15.05.2024 – Ulrich Stock von der ZEIT bekam in Neuwied den Deutschen Schachpreis 2023. Er bedankte sich mit einer Lesung auf dem außerordentlichen Bundeskongress. Da ging es um Blackouts, Vergleiche des Schachspiels mit Fußball und natürlich um Wortakrobatik. Wer ist Ulrich Stock, und was macht seine Kunst aus? | Foto: André Schulz
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Ich traf Ulrich zum ersten Mal 2018 bei der Schachweltmeisterschaft in London. Dort spielten Magnus Carlsen und Fabiano Caruana gegeneinander. Zwölfmal Remis im klassischen Schach. Ulrichs Text zum Finale ist betitelt mit: "Das Ende, süß und bitter"
"Auf drei Wochen des Gleichstands folgen drei Stunden der Schlagseite. Magnus Carlsen zeigt Fabiano Caruana, was dem zum Weltmeistersein fehlt: Geschwindigkeit."
Treffend und wortgewaltig im Lead formuliert. Der Text von Ulrich Stock zeigt eine Kunst, die heute leider immer seltener anzutreffen ist und trotz ihrer scheinbaren Einfachheit genau das nicht ist. Das Jonglieren mit Worten und Emotionen ist die hohe Kunst des Journalismus. Bis die Worte richtig sitzen muss der Berichterstatter beobachten und manchmal bis ins Kleinste beschreiben. Das Verwenden von Details sorgt für mehr Lebendigkeit als das heute übliche Draufhalten mit der Kamera. Wer sich bewegter Bilder bedient und gut sein will, der muss wie Ulrich Stock eine Geschichte erzählen können, etwas zu sagen haben.
Ulrich Stock bei einem Schachvortrag in Hamburg | Foto: André Schulz
Und bei einem freien Blitzabend mit Schachfreunden | Foto: André Schulz
Als Kiebitz beim Kandidatenturnier in Toronto | Fotos: Michal Walusza (FIDE)
Die deutschen Journalisten in Toronto: Ulrich Stock, Thorsten Cmiel und Stefan Löffler | Foto: Michal Walusza (FIDE)
Beim Kandidatenturnier in Toronto waren neben den Spielern und Sekundanten einige andere Großmeister ihrer Zunft anwesend. Einer, den man ohne Übertreibung das freundliche Gesicht der indischen Schachszene nennen kann, hat ein anderthalbminütiges Video gemacht von Ulrich. Sagar Shah beobachtete jeden Tag wie Ulrich die „The Great Hall“ in der Queen Street im Westend von Toronto betrat und sein etwas sperriges türkisfarbenes Faltrad mitbrachte. Sagar ist ein wahrer Meister des Improvisierens und hat ein Gefühl für spezielle Geschichten, diesmal hatte er die Idee, Ulrich nach der Runde beim Entfalten seines Rades zu filmen. Ulrich fand das Ergebnis klasse. Zwei Meister unter sich.
Vor den Delegierten des Schachkongresses wählte Ulrich Stock einige seiner Texte aus, die ihm passend erschienen. Licht und Schatten im Schach war sein Thema. In Toronto war Ulrich auf einer Bootstour auf dem Ontariosee dabei. Die Idee der Tour an einem freien Tag war es, eine seltene Sonnenfinsternis besonders gut zu beobachten. Ulrich beobachtete vor allem die Spieler an Bord.
"Nicat Abasov hat eine schwarze Papierbrille in der Hand und schaut nach oben, bis sein suchender Blick in der Watte des Himmels versinkt. Das Schiff tuckert an der Phalanx der Wolkenkratzer entlang, die das Ufer säumen, dann geht es hinaus. Tatsächlich reißt die Wolkendecke kurz auf, und alle an Bord sehen der großen Lampe zu, wie sie langsam ausgeblendet wird. "Eclipse", sagen die Kanadier, schönes Wort. Viswanathan Anand, als Ex-Weltmeister mit dabei, liebt die Astronomie. Er erzählt von einem Venusdurchgang, den er vor Jahren selbst beobachtet habe, dieser kleine Punkt vor der Sonnenscheibe."
Ein weiterer Text beschäftigte sich mit einer Verdunkelung ganz anderer Art: "Der Blackout von Sofia", geschrieben im April 2010.
