Der Sieger wollte nicht mehr

23.07.2010 – Innerlich hatte sich Sam Shankland schon vom Turnierschach verabschiedet. Aus Ärger über die US-Schachszene wollte er sich vom aktiven Schach zurückziehen, sich auf ein Studium konzentrieren und nur noch als Schachtrainer arbeiten. Und auch an der US-Juniorenmeisterschaft in St. Louis nahm er eigentlich nur teil, weil er bereits zugesagt hatte. Eigentlich sollte sie sein letztes Turnier sein und entsprechend lustlos begann er. Doch dann startete er eine imposante Aufholjagd und wurde schließlich US-Juniorenmeister 2010. Eine eindrucksvolle Abschiedsvorstellung. Turnierseite..., Webseite von Sam Shankland..., Sam Shanklands Blog...Mehr...

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Eine imposante Aufholjagd



Eigentlich sollten die US-Juniorenmeisterschaften das letzte Turnier von Sam Shankland sein. So zumindest hatte er es in seinem Blog und in einem Interview angekündigt. Dementsprechend lustlos spielte er die ersten beiden Runden und begann das Turnier als Nummer Zwei der Setzliste so mit zwei Niederlagen.

Doch durch einen schnellen Sieg gegen FM John Bryant in Runde drei scheint Sam Shanklands Lust am Schach wieder geweckt worden zu sein. Auf alle Fälle begann er eine imposante Aufholjagd und holte 5 Punkte aus den nächsten 6 Partien.



Dennoch lag Shankland eine Runde vor Schluss einen ganzen Punkt hinter Turnierfavorit Ray Robson und einen halben Punkt hinter Zhao Parker. Dann half Shankland das Glück: Robson verlor seine Schlussrundenpartie gegen FM Warren Harper und Zhao Parker verdarb ein gewonnenes Endspiel zum Remis. Damit lagen Shankland, Robson und Parker gleichauf an der Spitze und der Tie-Break musste über den Titel entscheiden.


Zhao Parker (links) und Ray Robson (rechts)

Da Robson das Recht hatte, die erste Runde im Tie-Break auszusetzen, mussten Shankland und Parker gegeneinander antreten. Parker wirkte demoralisiert und verlor ohne viel Gegenwehr. So trafen Robson und Shankland im Finale aufeinander.

Shankland gegen Parker zum Nachspielen...


Durch seinen Sieg in der ersten Tie-Break-Partie konnte Shankland sich aussuchen, mit welcher Farbe er spielen wollte. Da ihm mit Schwarz ein Remis reichte, um Tie-Break und Titel zu gewinnen, durfte Robson hinter den weißen Steinen Platz nehmen. Wie sich zeigte, hatte Shankland gut gewählt. Robson spielte 1.e4, Shankland antwortete mit 1...c6 und Robson fand kein Mittel, Druck auf die schwarze Stellung auszuüben. Shankland kam in Vorteil und als Robson zum Schluss ein schwerer Fehler unterlief, war Shankland US-Juniorenmeister 2010.

Robson gegen Shankland zum Nachspielen...



"Ich bin mit meinem Spiel zufrieden," erklärte Shankland anschließend. "Ich glaube, in den letzten sieben Runden des Turniers habe ich mein bestes Schach gezeigt."

Was seinen angekündigten Rückzug vom Schach betrifft, so meinte Shankland, er würde es vielleicht bei einer Pause belassen und ein Jahr nicht spielen. Aber vielleicht fällt die Pause auch kürzer aus. Schließlich hat er sich mit seinem Sieg bei der US-Juniorenmeisterschaft für die US-Meisterschaft und für die Jugendweltmeisterschaft qualifiziert.



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