Der Bacchus Cup in St. Petersburg

26.04.2010 – Wie kann man Schach populärer machen und neue Anhänger gewinnen? Diese allen Schachvereinen vertraute Frage beschäftigt jetzt sogar die Schachfreunde in Russland, immerhin Schachnation Nummer Eins. Der St. Petersburger Schachklub "Nachspielzeit" organisierte als Antwort ein Turnier, das "Geselligkeit" und Schachspiel miteinander verband - den Bacchus-Cup. Der Name lässt erahnen, dass die Aufnahme von geistigen Getränken, mancherorts als höchste Stufe geselligen Zusammenseins angesehen, dabei eine Rolle gespielt hat. Irina Sudakova berichtet und lobt die Kellner des ausrichtenden Restaurants, die auch in Zeitnot beim Nachschenken immer auf der Höhe des Geschehens waren. Mehr...

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Bacchus Cup
7. April 2010, St.Petersburg.
Text: Irina Sudakova, Fotos: Elena Mikheeva

Was kann man tun, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf das Amateurschach zu lenken? Irgendetwas Ungewöhnliches, Lebendiges, etwas, das im Gedächtnis bleibt? Die Idee ist zwar nicht unbedingt neu – ein Alko-Schachturnier, zu dem man interessante Leute einlädt, aber genau das hat der Schachklub “Nachspielzeit” aus St. Petersburg, Russland, tatsächlich gemacht.

Die wirkliche Absicht des Turniers hat mit Alkohol jedoch nichts zu tun. Denn das grundlegende Ziel des Schachklubs "Nachspielzeit" besteht darin, ein VIP-Schachforum zu etablieren, wo man hinkommen kann, um in netter Gesellschaft ein bisschen Zeit an einem schönen Ort zu verbringen. Für unseren Sport ist es sehr wichtig, Geschäftsleute, Politiker, Topmanager, Anwälte und Medienleute, die gerne Schach spielen, zusammen zu bringen – natürlich braucht das alte Spiel heutzutage Unterstützung und Förderung.
Ich weiß von mindestens einem erfolgreichen Beispiel eines solchen Turniers – Mitte der 1990er spielten der Sprecher der russischen Duma, ein weltberühmter Filmregisseur und zahlreiche andere Prominente in Moskau Alkohol-Schach.

Alko-Schach klingt vielleicht provokant – aber kurzfristig funktioniert dieser Name sehr gut. Immerhin half er, Sponsoren für das Turnier zu finden – die Pharmaunternehmen "Merz" und "Valenta" konnten damit werben, dass die Teilnehmer – den Medikamenten sei Dank – sich am nächsten Morgen bei guter Gesundheit und in bester Stimmung gegenüber treten konnten. Der dritte Sponsor war "Stelmas"-Mineralwasser, und Wasser ist ja ein wichtiger Teil des Alltags von uns allen.


Das Turnierplakat, mit freundlicher Genehmigung des "Artstream" Verlags


Alles ist zum Spielen bereit.


Der Turnierdirektor Alexander Sotsky, Internationaler Meister und Geschäftsmann, begrüßt die Teilnehmer.

Ein paar Worte zu den Regeln. 16 Teilnehmer nahmen an dem Turnier teil, gespielt wurde nach K.0.-System, Weiß hatte 10 Minuten Bedenkzeit, Schwarz nur 8, aber bei einem Remis qualifizierte sich Schwarz für die nächste Runde. Die Spieler konnten entscheiden, ob sie Wodka oder Kognak als Treibstoff tankten, ein verlorener Bauer entsprach 10 ml, Turm oder Leichtfigur – 25 ml, Dame – 50 ml. D.h., wenn der eigene Turm geschlagen wurde, dann musste man vor seinem nächsten Zug aus dem entsprechenden Glas trinken. Diese Regel legte man allerdings großzügig aus und manche Spieler stießen auch so munter miteinander an und prosteten sich gegenseitig zu.


Auch ein kleiner Snack am Brett war nicht verboten.


Und unsere Sponsoren sagen Ihnen dann, was Sie machen müssen, um sich während und nach der Party besser zu fühlen.


Umrahmt wurde der Wettbewerb zur Freude aller durch ein Büffet. Wer früh ausgeschieden war, setzte sich an den Tisch oder spielte gut gelaunt Blitzpartien.


Pokerprofi Yulius Sepman


Anwalt Arkady Scherbak
 


Geschäftsmann Alexander Maltsev
 


Geschäftsmann Dmitry Simkin
 


Bauingenieur Igor Marchenko


Turnier-Co-Organisatorin WGM Irina Sudakova, die einzige, die Wein trinken durfte. Allerdings war sie doch sehr froh, nicht mehr als eine Partie spielen zu müssen.

Die Halbfinale:


Maxim Novik vs Mikhail Rusanov


Alexander Maltsev vs Andrey Petelin



Und der stolze Gewinner des Bacchus-Cups, Andrey Petelin, Internationaler Meister und Vizepräsident einer Bank. Am Ende erwies er sich als alkoholresistenter als sein Gegner GM Maxim Novik – in der Schlussphase eines solchen Turniers bedeutet das einen großen Vorteil.

Großer Dank gebührt den Gastgebern der Party – dem Personal des georgischen Restaurants “Kabanchik” ( http://www.allcafe.info/restaurants/to/107179/ ), das im Stadtzentrum liegt. Sie haben ihr Bestes gegeben, um alle anfallenden organisatorischen Probleme zu lösen und auch die Kellner erwiesen sich als wahre Profis und füllten die Gläser sogar in Zeitnot richtig auf.



Der Restaurantbesitzer Koba Gordeladze, der mutig genug war, auch am Schachturnier teilzunehmen.

 

 



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