"Wenn ein Schachspieler nichts mehr sieht, ist das fürchterlich: Die Schachblindheit schlägt hier und da mal zu und trifft gelegentlich auch große Meister. Dann stellt man einzügig eine Figur ein, und das war’s – und alle Zuschauer schütteln mit dem Kopf, wie das geschehen konnte.
Dass zwei der besten Schachspieler, Viswanathan Anand und Wesselin Topalov, die seit einer Woche in Sofia um den Titel des Weltmeisters kämpfen, gleichzeitig einen Blackout haben, ist ganz unwahrscheinlich, und doch ist es geschehen. Am Freitag um 15.33 Uhr, sie hatten eben erst eine halbe Stunde gespielt, und Weiß – Topalov – hatte gerade seinen 17. Zug gemacht, da flackerte für eine Sekunde das Licht über der Bühne, und dann fiel der Strom aus…"
Beim Blick in die Datenbank bei Chessbase finde ich den Partiekommentar von Evgeny Postny zu dieser fünften Partie. Postny schreibt nach Zug 17 von Weiß kurz: „An dieser Stelle gab es einen Stromausfall im Spielsaal. Die Partie wurde angehalten und 15 Minuten später fortgesetzt, als der Strom wieder zurück war. Es scheint, die Spieler waren durch den Zwischenfall nicht beeinträchtigt.“ Ich bin froh, dass dieser seltene Moment des Blackout im Text von Ulrich ausführlicher festgehalten ist. Es wäre schade gewesen, wenn sich die Schachwelt mit einer reinen Beschreibung der Fakten begnügen müsste. Denke ich mir.
Ulrich Stock beim Außerordentlichen Bundeskongress in Neuwied | Screenshot aus dem DSB-Video
Überschrieben mit "Matt mit Magath" ist ein Text vom Kandidatenturnier 2018 in Berlin. Er holt den Leser sofort ab, indem er direkt zu Beginn die relevanten Fragen zum Thema vorgibt:
"Gibt es beim Schach einen Eckball? Kann die Viererkette von der Bauernkette lernen? Der Fußballtrainer Felix Magath besucht die Großmeister im Kühlhaus."
Großartig.
"Gut sieht Felix Magath aus, alert, markante Brille, analytischer Blick. Kurz ist sein Auftritt im Berliner Kühlhaus, wenige Sekunden; er ist nur zum Anstoß gekommen. Als Freund des königlichen Spiels darf der Fußballtrainer den ersten Zug der Spitzenbegegnung ausführen. Schachrijar Mamedjarow und Fabiano Caruana sitzen schon auf der schwarzen Bühne im gleißenden Licht. Von oben lugen erwartungsfroh die Zuschauer über die Brüstung. Der zur Zeit Zweitplatzierte aus Aserbaidschan will den zur Zeit Erstplatzierten aus den Vereinigten Staaten bezwingen und ihm die Führung im Kandidatenturnier entreißen. Dem Eröffnungszug kommt da große Bedeutung zu.
Magath tritt ans Brett, begrüßt die Konkurrenten, beugt sich zu Mamedjarow hinunter und lässt sich zeigen, was er für ihn ziehen soll. Den Damenbauern zwei Felder vor? Magath ergreift den Bauern, blickt entschlossen in die Kameras und setzt den Bauern ins Zentrum des Brettes. Der Kampf hat begonnen…"
Ulrich Stock beschreibt in seinen Texten die großen Momente im Schach. Er ist seit Jahren als ZEIT-Reporter bei den wichtigsten Turnieren, bei Weltmeisterschaften und Kandidatenturnieren. Vor vielen Jahren hatte der Hobbyspieler Ulrich Stock der Online-Redaktion Schach als Thema vorgeschlagen und damit einen Überraschungserfolg gelandet. Vielleicht hatte er mit Altkanzler und DIE ZEIT-Herausgeber Helmut Schmidt sogar einen Fürsprecher. Heute finden seine Texte zum Thema Schach regelmäßig mehr Leser als Texte zu seiner anderen Leidenschaft, dem Jazz.
Altersbedingt wird Ulrich Ende des Jahres sein Redaktionsbüro räumen, und vielleicht ist der Weltmeisterschaftskampf zwischen dem jungen Inder Gukesh und dem Weltmeister Ding Liren sein letzter großer Einsatz. Ich wünsche mir ganz uneigennützig danach noch manche Reportage von Ulrich Stock, dem besten Schachpoeten in Deutschland, zu lesen. Vielleicht geht da was.
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