Die 84. Deutsche Schach-Einzelmeisterschaft

05.09.2013 – Morgen beginnt in Saarbrücken die 84. Deutsche Schach-Einzelmeisterschaft. Am Start sind die Sieger der Landesmeisterschaften und eine Reihe von Spitzenspielern. Die insgesamt 42 Teilnehmer tragen das Turnier neun Runden nach Schweizer System aus (täglich ab 14 Uhr, letzte Runde 11. Uhr). Erster der Setzliste und Top-Favorit ist Titelverteidiger Daniel Fridman. Vorbericht und Interview...

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Deutsche Meisterschaft 2013: Titelverteidiger Daniel Fridman erneuter Favorit

Vielleicht wird es zum dritten Titelgewinn reichen, vielleicht auch nicht: Der amtierende deutsche Meister Daniel Fridman zählt in den kommenden Tagen in Saarbrücken nicht nur wegen seines Vorjahreserfolges als Favorit. Er führt auch die ELO-Setzliste der diesjährigen Meisterschaft deutlich an. Neun Runden werden vom 5. bis 14 September in der Hermann-Neuberger-Sportschule ausgetragen. 

Doch Fridman hat starke Konkurrenz: Auch der deutsche Vizemeister 2007 Rainer Buhmann und Schachlegende Klaus Bischoff, beide wie Fridman langjährige Nationalspieler, werden im Ringen um die Meisterschaftspunkte sicher gewaltige Kämpfe abfordern. Der Berliner Großmeister Martin Krämer ist Setzlistendritter. Mit Matthias Blübaum, Alexander Donchenko, Dennis Wagner und Rasmus Svane sind gleich vier Schachprinzen am Start. Die Elite des Deutschen Schachnachwuchses wird sicherlich erfolgreich die eine oder andere Norm erjagen. Und auch beim Kampf um die Spitze ist jeder der Prinzen für einen der drei Spitzenplätze gut.

Ob Funktionäre auch Schach spielen können, wird das Spiel des über 20fachen Saarländischen Meisters und amtierenden Präsidenten des Deutschen Schachbundes Herbert Bastian zeigen. Der Schachamateur geht in den Morgenstunden seinem Beruf als Lehrer nach. Ab 14 Uhr wird er dann täglich im Kampf um die Meisterschaft am Brett sitzen. Auch die FIDE Meisterin Nadia Jussupow ist Lehrerin. Die Qualifikantin des Bayrischen Schachbundes unterrichtet Schach. Sie und die Frauengroßmeisterin Zoya Schleining sind die einzigen Frauen im Feld. Die 52-jährige Schleining errang insbesondere in den neunziger Jahren herausragende Erfolge im Frauenschach.

Ein Turnier ist ein ständiger Kampf – auch gegen sich selbst

Ein Interview mit Daniel Fridman

Herr Fridman, Sie treten in Saarbücken als aktueller Deutscher Meister an und sind auch der-ELO Favorit des Turniers. Wird das nach Ihren Erfolgen 2008 und 2012 der dritte Meistertitel?

Fridman: Ich bin ELO-Favorit, also sollten die Chancen gut sein. Aber ich habe in der letzten Zeit eher mäßig gespielt. Und es sind gute Gegner dabei. Rainer Buhmann, die Prinzengruppe (Die besten Jugendspieler des Bundeskaders - Anm. d. R.) und ein alter Hase wie Klaus Bischoff. Meine Chancen sind vielleicht nicht schlecht, aber Sicherheiten gibt es nicht. Die letzte Deutsche Meisterschaft in Saarbücken 2009 war meine schlechteste bisher. Das soll besser werden!

Sie sind Berufsspieler und seit langen Jahren Stammspieler in der Nationalmannschaft. Bringen Sie die kommenden neun Partien, die in den nächsten Tagen gespielt werden, auch schachlich weiter?

