Der Meister in Siebenpunkte-Stiefeln

13.12.2006 – In der dritten Runde hatte Titelverteidiger Baden-Baden bereits den starken Auftieger Remagen mit 7,5:0,5 Punkten abgefertigt. Am vergangene Wochenende wurden nun die Berliner Vereine Kreuzberg und Tegel in der Stadthalle Landstuhl -Spiellokal des Reispartners Bann - ebenfalls mit 7:1 bzw. 7,5:0,5 nahe der "Höchststrafe" vom Brett gefegt. Da machte es gar nichts, dass die ersten drei Bretter der Badener nicht am Start waren und auch Magnus Carlsen schon am Samstag wegen Schule in Norwegen vorzeitig abreisen musste. Am Freitag zuvor war Reisepartner Bann mit einem 2:6 noch einigermaßen glimpflich davon gekommen. Fabian Döttling fasst die Ereignisse in Bann aus Sicht des Meisters zusammen. Berichte zur Bundesliga...Mehr...

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OSC Baden-Baden festigt Meisterschaftsanspruch
Von Fabian Döttling
Fotos: Chesstigers

Die Bilanz des dritten Bundesligawochenendes in Landstuhl fällt für den OSC Baden-Baden enorm positiv aus. Die erhofften sechs Mannschaftspunkte aus drei Spielen konnten erreicht werden und dies mit einer sehr überzeugenden Bilanz von 20,5-3,5 Brettpunkten ohne eine Partie verloren zu haben. Aufgrund des besten Brettpunkteverhältnisses steht der OSC nun auch an der Spitze der aktuellen Bundesligatabelle.

Nachdem die Anreise der Mannschaft donnerstags bzw. freitags relativ problemlos geklappt hatte (mit der Ausnahme, dass Etienne Bacrots Personalausweis seit einer Woche abgelaufen war, Ryan Air ihn nicht in die Maschine steigen ließ und Etienne anderweitig nach Landstuhl kommen musste) ging es um 16:00 Uhr in der Landstuhler Stadthalle gegen den Baden-Badener Reisepartner, den SC Bann.


Das Team von Bann

Auch wenn Vishy Anand, Peter Svidler oder Alexei Shirov dieses Wochenende aus diversen Gründen verhindert waren, gingen die Kurstädter natürlich favorisiert in das Match, zumal das erst sechszehnjährige norwegische Riesentalent Magnus Carlsen zu seinem ersten Einsatz  für den OSC kam. Der Wettkampf gestaltete sich auch schon recht früh sehr angenehm für die Badener. Bacrot erhielt gegen Laznicka am Spitzenbrett schnell sehr großen Vorteil, da er die Eröffnungsvariante viel besser als sein Gegner beherrschte.


Bacrot gegen Laznicka

Auch am dritten Brett zwischen Nisipeanu und Cvek zeichnete sich schon bald ein Sieg für den OSC ab. Da auch Sergei Movsesian und Michal Krasenkov ihre besseren Stellungen verwerteten, war der 6-2 Sieg am Ende verdient.


Döttling gegen Richter

Tags darauf ging es um 14:00 Uhr für den OSC gegen die nominell stärkste der drei Berliner Bundesligamannschaften, den SC Kreuzberg. Noch beim Abendessen am Freitag war uns nicht klar, ob Levon Aronian für die Kreuzberger ans Brett gehen würde oder nicht. Samstags um 13:45 Uhr, nach Abgabe der Mannschaftsaufstellung zeigte sich, dass er nicht spielen würde.

 Am Ende stand ein sensationelles 7-1 für den OSC zu Buche.


Etienne Bacrot und Gabriel Sargissian

Etienne Bacrot bezwang in einer theoretisch interessanten Partie des Abtauschslawen Gabriel Sargissian. Francisco Vallejo Pons erhielt früh eine Gewinnstellung in der „Bauernraubvariante“ im Französisch gegen Sergej Kalinitschew, Michal Krasenkov konnte das etwas passive Spiel von Stefan Löffler bestrafen, Sergei Movsesian gewann souverän gegen Karsten Volke und Fabian Döttling konnte Michael Richter in einer Zeitnotschlacht bezwingen. Als letztes spielte Magnus Carlsen gegen Bartosz Socko. Mit einer feinen Technik und unter Ausnutzung der Zeitknappheit seines Gegners verwertete der junge Norweger seine Mehrqualität souverän.


Liviu-Dieter Nisipeanun und Thomas Luther

Lediglich Philipp Schlosser (gegen Elisabeth Pähtz) und Liviu-Dieter Nisipeanu (gegen Thomas Luther) kamen über eine Punkteteilung nicht hinaus. Somit war das 7-1 perfekt.

Am Sonntagmorgen sollte es dann allerdings noch besser kommen. Gegen den SK König Tegel, seines Zeichens Träger der roten Laterne in der Schachbundesliga, ging der OSC (Tabellenführer) als haushoher Favorit in das Match. Obwohl Magnus Carlsen am Samstagabend abreiste, da er Montagmorgen wieder in Norwegen in der Schule sein musste, wurde Baden-Baden dieser Rolle dann auch mehr als gerecht.


Magnus Carlsen: Frühzeitige Abreise wegen Schule

Man schickte die Hauptstädter mit 7,5-0,5 nach Hause. Einzig Fabian Döttling kam gegen Stephan Giemsa über eine Punkteteilung nicht hinaus und verhinderte somit die Höchststrafe für die Tegeler.

Der OSC kann somit auf ein gelungenes Bundesligawochenende zurückblicken und geht als „Herbstmeister“ in die Winterpause. Die erfolgreichsten Punktesammler auf Baden-Badener Seite waren Etienne Bacrot, Sergei Movsesian und Michal Krasenkov mit der perfekten Ausbeute von jeweils drei Punkten aus drei Partien. Den Anspruch, auch dieses Jahr den Titel nach Baden-Baden zu holen, hat man jedenfalls eindrucksvoll untermauert. (Fabian Döttling)

 

 

 

 

 



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