Deutscher Fehlstart beim Accentus Young Masters

von André Schulz
08.04.2016 – Der Schweizer Badekurort Bad Ragaz ist Gastgeber des Accentus Young Master Turniers, zu dem zehn zumeist noch sehr junge Spieler aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Ungarn eingeladen wurden. Die deutschen Farben werden von Matthias Blübaum und Vincent Keymer vertreten. Beide verzeichneten allerdings einen Fehlstart. Nach zwei Runden führt der Schweizer Noel Studer. Mehr...

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Zu einem GM-Rundenturnier hatte der Schweizer Schachverband nach Bad Ragaz eingeladen. Die Setzliste führt Matthias Blübaum an. Der Sieger von Karlsruhe möchte seine prächtige Form unter Beweis stellen und wird ein gewaltiges Wörtchen um den ersten Preis mitreden. Nachdem Roven Vogel aus schulischen Gründen leider nicht spielen konnte, fiel ein zweiter Startplatz für Deutschland an Vincent Keymer. Für den Elfjährigen aus Saulheim ist dieses Rundenturnier seine wohl größte Prüfung in der bisherigen Schachkarriere.

Matthias Blübaum

Vincent Keymer

Austragungsort ist das Schlosshotel Bad Ragatz, welches allgemein und im Detail einen mehr als würdigen Rahmen bietet. Gestern fand die Auslosung statt. Der Präsident des Schweizer Schachverbandes, Herr Peter Wyss eröffnete das Turnier. Hauptsponsor ist die Accentus Stiftung. Ihr Hauptbetätigungsfeld ist Jugend- und Leistungssport. Damit passt diese Veranstaltung perfekt in ihre Konzeption. Als Vertreter von Accentus war der bekannte Schweizer GM Lukas Brunner vor Ort. Er spielte in den 90-iger Jahren einige Jahre in der deutschen Bundesliga.

Peter Wyss

Als Vertreterin des Zentralvorstandes traf ich eine "alte Bekannte" wieder. Gundula Heinatz lebt seit über 15 jahren in der Schweiz hat aber dabei ihre thüringische Heimat nicht vergessen. Ihre ersten schachlichen Schritte unternahm sie in Ilmenau.

Gundula Heinatz

Stadtrat Walter Hug begrüßte die Gäste aus 5 Ländern. Dabei ist er jedoch nicht zu verwechseln mit der Schweizer Schachlegende Werner Hug, Juniorenweltmeister von 1971, der ebenfalls unter den Ehrengästen weilte.

Prognosen über den Ausgang wage ich noch nicht. Die Farbauslosung hat jedoch einmal mehr Schwarz für Matthias und Vincent ergeben.

Die Partien werden live übertragen. Jeweils ab 14.30 Uhr können die Fans in Deutschland mitfiebern (Ausnahme Letzte Runde am 14.04. ab 09.00 Uhr)

(Bernd Vökler)

 

Das Accentus Young Masters mit seinen zehn jungen Teilnehmern zeigt ein gewisses Leistungsgefälle, das sich - mit Abstrichen - auch in den Partieergebnissen widerspiegelt. Der Deutsche Matthias Blühbaum und der Ungar Imre Hera, mit 29 Jahren schon etwas älter, sind mit ihren Elozahlen in den 2620ern die Favoriten. Vincent Keymer hingegen ist mit seinen elf Jahren nicht nur der jüngste Spieler im Feld, sondern mit seinen für sein Alter allerdings beachtlichen 2352 Elo auch eines der "Elo-Leichtgewicht". Gabriel Gaehwiler und Alexandre Vuilleumier liegen ebenfalls noch unter 2400 Elo.

Mathias Blübaum legte jedoch einen Fehlstart hin, als er in der ersten Runde gegen den Österreicher Georg Froewis (26) zu optimistisch spielte, seine Partie überzog und an kritischer Stelle auch nicht in ein Remis durch Stellungswiederholung einwilligen wollte. Das Resultat war der Partieverlust.

Froewis-Blübaum

 

 

 

In der gestrigen zweiten Runde gewann Blübaum gegen das ungarische Talent Benjamin Gledura, den Anand-bezwinger von Gibraltar, und liegt nun bei 50%.

Für Vincent Keymer beginnt das Turnier noch etwas schlechter. In seinen beiden Auftaktpartien wurde er von Noel Studer und Adrien Demuth taktisch zerlegt und kassierte zwei Niederlagen.

 

Studer-Keymer

 


Das gleiche Schicksal teilt der der junge Schweizer Gabriel Gähwiler. Zwei Siege feierte als einziger Spieler der Schweizer Noel Studer und führt damit das Turnier an.

 

 

 

Alle Partien der ersten beiden Runden

 

 

Fotos: Bernd Vökler

 

Bad Ragaz

Für Vincent Keymer gestaltete sich die Anfahrt von seinem Wohnort in der Nähe von Mainz nach Bad Ragaz im Prinzip ganz einfach: immer am Rhein entlang.

Das einstige Bauerndorf hat sich inzwischen in einen renommierten Kurort verwandelt und liegt nur wenige Kilometer südlich von Lichtenstein am linken Ufer des Rheins. Die Quellen des Rheins sind von hier etwa 50 km entfernt. Bei Bad Ragaz mündet die Tamina in den Rhein. Auf dem Weg von ihren Quellen bis hierhin hat sie bis zu 200 Meter tiefe Schluchten ins Gebirge gegraben. Eine große Rolle in der Geschichte des Ortes und der umliegenden Landschaften spielt die Benediktiner-Abtei Pfäfers. Das Kloster wurde 731 gegründet und auf den Beschluss des Rates von St. Gallen im Jahr 18838 aufgehoben und seine Vermögenswerte eingezogen. Die Kulturgüter der Abtei wurden versteigert. Das Gebäude wurde ab 1845 von der kantonale Irrenanstalt St. Pirminsberg bezogen, heute Psychiatrische Klinik St. Pirminsberg. Durch den Bau einer Strasse ins Bad Pfäfers (1838/39) und die Herausleitung des 35 Grad warmen Thermalwassers in den "Hof Ragaz" entwickelte sich der Ort zu einem Badekurort.

Den Quellen und der anregenden Umgebung verdankt die Literaturgeschichte zwei Werke: Um 1880 verfasste Johanna Spyri hier ihre Heidi-Geschichte. Rainer Maria Rilke schrieb hier sein Buch "Hiersein ist herrlich".

Das Hotel Schloss Bad Ragaz

 

Turnierseite...

Hotel Schloss Ragaz...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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