Fridman: Eine Partie bringt einen schachlich weiter, wenn beide - man selbst und auch der Gegner - gut gespielt haben. Das Turnier ist kein Rundenturnier wie in Dortmund. Dort spielt man in jeder Runde mit Weltklassespielern wie Vladimir Kramnik als Gegner. Aber ein Turnier ist ein ständiger Kampf. Nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen sich selbst. Ein Erfolgserlebnis bringt einen kurzfristig immer nach vorne. Wenn man schlecht abschneidet, dann wirft einen das zurück …

Bis zu fünf bis sechs Stunden werden täglich gespielt. Sie verbringen den Rest des Tages sicher nicht bei Wein und Bier …

Fridman: … bestimmt nicht. Ich trinke keinen Alkohol. Im letzten Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Osterburg war es wunderbar. Es gab wenig Internet, aber eine Sporthalle. Ich habe dort Rene Stern als Tischtennis-Partner entdeckt! Zwei, drei Stunden haben wir mitunter gespielt. Ich hoffe, dass wir jetzt in der Hermann-Neuberger-Sportschule im Haus der Athleten ähnliche Möglichkeiten haben. Doch auch schachlich gibt es etwas zu tun. Neben der Nachbereitung der gespielten Partien ist auch die Vorbereitung wichtig. Wie viel Zeit das in Anspruch nimmt, hängt ab vom Gegner und der Menge der Partien, die man über ihn der Datenbank findet. Aber das ist so wie bei jedem Turnier.

 

 

Teilnehmerliste

Nr. Teilnehmer Verein DWZ Elo
1 GM Daniel Fridman SV Mülheim-Nord 2596 2614
2 GM Rainer Buhmann SV Hockenheim 2567 2580
3 GM Martin Krämer Sfrd. Berlin 2548 2542
4 IM Matthias Blübaum Werder Bremen 2516 2514
5 IM Alexander Donchenko SK Gießen 2484 2467
6 IM Dennis Wagner SV Hockenheim 2481 2472
7 IM René Stern SK König Tegel 2470 2509
8 Felix Graf Bayern München 2466 2481
9 GM Klaus Bischoff Spfrd. Katernberg 2453 2500
10 IM Hagen Poetsch Sfr. Schöneck 2435 2468
11 IM Sebastian Plischki SV Bückeburg 2424 2436
12 IM Michael Kopylov SK Norderstedt 2411 2457
13 IM Rasmus Svane Hamburger SK 2407 2445
14 FM Johannes Carow Sfr. Heidesheim 2401 2375
15 Nikolas Lubbe Sfr. Neuberg 2395 2432
16 FM Vitali Braun SC Braunschweig-G. 2390 2403
17 IM Tobias Jugelt Werder Bremen 2389 2429
18 WGM Zoya Schleining Düsseldorfer SK 2358 2377
19 FM Jaroslaw Krassowizkij BG Buchen 2355 2381
20 Malte Colpe Hamburger SK 2343 2338
21 IM Christian Braun DJK Aufwärts Aachen 2325 2362
22 IM Ralf Schöne TSG Neuruppin 2313 2345
23 Hendrik Tabatt Caissa Schwarzenbach 2278 2303
24 André Oberhofer Caissa Schwarzenbach 2274 2329
25 IM Herbert Bastian SVG Saarbrücken 2270 2339
26 FM Hans-Joachim Vatter SC Untergrombach 2250 2288
27 Hartmut Zieher Hamburger SK 2250 2300
28 Rick Frischmann Caissa Schwarzenbach 2249 2230
29 FM Reinhold Müller Caissa Schwarzenbach 2211 2249
30 Johannes Paul Aufbau Elbe Magdeburg 2191 2227
31 FM Alexej Litwak Oberhausener SV 2189 2230
32 Frank Schwarz Preetzer TSV 2189 2249
33 FM Roland Pfretzschner SK König Plauen 2180 2232
34 Jörg Schlenker SC Donaueschingen 2177 2217
35 FM Dr. Dmitrij Marcziter DJK Aufwärts Aachen 2176 2265
36 Claus Seyfried Stuttgarter SF 2156 2185
37 Simon Commercon TSG Mutterstadt 2151 2187
38 Thomas Lochte SK Weilheim 2095 2141
39 WFM Nadja Jussupow SK Krumbach 2081 2156
40 Prof. Dr. Sören Bär USG Chemnitz 2076 2139
41 CM Frank Schellmann SG Einheit Halle 2062 2098
42 Kevin Schreiber Mecklenburger Springer 1991 1920

 

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