenanntes "Aufstiegsturnier" und die Delegiertenversammlung, aber kein Meisterturnier. Dementsprechend war diese Veranstaltungen in der zeitgenössischen Berichterstattung wie auch im Programmheft nicht als "Kongress", sondern als "Emser Schachwoche" bezeichnet worden. Wenn man die Zählung der Kongresse von damals heute fortführen wollte, wäre Magdeburg 2019 nach dem 26. Kongress in Duisburg 1929 nicht der 28., sondern der "27. DSB-Kongress".
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