Der neue Schachkalender 2026

von André Schulz
02.01.2026 – Jedes neue Schachjahr fängt gut an. Denn am Anfang des neuen Jahres kann man im neuesten Schachkalender blättern, erfährt viele interessante Details und Geschichten und blickt auch schon in die Zukunft - so auch im neuen Schachkalender 2026.

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FRITZ 20: Ihr persönlicher Schachtrainer. Ihr härtester Gegner. Ihr stärkster Verbündeter. FRITZ 20 ist mehr als nur eine Schach-Engine – es ist eine Trainingsrevolution für ambitionierte Spieler und Profis. Egal, ob Sie Ihre ersten Schritte in die Welt des ernsthaften Schachtrainings machen oder bereits auf Turnierniveau spielen: Mit FRITZ 20 trainieren Sie effizienter, intelligenter und individueller als je zuvor.

Der Schachkalender ist eine schöne alte Tradition, die einst von Ludwig Bachmann begründet, von Heinrich Ranneforth fortgeführt und schließlich von Arno Nickel in moderner Form wiederbelebt wurde. Nachdem Arno Nickel in seinen wohlverdienten Ruhestand gegangen ist, sorgen Stefan Löffler (Redaktion) und Wolf Böese (Grafik) für Kontinuität und Innovation.

Das Gerüst des Büchleins ist dem Titel entsprechend eine Kalendarium, mit vielen biografischen Notizen und wissenswerten Einträgen zu Ereignissen unterschiedlicher Art. Darüber hinaus bietet das handliche Werk aber auch eine Reihe von interessanten Texten zu unterschiedlichen Themen und Aspekten rund um das Schachspiel.

Die aktuelle Ausgabe umfasst 200 Seiten und bietet unter anderem aufschlussreiche Beiträge zum Thema Schach im Film. Der Filmwissenschaftler Christoph Huber hat dazu einen interessanten Überblick verfasst, der in englischer Sprache zuerst in der Filmzeitschrift Cinema Scope erschien und im neuen Schachkalender 2026 in deutscher Übersetzung präsentiert wird. Das Schachspiel wurde schon in vielen Filmproduktionen symbolhaft eingesetzt und manchmal steht es auch im Mittelpunkt. Sehr oft, viel zu oft, geht die Darstellung schief und scheitert selbst in sehr teuren Hollywood-Produktionen an banalen Details.

Christoph Huber, selber Schachspieler, leidet wie alle anderen Schachfreunde darunter, wenn die Schachszene in einem ansonsten gut gelungenen Film, völlig missglückt ist und zählt die zahlreichen Unfälle in berühmten Produktionen penibel auf.

Eine der bekanntesten Schachszenen der Filmgeschichte ist jene in Ingmar Bergmanns Film "Das siebte Siegel". Ein Ritter spielt mit dem Tod eine Partie Schach um sein Leben. Aber auch in diesem Film stimmen die Details nicht. Das Feld rechts untern im weißen Lager ist in der Anfangsszene schwarz, später weiß. Die einzelnen Züge stimmen, aber im Laufe der Partie werden die Figuren auf dem Brett mehr statt weniger.

Und auch die Details in einer anderen berühmten Schachszene der Filmgeschichte sind fehlerhaft. In der stimmungsvollen Bild- und Szenenkomposition mit Steve McQueen und Faye Dunaway in "Thomas Crown ist nicht zu fassen" ist alles perfekt. Die beiden Schauspieler spielen die Partie Zeissl gegen Von Waldhoffen nach und die Züge sind für sich alle richtig, aber in einer Nahaufnahme befindet sich ein Bauer wieder auf seinem Ausgangsfeld, obwohl er dieses zuvor schon verlassen hatte, hat Christoph Huber beobachtet. 

Selbst in der ebenfalls berühmten Schachszene in James Bonds "Liebesgrüße aus Moskau" stimmt etwas nicht. Der Bösewicht Kronsteen spielt am Anfang des Films Spasskis Glanzsieg gegen Bronstein (1951) nach, aber auf dem Brett fehlen zwei Mittelbauern.

Und so geht es weiter. Der Leser erfährt viel über die möglichen Fehler, die man bei der Verfilmung von Schachszenen machen kann, aber er erfährt noch viel mehr von den Filmen, in denen das Schachspiel auf die eine oder andere Weise eingesetzt oder thematisiert wurde. 

Der Schachkalender 2026 präsentiert einige weitere umfangreiche Aufsätze, aber auch viele kleinere Beiträge von verschiedenen Autoren mit Informationen zu bestimmten Personen oder Ereignissen, Schachaufgaben oder andere Rätsel. Wer war Jim Slater, zum Beispiel, oder wie kam es, dass nach dem Krieg eine Zeitlang einige starke Spieler aus Osteuropa in Deutschland Schach spielten, dann aber bald verschwanden? Wo war der Geburtsort des modernen Schachs? Die einen sagen so, die anderen so. Und wer ist der reichste Schachspieler (Auflösung im Schachkalender 2026)?

Auch Buchrezensionen werden angeboten: Thorsten Cmiel hat beispielsweise die Autobiographie von Danny Rensch gelesen, der in einer Sekte aufgewachsen ist und über die Begegnung mit Igor Ivanov intensiver mit dem Schach in Berührung kam.

Mit Stefan Löfflers Nachrufen lässt sich der gestorbenen Schachhelden gedenken. Robert Hübner, Boris Spassky, Friderik Olafsson, Fritz Baumbach und Vlastimil Hort sind die bekanntesten Namen.  Aber auch Corry Vreeken und Anni Laakmann haben Spuren hinterlassen. Daniel Naroditzkys früher Tod erschütterte Ende vergangenen Jahres die Schachwelt.  

Natürlich enthält der Kalender auch viele Turnier- und Veranstaltungshinweise. Zum Schluss aber auch noch etwas Kritik: Bei alle Freude an innovativem modernen Design wird mancher Nutzer des Kalendariums die Angabe des jeweiligen Monats vielleicht nicht für völlig überflüssigen und antiquierten Schnickschnack halten.

Wie auch immer: Jeder neue Schachkalender ist eine schöne Fundgrube für neugierige Schachfreunde.

Schachkalender 2026
Taschenkalender für Schachspieler (43. Jahrgang)
UVP € 14,00

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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