Deutsch-polnische Schachtradition

11.09.2019 – Ein Teil der deutschen Schachgeschichte spielte sich im heutigen Polen ab und wird in Polen aufmerksam gepflegt. Zur Vertiefung der gemeinsamen Schachkultur wurde in Laskers Geburtsort Barlinek ein polnisch-deutsches Schnellschachturnier gespielt. | Fotos: Christian Mätzkow

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Schnellschach in Barlinek – eine Nachbetrachtung

von Hans-Jürgen Hochgräfe

Die polnische Kleinstadt Barlinek (früher Berlinchen) steht zu ihrem wichtigsten Bürger. Mit einem Lasker-Park, Lasker-Platz, einem Wandgemälde an der Hauptstraße, einer Gedenktafel an Laskers Geburtshaus und einem kleinen Bereich im Regionalmuseum – Weltmeister Emanuel Lasker ist an vielen Stellen präsent.

Nach einigen Jahren schachlicher Ruhe brachte das Lasker-Jahr 2018 des Deutschen Schachbundes wieder Aktivität in die Stadt. Dabei hat Barlinek durchaus eine längere Schachtradition. So fand im Oktober 2004 im Rahmen des 12. Lasker-Memorials ein GM-Turnier statt, das Andrei Maksimenko mit 6 aus 9 vor Robert Rabiega und Bartlomiei Heberla (beide 5,5) gewann. Beim 15. Schachfestial 2007 waren 97 Spieler aus 7 Ländern beteiligt. Das A-Open gewann Lech Sopur (PL) mit 7,5 Punkten.

Im Frühjahr 2018 fuhren Geschäftsführer Horst Metzing und der Beauftragte des DSB für deutsch-polnische Kontakte Dr. Hans-J. Hochgräfe nach Barlinek zu einem Gespräch mit Bürgermeister Dariusz Zielinski. Unter Abwägung von personellen Möglichkeiten und Kosten wurde für den 8. September ein Schnellschachturnier fixiert.

Der Vorsitzende des Schachklubs Lasker Barlinek begrüßte im Innenhof des Hauses der Begegnungen die 82 Teilnehmer, darunter 17 aus Deutschland. 

IM Bernd Schneider und Dr. Michael Negele hatten wohl die weiteste Anreise. Sie trafen ebenso wie die Schachfreunde aus Schneverdingen - Barlineks Partnerstadt - bereits am Vortag ein. IM Schneider schien einen gesicherten Sieg anzuvisieren. 

Die Spitzenbretter

Der Turniersieger am Brett

Doch dann kam die Mittagspause. Ein gutes Essen und ein Lasker-Vortrag von Dr. Negele (Übersetzung Tomasz Lissowski – Historiker des Polnischen Schachverbandes) führten bei einigen Spielern zu Konzentrationsmängeln. So wanderte IM Schneider nach ZÜ in 2 Partien von Platz 1 nach 11.

Sieger wurde Adam Czuchnicki vor Rafal Szyszylo (beide Szczecin) je 7,5 Punkte vor IM Jan Przewoznik 7 Punkte.

Die Siegerehrung

 

Die besten Ergebnisse deutscher Spieler erzielten:

6. Dr. Michael Negele 6,5 P.,
8. Maximilian Mätzkow 6,5 P.
11. IM Bernd Schneider 6 P.
14. FM Michael Schulz 6 P.
16. Holger Jeske 6 P.
18. Dr. H.-J. Hochgräfe 5,5 P.

Thomas Weischede am Brett

Vereinbart wurde dann eine Weiterführung eines bilateralen Schnellschachturniers zum 7. September 2019. Die Stadt Barlinek, die für Spielsaal, Preise und Verpflegung sorgte, wurde organisatorisch und finanziell von der Lasker-Gesellschaft und vom Deutschen Schachbund unterstützt, sowie mit Sachpreisen durch ChessBase. Mehr als 20 Schachspieler reisten aus Deutschland an, wobei der SC Kreuzberg mit seinem Vereinsausflug einen besonderen Anteil hatte.

Wichtigster Punkt der Eröffnung war die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft für die Stadt Barlinek in der Emanuel-Lasker-Gesellschaft. Die Urkunde wurde vom Vorsitzenden der ELG Thomas Weischede an Bürgermeister Zielinski überreicht (s.o.).

 

Danach gab Turnierleiter Krzysztof Wolski die Bretter frei zur ersten Runde. Im Spitzenbereich war das diesjährige Turnier stärker besetzt als im Vorjahr.

Der Endstand:

1./2. IM Aleksander Czerwonski, IM Jan Przewoznik (beide Stilon Gorzów) je 7,5 P.

3./4. FM Thomas Weischede (ELG Berlin), Tygran Dzhuguryan (Husaria Biesiekierz) je 7 P.

5.-8.    Karol Michalski (Lech Poznan), FM Maximilian P. Mätzkow (SC Kreuzberg), IM Dr. Manfred Glienke (SC Kreuzberg), Andrzej Maj (Pod Wieza Szczecin) je 6,5 P.

Den Preis als bester Jugendspieler erhielt Maximilian Mätzkow; das beste Ergebnis der Frauen erreichte Brigitte Große-Honebrink.

Brigitte Große-Honebrink

Die Fotos steuerte Christian Mätzkow bei.

 



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